Neuer Träger für katholische Kindergärten

Von: Franz Windelen
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Der Kindergarten ist ein Dienstleistungsunternehmen und muss deshalb nach Einschätzung der Ubach-Palenberger Pfarr-Verantwortlichen für die Zukunft gut aufgestellt sein. Foto: imago

Übach-Palenberg. Die Verschmelzung der sechs Pfarrgemeinden in Übach-Palenberg wirkt sich auch auf die katholischen Kindergärten im Stadtgebiet aus. Und das auch ab dem 1. Januar 2010. Mit gravierenden Folgen.

Die fünf Einrichtungen werden nicht mehr in Eigenregie der jeweiligen Pfarren stehen, sondern sie werden mit der „Pro Multis gGmbH” einen neuen, ebenfalls katholischen Träger erhalten.

Gründe und Perspektiven dieser Neuerung in der Gemeinde St. Petrus erläutert Margret Rutte, die dem neuen Kirchenvorstand angehört und zuvor Pfarrgemeinderatsmitglied in St. Dionysius Übach war. Als Beauftragte der Pfarre St. Petrus für Kindergarten-Angelegenheiten hat sich Margret Rutte eingehend mit der Problemlösung beschäftigt und ist fest überzeugt: „Wenn wir die Zukunft der Kindergärten sichern wollen, müssen wir uns einem kompetenten Träger anschließen. Mit Pro Multis im Rücken können wir auf einen starken Partner in wirtschaftlichen, sozialen, kirchlichen und pädagogischen Fragen zurückgreifen.”

In der Praxis bedeutet dies: Die rund 40 Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen, Kindergartenpflegerinnen, Sozialpädagoginnen und die Reinigungskäfte in Übach, Boscheln, Marienberg, Frelenberg und Palenberg erhalten einen neuen Arbeitgeber. Die Betreuungsverträge, die mit den Eltern der rund 400 Kinder geschlossen wurden, haben weiterhin Bestand.

Dienstleistungsunternehmen

Warum dieser Einschnitt? Der Kindergarten ist nach Angaben von Margret Rutte ein Dienstleistungsunternehmen für Kinder, Eltern und Familien, er unterliegt also auch wirtschaftlichen Zwängen und Regeln. „Wir als Laien und Ehrenamtler können die gesetzlichen, finanziellen und personellen Anforderungen und Entwicklungen nicht mehr in verantwortbarem Maße gestalten und abwickeln”, begründet die Übacherin die Übergabe an Pro Multis, der katholischen gGmbH aus Mönchengladbach, die ihren Wirkungskreis im Zuge der Fusion auf die katholische Region Heinsberg ausdehnt.

Doch längst nicht alle fusionierenden Pfarren im Kreis Heinsberg teilen offensichtlich die Einschätzung der Übach-Palenberger Katholiken; denn neben St. Petrus sind - bislang - nur die Gangelter und Birgdener Gemeinden dem Kindergarten-Verbund beigetreten. Mit dem Ja zu „Pro Multis” geben die Pfarren ihre personelle und wirtschaftliche Entscheidungshoheit an den neuen Träger ab; sie agieren lediglich als Kooperationspartner, die jedoch Eigentümer der Kindergarten-Räumlichkeiten bleiben.

„Dieser Kompetenzverlust schreckt viele Pfarren von einer Übergabe ab”, glaubt Margret Rutte. Sie und ihre Pfarr-Kollegen wollen jedoch den Blick vor der harten Realität nicht verschließen: „Die Gesellschaft ändert sich, und mithin auch die Kirche. Mit der Fusion wird noch irre viel Arbeit auf Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat zukommen. Vor diesem Hintergrund sind unsere Kindergärten beim neuen Träger gut aufgehoben.”

Vor der Kulisse vieler Unwägbarkeiten, gerade in Zeiten von KiBiz und knapper Kassen, sei es zusehends schwierig geworden, einen Kindergarten personell wie finanziell in ruhigem Fahrwasser zu halten. „Ein breit aufgestellter Träger hat da andere, vor allem synergetische Möglichkeiten. Er kann etwa bei einer Unterbelegung der Kindergarten-Gruppen Personal abziehen und an anderer Stelle einsetzen. Das ist effektives Arbeiten, das zugleich Arbeitsplätze sichert.”

Die Gründung eines eigenen Träger-Konstrukts für die Region Heinsberg hat sich nach Angaben von Margret Rutte erst gar nicht gestellt: „Der Bischof hätte ein solches Vorhaben negativ beschieden, das Bistum Aachen hat uns nahe gelegt, sich Pro Multis anzuschließen.” Was St. Petrus schließlich tat und nicht bereut: „Der Träger ist bildungs- und familienorierentiert, und er verfolgt einen guten religionspädagogischen Ansatz, der auch Raum für Nicht-Katholiken lässt.”

„Die Weichen richtig gestellt”

Die Verantwortlichen unter den sechs Kirchtürmen von St. Petrus sind mit ihrer ersten wichtigen gemeinsamen Entscheidung im Klaren - Kirchenvorstand Margret Rutte: „Die Weichen sind früh, aber richtig gestellt.”
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