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Neuer Amtsgerichtsdirektor ist ein „guter alter Bekannter“

Von: Rainer Herwartz
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Helmut Bongartz und seine Ehefrau (Mitte) nahmen Glückwünsche von Stefan Weismann (links), Stephan Pusch und Wolfgang Dieder entgegen. Foto: Reiner Herwartz

Kreis Heinsberg. In ihrem gedeckten Zwirn wirken sie auf den ersten Blick meist, wie es die Seriosität ihrer Tätigkeit wohl verlangt: ein wenig steif. Wer jedoch glaubt, die Damen und Herren, deren Dienstkleidung eine schwarze Robe und deren Arbeitsplatz gemeinhin der Gerichtssaal ist, seien allesamt mit einem staubtrockenen Naturell geschlagen, hätte bei der offiziellen Amtseinführung des neuen Amtsgerichtsdirektors Helmut Bongartz in Heinsberg einmal Mäuschen spielen sollen.

Nicht nur im Small Talk wurde da gewitzelt und mit amüsanten kleinen Seitenhieben nicht gespart. Landgerichtspräsident Dr. Stefan Weismann eröffnete den Reigen der Redner. „Sie haben einen bewegten beruflichen Werdegang, der sie in herausragender Weise zu ihrem neuen Amt befähigt“, bescheinigte er Bongartz fachliche Kompetenz. Doch auch menschlich stehe er so im Leben, dass er das Zeug dazu habe, ein Amtsgericht zu führen. „Sie zeichnen sich durch eine besondere Konstante in ihrem Leben aus“, spielte Weismann auf die glückliche Ehe an, die Bongartz seit 1982 führe.

„Zuversicht, Gelassenheit und Humor“ nannte Weismann als prägende Wesenszüge des neuen Amtsgerichtsdirektors. Diese sind es denn vielleicht auch, die ihm dabei helfen, mit täglichen Problemen wie dem Personalengpass bei den Gerichtsvollziehern fertig zu werden. „Ich weiß, dass alle Bediensteten ein strammes Pensum zu leisten haben“, meinte Weismann. Und das bezog er nicht nur auf die Gerichtsvollzieher.

Landrat Stephan Pusch, selbst Jurist, hatte vor seiner Ansprache nach Gemeinsamkeiten zwischen den Amtsgerichten und den Verwaltungen gesucht und sie schnell gefunden: Beide stünden den Bürgern in ihrer alltäglichen Arbeit am nächsten. Und für Heinsberg konstatierte er überdies noch eine ganz spezielle Beziehung zwischen Landrat und Amtsgericht, denn im Jahre 1878 sei es einer seiner Vorgänger gewesen, der sein Haus verkauft habe, damit hier das erste Amtsgericht entstehen konnte.

„Wir Anwälte freuen uns, dass ein alter Bekannter an der Spitze des Gerichts steht“, übernahm Hans Oskar Jülicher als Vertrauensanwalt für die Anwälte des Amtsgerichtsbezirks das Wort. „Mit seiner Erfahrung in der freien Wirtschaft“, erinnerte er an Bongartz‘ Tätigkeit als Anwalt und Versicherungskaufmann, „gehört er zu den Exoten“, im positiven Sinne. Jülicher und seine Anwaltskollegen pflegten stets ein gutes Verhältnis zu den Richtern, erklärte er. „Mit einigen unrühmlichen Ausnahmen, natürlich auf Anwaltsseite“, scherzte er zur Freude der Gäste.

Nachdem Dr. Heiner Roemer als Vertrauensnotar für die Notare des Landgerichtsbezirks und Anja Lürkens für den Richterrat des Amtsgerichtes den neuen Amtsgerichtsdirektor beglückwünscht hatten, bescheinigte ihm die Vorsitzende des Personalrates, Jutta Feiter, grinsend, dass man die erste Hürde ja schon gemeinsam gemeistert habe – die Verlegung eines neuen Teppichbodens. Dessen Farbe ließ den neuen Chef aber offenbar nicht gerade frohlocken.

„Als ich vor sechs Jahren das Amtsgericht Heinsberg mit Wehmut in Richtung Amtsgericht Eschweiler verlassen habe“, sagte Bongartz zum Schluss, „hatten meine Kollegen mir eine CD von Trude Herr geschenkt mit dem Titel ,Niemals geht man so ganz‘“, und als er sie bei seiner ersten Fahrt gehört habe, hätte er sich ganz schnell wieder nach Heinsberg zurück gewünscht. Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen.

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