Neuer Chefarzt: „Das Team muss immer mitreden können“

Von: Udo Stüßer
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Übernimmt den Posten des Chefarztes von Simeon Matentzoglu: Dr. Michael Plum. Matentzoglu bleibt den Gangelter Einrichtungen als leitender Arzt erhalten. Foto: Udo Stüßer

Gangelt. Er ist Mediziner und Manager, Therapeut und Teamplayer: Dr. Michael Plum ist neuer Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Fachkrankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf. Der bisherige Chefarzt Simeon Matentzoglu bleibt dem Unternehmen als Leitender Arzt erhalten.

„Simeon Matentzoglu, den ich noch sehr gut aus meiner Studienzeit kenne, ist ein exzellenter Psychiater, der mittlerweile so viele Patienten hat, dass es mit der gleichzeitigen Tätigkeit als Ärztlicher Direktor nicht mehr zu vereinbaren ist“, nennt der neue Chefarzt einen Grund für den Wechsel.

Im Herzen Eilendorfer

Der ehemalige Chefarzt sei nicht zurück-, sondern zur Seite getreten, um mehr Zeit für seine Patienten zu haben. Plum, gebürtiger Stolberger, im Herzen aber immer Aachen-Eilendorfer, sieht sich selbst als Mediziner und Manager. Das Gesundheitsmanagement betrachtete er schon früh als eine Herausforderung.

In Aachen, Köln und Rio studierte Plum Medizin, legte 1987 im Aachener Klinikum die Facharztprüfung als Anästhesist ab und wechselte zum Aachener Luisenhospital. Schnell wurde ihm klar, wie wichtig die Kommunikation zwischen Medizinern und Ökonomen ist. „Gute Medizin braucht solide Zahlen“, erklärt er. Er bewarb sich für die Teilnahme am Projekt „Einführung der kommunalen Gesundheitskonferenz“ des Gesundheitsministeriums. Zwei Jahre arbeitete er für dieses Projekt im Aachener Gesundheitsamt. Er bekam während dieser Arbeit unter anderem gute Kontakte zu Psychiatern – und wurde Mitglied in der psychosozialen Arbeitsgemeinschaft.

Eine neue Herausforderung

1999 wechselte er als Assistenzarzt zum Alexianer Krankenhaus Aachen und absolvierte eine Facharztausbildung zum Psychiater und Psychotherapeuten. Es folgte eine Weiterbildung in ärztlichem Qualitätsmanagement bei der Ärztekammer Nordrhein. 2004 wurde Plum Oberarzt und leitete die erste Zertifizierung des Alexianer Krankenhauses. 2009 wurde er hier Chefarzt und Ärztlicher Direktor.

Mit dem Management von Psychiatrischen Kliniken war die nächste Weiterbildungsmaßnahme in den Jahren 2013/2014 überschrieben. In all diesen Jahren hatte Plum den Kontakt zu seinem ehemaligen Kommilitonen Simeon Matentzoglu nicht verloren. Der überzeugte ihn schließlich, nach Gangelt zu kommen. Hier sieht Michael Plum eine neue Herausforderung. „Das Haus hat einen guten Ruf. Und meine Art zu arbeiten passt gut zum Leitbild“, erklärt er.

Aufgewachsen mit fünf Brüdern bestimmen seit der Kindheit Teamgeist und ein starkes Wir-Gefühl sein Leben, erklärt der Chefarzt. Das will er auch auf die Gangelter Einrichtungen übertragen. „Wir müssen gemeinsam arbeiten, gut kommunizieren und gemeinsam tragfähige Lösungen finden. Meine Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass die Mitarbeiter die Ziele verstehen und mittragen.“

Eine psychiatrische Klinik könne nur seelische Gesundheit schaffen, wenn sie selbst in sich gesund sei. „Wir brauchen gute Mitarbeiter, die verstehen, dass man nur gemeinsam stark ist und nur gemeinsam etwas für die Patienten erreichen kann.“ Plum sieht sein Bestreben darin, „Aufgaben und Ziele transparent zu kommunizieren und auf die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter zu hören“. Das Team müsse immer mitdiskutieren können.

Ambulant vor stationär

Künftig, so ist sich der Ärztliche Direktor sicher, müssten sich auch Psychiatrische Kliniken in ihren Arbeitsabläufen neu orientieren. „Wir werden mit wenigen psychiatrischen Betten der wachsenden Nachfrage im Kreis Heinsberg gerecht werden. Eine Flexibilisierung ist erforderlich. Ganz klar gilt: ambulant vor stationär.“

Patienten müssten vermehrt zu Hause betreut werden, man müsse dort die Familien und unter Umständen Nachbarn mit einbeziehen, man müsse Verständnis vor Ort schaffen. „Das ist sicherlich die Zukunft. Aber manche Patienten brauchen den Schutz der Station. Die wird immer notwendig sein.“

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