Neues Feuerwehrgerätehaus: Mieten oder selbst bauen?

Von: rh
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Das alte Feuerwehrhaus in Scherpenseel hat bald ausgedient, das neue wird entweder angemietet oder von der Stadt selbst gebaut. Foto: mabie

Übach-Palenberg. Der CDU-Fraktion dauerte das Verfahren nun wirklich zu lange. Dieses „ewige Hin und Her” sei er leid, äußerte sich Fraktionschef Gerhard Gudduschat. Um den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Scherpenseel zu forcieren, hatte die CDU dem Stadtrat einen Antrag vorgelegt, die Verwaltung möge „unverzüglich” ein Konzept zum Neubau des Gebäudes erarbeiten.

Der Antrag beinhaltete aufgrund der Ratsbeschlüsse aus dem September vorigen Jahres auch die Festlegung, dass die Stadt als Bauherr auftritt.

Die CDU verband damit jetzt den Platz für das Gerätehaus neben der Schulturnhalle an der Grotenrather Straße. Das habe man sich lange und gut überlegt, betonte Gerhard Gudduschat mit Blick auf die Variante als Mietobjekt statt der kalkulierten Investition von rund 680.000 Euro.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende nahm auch den Feuerwehrchef der Stadt, Friedel Mannheims, beim Wort, der dem Areal neben der Schule Noten wie „bester Standort”, „ideal” und gar „für die Löschgruppe Scherpenseel das Optimum” gegeben hatte. Also ein Ja zum Projekt!

Das sei so einfach nicht, widersprach SPD-Fraktionsvorsitzender Heiner Weißborn. Nach wie vor gelte es, die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Dem rund 700.000 Euro-Invest der Stadt - der Grundstückspreis käme noch hinzu - stünde nach Studie der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) Sparpotenzial bei einem Mietvertrag mit einem Fremdinvestor entgegen. Von einer Summe bis zu 50.000 Euro sei die Rede.

Überrascht von einem „plötzlichen Sinneswandel” schien nicht nur Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll. Auch Corinna Weinhold (UWG) wunderte sich über das Zahlenspiel der SPD, ließ sie sogar Parallelen zu einem „türkischen Basar” ziehen. Sowohl Standort als auch städtischer Eigenbau, wie von der CDU vorgeschlagen, fände die Zustimmung der Unabhängigen Wähler.

„Richtig und wichtig”

Ein neues Gebäude für die Ortsfeuerwehr sei „richtig und wichtig”, legte sich Heiner Weißborn fest. Aber weil Finanzierung wie auch die Standortvorentscheidung nicht kritikfrei seien, habe die SPD nach Alternativen gesucht.

Es gebe aber technische Zwänge für einen schnellen Entscheid in der Sache, forderte Gerhard Gudduschat, der vor einer Zahlendebatte in der Öffentlichkeit warnte.

Dem CDU-Appell, das Projekt in Eigenregie nicht mehr länger aufzuschieben, folgte der Ratsvorsitzende. Auch mit der Warnung, bei einem so publikumssensiblen Stichwort wie der Feuerwehr den „Eiertanz”, wie er nun seit einem Vierteljahr gepflegt werde, nicht mehr fortzusetzen. Vor allem dürfe es eines nicht werden: ein Wahlkampfthema.

Die Fraktionen hatten sich festgelegt, eine Stimme fehlte im Rat, das Votum endete mit einem 16:16-Patt, das - weil ohne Mehrheit - den Antrag platzen ließ. In kurzer Nachdebatte signalisierte SPD-Sprecher Heiner Weißborn jedoch den Willen, das Projekt nicht durch Verfahrensfragen aufzuhalten.

Auf Anfrage dieser Zeitung nannte er das Abstimmungsergebnis aus dem Stadtrat „einen Pyrrhus-Sieg”, wenn es um reale Mehrheiten gehe. Wenn diese den Eigentumsbau favorisiere, bliebe selbst die etwas günstigere Miet-Variante auf der Strecke. Jetzt solle schnell gehandelt werden, nahm sich der SPD-Sprecher in die Pflicht, mit seiner Fraktion und anderen Stadtverordneten den Weg zum Ziel und zu den nötigen Verträgen zu klären. „Es geht darum, der Feuerwehr zu helfen”, sagt Weißborn, „selbst wenn´s dabei um 50.000 Euro geht.”
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