Neues Gelo-Bad kommt an: Von Aquapower bis Frühschwimmen

Von: Udo Stüßer
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Rund 30 Badegäste treffen sich dienstags zum Aquapower. Bei diesem Intensivtraining im Wasser werden Muskeln aufgebaut und die Ausdauer trainiert. Dabei handelt es sich um ein offenes Angebot. Foto: Udo Stüßer
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Sie leitet das neue Gelo-Bad: Veronika Heupgen will für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen. Foto: Udo Stüßer
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Aqua-Instructor Christian Koppers führt am Beckenrand Sportübungen vor. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Flotte Musik dringt aus den Lautsprechern. Aqua-Instructor Christian Koppers steht am Beckenrand, führt Sportübungen vor und animiert die Schwimmer zum Mitmachen. Die rund 30 Badegäste, überwiegend Frauen, haben sichtlich Spaß am Sport. Aquapower im neuen Geilenkirchener Gelo-Bad: Ein Intensivtraining für den ganzen Körper, bei dem Muskelaufbau und Ausdauer trainiert werden.

Bis zu 800 Kilokalorien sollen bei diesem gelenkschonenden Training im Wasser pro Stunde verbraucht werden, verspricht die Leiterin des im Juni eröffneten Gelo-Bades, Veronika Heupgen.

Nicht nur die Schwimmer freuen sich an diesem Abend über das neue Bad. Auch bei Herbert Brunen, Beigeordneter der Stadt Geilenkirchen, Gort Houben, Leiter des städtischen Amtes für Bildung und Wirtschaft, und dessen Kollegen Detlef Kerseboom steht das Stimmungsbarometer ganz oben. Besuchten das alte, vor Jahren abgebrannte Geilenkirchener Hallenbad täglich etwa 100 bis 120 Menschen, so freut sich Veronika Heupgen wenige Wochen nach der Eröffnung bereits über 220 bis 250 Badegäste am Tag. „Eine tolle Sache für Geilenkirchen, aber auch eine Herausforderung“, kommentiert Houben diese Zahlen.

Bereits seit Januar im Einsatz

Bereits um 6.15 Uhr öffnet die Badleiterin gut gelaunt die Türen für die Frühschwimmer. 20 bis 30 sind es jeden Tag. Manche der Badegäste kennt Veronika Heupgen bereits mit Namen. „Ich möchte in diesem Bad für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen“, sagt sie. Nicht auszuschließen ist, dass sie demnächst die ersten Gäste am Morgen mit einer Tasse Kaffee begrüßt. Ab 8 Uhr kommen dann die ersten Schulklassen.

Bereits seit Anfang des Jahres ist Veronika Heupgen, Fachangestellte und geprüfte Meisterin für Bäderbetriebe, in Diensten der Stadt Geilenkirchen. Die in Neuss lebende Frau hat bis dahin bei den Bädern in Düsseldorf gearbeitet. „Wir haben sie bereits im Januar eingestellt, damit sie die Endphase des Badausbaus begleiten und sich in die moderne Technik des Bades einarbeiten konnte“, sagt Brunen. Die Meisterin für Bäderbetriebe ist verantwortlich für die Technik, für den Badebetrieb und die Sicherheit im Bad. Dreimal am Tag messen sie und ihre Kollegen die Wasserwerte und sorgen ständig für sichere Laufwege im Bad.

Stolz ist sie darauf, dass sie die Erste war, die ins Wasser des neuen Gelo-Bades springen durfte, noch vor Bürgermeister Georg Schmitz, noch vor der offiziellen Eröffnung. „Da war das Wasser mit 17 Grad richtig kalt“, denkt sie zurück und bekommt dabei noch eine Gänsehaut. Inzwischen beträgt die Wassertemperatur des Sportbeckens 28 Grad, des Vario-Beckens 30 Grad und des Planschbeckens 32 Grad.

Unterstützt wird die Badleiterin von den Fachangestellten für Bäderbetriebe Katharina Gehlen, Christian Koppers und Marvin Kirwald. Zum Team gehören auch die Badewärter Ronny Biewendt, Rosi Körlings und Karina Brausten, die Aufsicht führen, aber auch an der Kasse sitzen und für die Reinigung zuständig sind. Seit der vergangenen Woche gibt es mit Andre Black auch den ersten Auszubildenden im Bad.

Nicht nur das Bad ist neu, auch solch ein Sportprogramm hat es im alten Bad nicht gegeben. Da ist beispielsweise das Aquajogging, ein gelenkschonendes Herzkreislauf- und Kraftausdauertraining, das der Stärkung des Stütz- und Bewegungsapparates dient. Gejoggt wird bei einer Wassertiefe von 1,80 Metern. Für die Teilnehmer gibt es Aqua-Jogging-Gürtel, die dem Wassersportler Auftrieb geben. Man schwebt förmlich beim Joggen im Wasser und verbraucht dabei 800 Kilokalorien in der Stunde. Allerdings ist der geschlossene Kurs mit 30 Teilnehmern ausgebucht. Während der Aquapower-Kurs dienstags von 18 bis 18.45 Uhr bei einer Gebühr von 3,50 je Einheit (zehn Einheiten 30 Euro) für alle offen ist und keiner vorherigen Anmeldung bedarf, ist das Aquatrampolinspringen ebenfalls wieder ein geschlossener Kurs Bis zu 1000 Kilokalorien werden in der Stunde auf dem Trampolin, das in einer Wassertiefe von etwa 1,20 Metern steht, verbraucht. Acht Trampoline stehen zur Verfügung, jedes Trampolin wird in der 45-minütigen Einheit von zwei Badegästen abwechselnd genutzt, weil dieser Sport sehr anstrengend ist. Beide Kurse sind bereits ausgebucht. „Es wird aber Folgekurse geben“, verspricht Veronika Heupgen. Möglich ist dieses Sportangebot, das künftig ausgebaut werden soll, dadurch, dass alle hier beschäftigten Fachangestellten für Bäderbetriebe auch Aqua-Instructor sind.

Wer es von den älteren Herrschaften etwas ruhiger mag, der ist bei der Senioren-Gymnastik dienstags von 13.15 Uhr bis 14 Uhr gut aufgehoben. Hier erleben die Schwimmer bei einer Gebühr von 1,50 Euro je Einheit (Zehnerkarte 12 Euro) Spaß in der Gruppe, können bei dem gelenkschonenden Training das Herz- und Kreislaufsystem stärken, Kondition und Muskeln aufbauen und gleichzeitig Entspannung finden.

Nicht nur Schwimmunterricht für Kinder findet man im Angebot, auch Erwachsene sind angesprochen: „Sie können mit uns ihren Schwimmstil verbessern oder neue Stile erlernen“, sagt Veronika Heupgen, die an die etwa 40 Jahre alte Schwimmerin denkt, die Kraulen lernen wollte, aber über eine ganze Bahn hinweg das Atmen vergessen hatte. „Es gibt leider viele Erwachsene, die gar nicht schwimmen können“, hat die Badleiterin festgestellt. Sie selbst hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, demnächst will sie sich auch bei der DLRG anmelden.

Die Verantwortlichen freuen sich sicherlich über das große Interesse an dem Sportangebot, die Nachfrage nach weiteren Angeboten ist groß. Gort Houben verweist aber darauf, dass man Kompromisse schließen muss. „Wir haben hier Früh- und Schulschwimmen, wir haben das Familienbad am Tag und das Sportschwimmen am Abend. Unsere Besucher sind Nichtschwimmer, unsichere Schwimmer, gute Schwimmer, Schwimmer mit und Schwimmer ohne Kinder. Und all deren Wünsche müssen wir berücksichtigen. Wir werden so nach und nach die Stellschrauben drehen“, sagt er.

Die Verwaltung hat natürlich auch ständig die Kosten im Blick. Brachte das alte Bad der Stadt jährlich ein Defizit von rund 400.000 Euro ein, so wird der Zuschussbedarf nicht mehr ganz so groß. Mehr Besucher bedeuten natürlich auch mehr Einnahmen. „Die moderne Haustechnik ist so ausgelegt, dass die Betriebskosten niedriger sind. Das Bad braucht weniger Strom und weniger Wasser, die Heizkosten sind niedriger, und die Abwasser sind auch weniger“, sagt Brunen.

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