Übach-Palenberg - Neues Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung in Palenberg

Neues Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung in Palenberg

Von: mabie
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Gesammelte Akten: Ein Griff von Gründer Arnd Hansen ins Register zeigt, wie groß das Register des Fördervereins Frelenberg in den vergangenen Jahren geworden ist. Foto: Markus Bienwald (2)
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Integration im Zentrum von Palenberg: „Im Mühlenhof“ wird demnächst das erste Wohnprojekt des Fördervereins für zwölf Menschen mit Behinderung entstehen.

Übach-Palenberg. Ein Jahr der Neuigkeiten bahnt sich für den Förderverein Kinder und Jugend Frelenberg an. Nicht nur, dass sich der rührige Verein an seinem vor wenigen Monaten erst eingerichteten Bürositz in der Carolus-Magnus-Straße 29 im Herzen von Übach bestens eingelebt hat.

Die Aufbruchsstimmung setzt sich auch mit neuen Planungen fort, welche die Arbeit auch räumlich in eine neue Dimension befördern werden. „Wir planen derzeit mit dem Investor Sebastian Dohmen mitten in Palenberg eine Wohnanlage für Menschen mit einer Behinderung“, sagt Arnd Hansen, Vorsitzender und Motor des Fördervereins.

Auf einer derzeit noch als Parkraum genutzten Fläche „Im Mühlenhof“, direkt gegenüber vom früheren Rewe-Markt in Palenberg, entsteht dann eine Wohnanlage, die speziell für Menschen mit Behinderung geeignet ist. Zwölf von ihnen sollen dort künftig leben, „in einer Art Wohngemeinschaft“, umschreibt Hansen das ehrgeizige Projekt.

Gebaut wird die Anlage mit Hilfe des Investors, der ebenfalls aus Übach-Palenberg kommt. Der Förderverein tritt dann als Betreiber auf und will noch andere Projektpartner aus dem medizinischen Bereich ins Boot holen.

Wegen des künftig wohl stetig wachsenden Tätigkeitsfeldes haben Vordenker Hansen und die Führungsriege des Vereins auch angedacht, eine gemeinnützige GmbH zu gründen. „Das könnte noch in diesem Jahr über die Bühne gehen“, so Hansen, der den Verein 2005 aus der Taufe gehoben hatte. Seit 2007 firmiert der Verein unter dem aktuellen Namen, und Wachstum sowie Erweiterungen des Tätigkeitsfeldes gehörten schon immer dazu. „Wir bieten nicht nur ausdrücklich offene Kinder- und Jugendarbeit an, sondern sind vor allem im Familienunterstützenden Dienst (FUD) sehr aktiv“, wirbt er.

Das Handeln des Vereins scheint jedoch die beste Werbung zu sein und lockt neue Mitglieder an. Bald werden es insgesamt 200 sein, nachdem die Zahl im vergangenen Jahr noch einmal kräftig gestiegen ist. „Dazu haben wir aktuell 75 Klienten aus dem Kreis Heinsberg und der Städteregion Aachen, für die wir in verschiedensten Tätigkeitsfeldern aktiv sind“, berichtet der Vereinsgründer.

Das Büro in der Frelenberger Schildstraße wurde irgendwann einmal zu klein. Nun werden von Übach aus die Fäden hinter der gewachsenen Vereinsstruktur gezogen. In diesem Jahr soll auch noch ein zusätzliches Büro in Aachen eröffnet werden. Die Netze, die sich der Förderverein über die inzwischen gut elf Jahre seiner Tätigkeit gespannt hat, sind riesig. Mittlerweile ist daraus ein dichtes Netzwerk geworden. Eigene Benefizveranstaltungen gehören längst dazu.

Stolz darf Arnd Hansen sicherlich darauf sein. Als gelernter Kaufmann ist er sich dennoch der professionellen Umsetzung seines Anspruchs, Ansprechpartner für alle zu sein, bewusst. „Wir haben festgestellt, dass der Bedarf immer größer wird, weil es immer mehr Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung gibt“, sagt Hansen.

Dem FUD des Fördervereins kommt dabei eine immer größere Bedeutung zu. Der Dienst ist nicht nur beim Ausfüllen behördlicher Formulare wie beispielsweise zu Leistungen von Bildung und Teilhabe oder bei der Beantragung von Pflegestufen und Schwerbehindertenausweisen behilflich. Hansen bezieht auch seine eigene Familie in die Arbeit ein, denn mit Fabian hat der Familienvater einen Sohn, der durch seine Behinderung viel Aufmerksamkeit, Zeit und Energie einfordert.

Darum will Hansen seine Arbeit auch ein wenig anders verstanden wissen, als es vielleicht andere Anbieter auf diesem Gebiet tun. „Wir versuchen, einen familiären Ansatz in unsere Arbeit hereinzubringen“, sagt er. Priorität hat dabei, das soziale Umfeld der Kinder aufzubauen und auch durch gemeinsame Aktionen oder Sport für eine gute Struktur zu sorgen. „Ich sehe es bei Fabian, wie schwierig es ist, soziales Miteinander in Betreuungsstrukturen aufzubauen“, sagt er.

Dabei fordert gerade die Betreuung behinderter Kinder die Eltern sehr. „Für Kinder mit einer Behinderung muss man viel mehr tun“, weiß er aus eigener Erfahrung, „da muss man 24 Stunden am Tag emotional und physisch da sein“.

So gehört zur Arbeit des Vereins auch dazu, einmal durch Betreuung Freiräume für Eltern zu schaffen. Für Hansen, der selbst durch eine fortschreitende Krankheit gesundheitlich stark eingeschränkt ist, bleibt die To-Do-Liste am Anfang des Jahres nicht nur gleich groß wie es vielleicht bei anderen Vereinsmenschen ist.

Die lange Liste zeigt vielmehr, wie umfangreich Sozialarbeit im Verein sein kann. Ehrgeizige Pläne und der große Spagat zwischen viel Engagement und wenig Bekanntheit sind letztlich nur über Spenden und Mitgliedsbeiträge zu finanzieren.

Aber das Geld, schließt Hansen, das soll nur eine Rolle spielen, wenn es den Kindern und Klienten zugutekommt. „Das große Geld machen wollen wir bestimmt nicht“, sagt er und freut sich trotz mannigfaltiger Aufgaben auf das anstehende, wenn auch anstrengende neue Jahr.

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