„Neujahrsempfang“: Jungnitsch will nicht klein beigeben

Von: Markus Bienwald
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Bürgermeister Raymond Vlecken aus Landgraaf (v.l.), Gastgeber und Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und der stellvertretende Bürgermeister von Rosny-sous-Bois, Serge Denneulin, stießen auf das neue Jahr an. Foto: Markus Bienwald
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Gut 300 Gäste dürften es gewesen sein, die sich am Samstag zum inzwischen 35. Bürgerempfang der Stadt Übach-Palenberg versammelten. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Gerne wird der Bürgerempfang der Stadt Übach-Palenberg auch als „Neujahrsempfang“ bezeichnet, weil er immer am zweiten Wochenende eines jeden neuen Jahres die passende Gelegenheit zu Rück- und Ausblick bietet.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch begrüßte bei der 35. Auflage im Pädagogischen Zentrum am Samstag viele Gäste aus Lokal- und Regionalpolitik und aus Nachbarkommunen sowie Vertreter von Banken, Institutionen, Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk und anderen Einrichtungen. Auf das neue Jahr stießen auch der stellvertretende Bürgermeister Serge Denneulin aus Rosny-sous-Bois und Raymond Vlecken als Erster Bürger der niederländischen Gemeinde Landgraaf an.

Im vergangenen Jahr wurden die 25-jährige Partnerschaft mit den Freunden aus Frankreich und die 15-jährige Partnerschaft mit den Freunden aus den Niederlanden gefeiert. Die Gäste begrüßte Jungnitsch in ihrer jeweiligen Landessprache. Für die internationale Sprache der Musik standen die Privat-Musikkapelle Scherpenseel und ihr Leiter Günther Preuth bereit. Auch Sängerin Alex Seebald hatte ihren Auftritt, sang das Lied der Stadt Übach-Palenberg, in dem nicht nur Tradition und Gefühl, sondern auch die Liebe zur Stadt thematisiert werden.

Warum die Stadt aus seiner Sicht liebens- und lebenswert ist, verdeutlichte Wolfgang Jungnitsch in seiner Ansprache. Er betonte seinerseits die „vielen lebhaften und dynamischen Entwicklungen in unserer Stadt“, die sich ebenso auf die Diskussion um die Wasserversorgung oder die Sanierung der städtischen Finanzen bezogen. Er lobte die zahlreichen Veranstaltungen, die ohne Sponsorengelder nicht möglich gewesen seien. „Es war nicht immer einfach, manchmal gar schmerzhaft“, umschrieb Jungnitsch die politischen und verwaltungstechnischen Prozesse des Jahres 2015. „Aber, wenn immer alle Angst haben und klein beigeben, wird sich nie etwas ändern“, betonte er mit Blick auf ein seinerseits mit bewegenden Plänen gespicktes neues Jahr.

Nach der Genehmigung des mehrheitlich im Rat verabschiedeten Haushalts soll die „diskriminierungsfreie und transparente Wasserkonzessionsvergabe“, wie Jungnitsch sie nannte, umgesetzt werden. „Die weitere Konsolidierung der Stadtfinanzen bleibt vorrangige Aufgabe“, sagte er weiter, dabei spielen die Lösung der Thematik Stadtbücherei und der Verkauf der Schulgebäude in der Marienberger Schulstraße eine Rolle. Nicht leicht gemacht habe sich der Stadtrat die Erhöhung der Grundsteuer B, „aber weitere Konsolidierungsmaßnahmen waren nicht mehr möglich, denn das hätte ein Kaputtsparen unserer Kommune zur Folge gehabt“.

Dafür machte Jungnitsch auch die im zweiten Jahr in Folge um gut eine Million Euro gestiegene Kreisumlage verantwortlich. Stolz blickte Jungnitsch auf eine seinen Worten nach erfolgreiche und professionelle Wirtschaftsförderung, die Pläne zur Ausweisung neuer Baugebiete und das Vorhaben, die Infrastruktur weiter auszubauen. So soll die Erneuerung der maroden Brücke über die Bahnlinie zum Naherholungsgebiet Wurmtal in Angriff genommen werden.

Klangbrücke und Derivateprozess sind nicht nur Themen aus dem Jahr 2009, sie werden auch in diesem Jahr wieder eine Rolle spielen. Jungnitsch äußerte sich auch zur Flüchtlingssituation. Dies sei auch durch die unerwartet hohe Zahl von hilfesuchenden Menschen eine langfristige Aufgabe. „Asyl wird kein Wirtschaftsflüchtling oder Auswanderer erhalten, aber begründete Asylsuchende“, unterstrich der Bürgermeister.

Dezentrale Unterbringungen werden angestrebt, die Kosten könnten aktuell nur grob kalkuliert werden, aber mittlerweile seien fünf Mitarbeiter der Stadt eng in die Thematik eingebunden. „Auch, wenn für viele keine kurzfristige Lösung absehbar ist, so danke ich denen, die hier vor Ort an Lösungen mitarbeiten“, lobte Jungnitsch insbesondere die vielen Ehrenamtler.

Dennoch gab es auch persönliche Worte an die Flüchtlinge. Es sei selbstverständlich, dass den Flüchtlingen Schutz geboten würde. „Irgendwann wird es in ihren Herkunftsländern wieder Frieden geben, so unsere Hoffnung“, fand Jungnitsch, „wenn Sie dann wieder in Ihre Heimat zurückkehren, hoffe ich, dass Sie neben unserer Gastfreundschaft vielleicht auch die vielen guten Errungenschaften unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens als Erfahrungswerte mitnehmen“. Im Sinne einer gleichberechtigen Behandlung im Sinne des Grundgesetzes hoffte Jungnitsch abschließend darauf, das Zusammenleben „friedlich und menschlich zu verwirklichen“.

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