Neujahrsempfang mit Vernissage: „zwei-ART-ig“ im Amtsgericht

Von: rei
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Wiltrud Laser-Mauder, Mitglied im Künstler-Forum „Schloss Zweibrüggen“, präsentiert ihre Werke im Amtsgericht. Foto: Stefan Reiners
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Künstler Joep Albertz verzichtet bei seinen Bildern auf reale Motive aus der Wirklichkeit. Foto: Stefan Reiners

Geilenkirchen. Es ist keine direkte Neuerung, dass in den Fluren des Amtsgerichts Geilenkirchen Kunst zu betrachten ist. Schon im vergangen Jahr hieß es „Amtsgericht mal(t) anders“. Unter diesem Motto konnten die in den Fluren Wartenden ihre Nerven mit dem Genuss von Bildern beruhigen, so lange sie auf ihren Aufruf warteten.

Die Bilder waren von den Angestellten des Gerichts selbst angefertigt worden. Neu war nun allerdings die Verknüpfung der diesjährigen Ausstellungseröffnung „zwei-ART-ig“ mit dem Neujahrsempfang des Amtsgerichts, zu dem Richterin und Direktorin Corinna Waßmuth alle Anwesenden herzlich begrüßte.

Sie dankte der Hand in Hand mit den Gerichten arbeitenden Polizei ebenso wie der hauseigenen Wachtmeisterei, den Büroangestellten und den Anwälten. Sie thematisierte bei dieser Gelegenheit den schärfer werdenden Umgangston, der eine sachgerechte Kommunikation manchmal schwierig mache.

Sie übergab das Wort schließlich an Prof. Dieter Crumbiegel, den Vorsitzenden des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen. Er präsentierte die Arbeiten der beiden ausstellenden Künstler, Joep Albertz und Wiltrud Laser-Mauder. Dabei ging er weniger auf die Bilder selbst, als mehr auf die dahinter stehenden Techniken, Vorstellungen und Intentionen ein.

Crumbiegel räumte zunächst mit der verbreiteten Ansicht auf, eine möglichst naturgetreue Wiedergabe der Wirklichkeit zeuge von höherer Fertigkeit des Künstlers. „Je stärker die Bildmittel Farbe und Form zur Herstellung einer Abbildung benutzt werden, umso weniger können sie als eigenes Ausdrucksmittel eingesetzt werden“, erläuterte er das Vorgehen zum Beispiel von Joep Albertz, der in seinen Bildern ganz bewusst auf die Abbildung oder Darstellung eines Motivs, einer Wirklichkeit verzichtet. „Ich möchte mich auf keinen Stil festlegen lassen“, sagte Albertz, der sich seit 2014 intensiv mit der Malerei beschäftigt.

„Am liebsten mache ich farbige, gegenstandslose Bilder. Das Experiment mit den Farben ist mir große Motivation und Befriedigung.“

Ganz anders gehe Wiltrud Laser-Mauder an ihre Werke heran, erläuterte Prof. Dieter Crumbiegel weiter. Sie stifte einen Bezug zur Wirklichkeit, wenn auch nicht in einem abbildhaften Sinne konkreter Details. „Die Bilder beschäftigen sich thematisch mit der Architektur, lassen aber gleichzeitig viel Raum für selbstständigen Ausdruck.“

Vergänglichkeit ein Thema

Die studierte Grafikdesignerin, Bildhauerin und Kunsttherapeutin Laser-Mauder verwendet die verschiedensten Materialien und Formen für ihre Werke. So kann man nicht nur Bilder, sondern auch eine (ihren Vater zeigende) Betonbüste in den Räumen des Geilenkirchener Amtsgerichts bewundern.

„Die Patina darauf (dünne Schicht auf der Oberfläche, Anm. d. Redaktion) ist volle Absicht. Sie steht für das Element der Vergänglichkeit, das mich derzeit sehr beschäftigt. Daher auch die neuesten Arbeiten mit verbranntem Papier“, erklärte die Künstlerin. Die Ausstellung im Amtsgericht ist noch bis Ende März zu besichtigen.

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