Neues Wahrzeichen: „Hühnermarkt“ erinnert an vergangene Zeiten

Von: agsb
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Kunstwerk erinnert an die Ortsgeschichte: Auf dem Hühnermarkt in Scherpenseel picken im Bereich des einstigen Hauses Offermanns wieder Hühner nach Futter. Foto: agsb

Übach-Palenberg. Sie picken schon seit einiger Zeit, jetzt wurden sie ihrer offiziellen Bestimmung übergeben: Drei Hühner, gefüttert von einer auf einem Stein sitzenden Person, scharren in Scherpenseel im Kies. Künstler Willi Arlt hat diese Skulptur entworfen, das Werk soll an alte Scherpenseeler Zeiten und Traditionen erinnern.

An der jetzigen Heerlener Straße floss einst ein Bach, der in einen Teich in diesem Bereich des Hühnermarktes mündete. Hier war damals auch ein Kindergarten beheimatet, für die Kinder ein idealer Wasserspielplatz. Auf dem Hühnermarkt selbst standen schon früher kleine Kastanienbäume, die mittlerweile zum Wahrzeichen der Heerlener Straße geworden und zur stattlichen Reife gewachsen sind.

Als die Straße zum Kieswerk (im Volksmund Weberkies) um die 1920/30er Jahre angelegt wurde und Scherpenseel nach Überlieferung von Johann und Josef Derichs (beide verstorben) eine Wasserleitung erhielt, wurde der Tümpel zugeschüttet und der Bach umgeleitet.

Nicht nur am Hühnermarkt wohnten damals sogenannte „Honderkrime“ (Hühnerhändler), die Eier und Butter verkauften. Sonntags ließen sie ihre Hähne – der Händler ganzer Stolz – in Hahnenkämpfen gegeneinander antreten. Bei dieser Gelegenheit wurden auch Hühner verkauft, die dann teilweise in Körben zur Besichtigung ausgestellt wurden.

Die Scherpenseeler Junghennen und Junghähne waren sehr begehrt, Scherpenseel wurde für Jahre zum „Hühnerzentrum“ für die Region und darüber hinaus.

Mit und mit verlor der Hühnermarkt diesen Status, auch die Geschäfte der Bauern und Händler ließen nach. Der Hühnermarkt hat seit dieser Zeit seinen Volksmundnamen trotzdem nie verloren.

Dieser Blick in die Geschichte zur Eröffnung des Kunstwerks „Hühnermarkt“ ließ sowohl die Anwohnen als auch die auswärtigen Gäste staunen. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch: „Dieses Kunstwerk nimmt uns mit auf die Reise in die Vergangenheit, hält die Geschichte Scherpenseels und unserer Stadt lebendig“.

Der Bürgermeister dankte dem Künstler, den Sponsoren und dem CDU-Ortsverband Scherpenseel/Siegenbusch/Windhausen zur Idee und zur Bereitschaft, die Grünpflege zu übernehmen. Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers lobte, dass durch das Kunstwerk die Historie und Tradition gepflegt und an die Jugend vermittelt werde.

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