Neues Windrad versorgt 1500 Haushalte mit Strom

Von: red
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Mehr als 4,1 Millionen Kilowattstunden soll das Windrad der NEW zwischen Übach-Palenberg und Geilenkirchen liefern.

Übach-Palenberg. Das Original hätte nicht reingepasst ins Büro von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (CDU). Wohl aber ein Modell: Im Maßstab 1:336 gehalten, steht nun ein metallenes Abbild des jüngst von der NEW-Tochter „Re“ installierten Windrades im Chefbüro. Energie liefert es natürlich nicht, der Dreh am Rotorblatt dient nur dem Spieltrieb.

Das ist bei seinem lebensechten Pendant naturgemäß ganz anders. 95 Meter misst allein die sogenannte Nabenhöhe, der Dreh- und Angelpunkt, in dem die Rotorblätter montiert sind. Steht eins der Blätter im Zenit, ist die gesamte Anlage des Herstellers „Vestas“ satte 140 Meter hoch. Mitte Januar begannen die Arbeiten mit einem riesigen Kran, der an mehreren Tagen im Einsatz war. Dabei wurden auch die einzeln 45 Meter langen Rotorblätter an der Nabe montiert, und seit Anfang Februar produziert das inzwischen vierte eigene Windrad der NEW an der B 221 zwischen Übach-Palenberg und Geilenkirchen umweltfreundliche Energie.

Der technische Vorstand der NEW, Armin Marx, und NEW-Re-Geschäftsführer Tafil Pufja stellten das Projekt nun im Rathaus vor. „Das Windrad hat eine Nennleistung von zwei Megawatt“, sagte Marx. „Die Leistung wird direkt ins Netz eingespeist und kann etwa 1500 Haushalte mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 2700 Kilowattstunden versorgen.“

Rechnerisch sollen gut 4,1 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzielt werden. Und es gab noch mehr Zahlenwerk zu vermelden: 2,8 Millionen Euro war dem Investor NEW die gesamte Anlage wert, dazu werden im Vergleich zur Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen jährlich mehr als 3100 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Die Anlage leistet auch ihren Beitrag zu den inzwischen fast 30 Prozent Naturstromanteil am NEW-Energiemix und ist Teil einer Offensive für regenerative Energien. „Unser Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro in erneuerbare Energien zu investieren“, erklärte Marx weiter. Diese Hausnummer gelte für das gesamte NEW-Gebiet entlang des Niederrheins. Vor Ort investierte der Versorger schon 2013 in einen Windpark in Geilenkirchen.

„Es geht uns darum, die alternativlose Energiewende aktiv mitzugestalten“, schloss Marx. Ob es in Übach-Palenberg künftig noch mehr Windräder gibt, stand bei diesem Termin noch nicht fest. Wohl aber, dass generell weniger der Bau an sich, sondern vielmehr das Baurecht allgemein einen Strich durch die Rechnung machen kann.

In Übach-Palenberg kam es zwar nicht dazu, dass das Rad überhaupt nicht errichtet werden durfte. Dennoch liegt die Anlage mit ihren „nur“ 140 Metern Höhe größen- und auch leistungsmäßig etwas unterhalb dessen, was sich Energieversorger aktuell so unter einer Windkraftanlage vorstellen. „Standard sind Gesamthöhen von um die 200 Meter und damit Leistungen ab drei Megawatt“, weiß Armin Marx. Allerdings sind bei einer solchen Anlage die Kosten auch höher. Bei rund fünf Millionen Euro Investitionskosten fangen dann erst die Räder an, sich zu drehen. Da dürfte sich die zugegebenermaßen funktionslose Miniausgabe in des Bürgermeisters Kämmerlein schon günstiger gestaltet haben.

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