Neues Windrad für drei Millionen Euro

Von: Udo Stüßer
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45 Meter lang ist jedes Rotorblatt, das hier an der B 221 für die Montage vorbereitet wird. Die Mitarbeiter der Firma Vestas hoffen in den nächsten Tagen auf Windstille. Foto: Udo Stüßer
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Das 80 Tonnen schwere Maschinenhaus wurde am Freitag auf den 95 Meter hohen Turm gesetzt. Foto: Udo Stüßer
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Bauleiter Bleick Rokowski kontrollierte das Befestigungsmaterial. Foto: Udo Stüßer
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Mit Seilen wurde der Aufsatz in die richtige Richtung gezogen. Foto: Udo Stüßer
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Drei Millionen Euro kostet die 140 Meter hohe Anlage Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Die beiden aus Norddeutschland stammenden Andre Meyer und Bleick Rokowski sind ebenso wie ihre etwa 20.000 Kollegen auf allen Kontinenten zu Hause. Derzeit leiten der Projektleiter und der Bauleiter ein 20 Mitarbeiter großes Team der weltweit agierenden Firma Vestas, das im Auftrag der NEW Re GmbH ein Windrad an der Bundesstraße 221 zwischen Geilenkirchen und Übach-Palenberg errichtet.

In der vorigen Woche begannen bereits die Vorbereitungen, an einem einzigen Tag wurde dann der Turm errichtet, am Freitag wurde mit Hilfe eines 125 Meter hohen Krans das 80 Tonnen schwere Maschinenhaus auf den 95 Meter hohen Turm aufgesetzt und befestigt. Insgesamt misst das Windrad bis zur Flügelspitze dann 140 Meter.

Meter für Meter wurde das Maschinenhaus am Freitag langsam in luftige Höhe transportiert und auf den Turm gesetzt, im Inneren des Turms wartete ein Trupp, der an der Spitze die Endmontage vornahm. „Dieses Windrad zählt noch zu den kleineren Anlagen, mittlerweile bauen wir schon 210 Meter hohe Windräder“, erklärt Projektleiter Andre Meyer. „Je größer die Höhe ist, desto größer ist die Windgeschwindigkeit und damit auch der Ertrag“, erklärt er weiter.

Die Mitarbeiter des dänischen Unternehmens Vestas kommen aus aller Herren Länder, ebenso die Bauteile. Während die an der B 221 angelieferten Rotorblätter aus deutscher Produktion stammen, wurden das Maschinenhaus aus Italien und die Turmteile aus Tschechien angeliefert.

Die für Vestas im Einsatz befindlichen Teams werden immer neu zusammengewürfelt. „Diese Arbeit birgt ein hohes Gefahrenpotenzial. Deshalb hat Sicherheit bei uns oberste Priorität. Wenn man sich im Kollegenkreis schon lange kennt, vertraut man einander und achtet nicht so genau darauf, ob jemand Fehler macht. Einen neuen Kollegen kann man einfacher auf eventuelle Fehler hinweisen“, erklärt Bauleiter Bleick Rokowski den Grund für die immer wieder neu zusammengesetzten Einsatzteams.

Um die Einzelteile in luftige Höhe zu transportieren, benötigen die Fachleute spezielle Hebewerkzeuge, die an den Kran angebracht werden. Jedes Werkzeug ist geprüft und versiegelt. „Stellen wir fest, dass ein Siegel nicht in Ordnung ist, darf das Werkzeug nicht verwendet werden. Dann muss der weitere Aufbau notfalls ruhen, auch wenn uns das 10.000 bis 15.000 Euro am Tag kostet“, sagt Rokowski. Entscheidend für den Aufbau ist auch die Windgeschwindigkeit. „Bis zu einer Windgeschwindigkeit von etwa 30 bis 35 km/h können wir bauen. Der Kranführer hat immer die Windgeschwindigkeit im Auge“, erklärt der Bauleiter.

Wenn allerdings die 45 Meter langen Rotorblätter befestigt werden, sollte am besten Windstille herrschen. „Und wenn alles fertig montiert ist, sollte viel Wind da sein“, lacht Rokowski. Darauf hofft auch Tafil Pufja, Geschäftsführer der NEW Re GmbH, die drei Millionen Euro in dieses Windrad investiert hat. Rund 1500 Haushalte soll die Anlage mit Strom versorgen. „Unser Ziel ist es, in der Region in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen in erneuerbare Energie zu investieren“, sagt Pufja. Derzeit wird das vierte Windrad für NEW Re errichtet.

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