Neue Zwei-Personen-Fraktion „Für GK!“ hat viel vor

Von: jpm
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Ein Programm haben Gabi Kals-Deußen und Stefan Mesaros bewusst nicht aufgestellt, es sei denn, man betrachtet den Namen ihrer neuen Fraktion als solches: „Für GK!“. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Kochen, sagen Gabi Kals-Deußen und Stefan Mesaros, werde man selbstverständlich weiter nur mit Wasser. Aber an der Art und Weise, wie damit gekocht wird, solle und werde sich einiges ändern.

Kurz nach der Stichwahl um das Bürgermeisteramt waren die beiden Ratsleute aus der SPD ausgetreten und hatten damit auch ihre Ämter als Fraktionssprecherin beziehungsweise Parteivorsitzender niedergelegt. Mit dem Wahlergebnis habe das nichts zu tun gehabt, sagen beide, und vielleicht kam man gerade deshalb mit dem ersten Paukenschlag, der für Aufsehen in der Parteienlandschaft sorgte, sogar noch der CDU zuvor.

Denn Kals-Deußen und Mesaros waren offenbar schon länger unzufrieden mit der Art und Weise, wie in der SPD Kommunalpolitik gemacht wird. Und wenn sie nun erklären, wie sie die Sache in Zukunft angehen wollen, gehört dazu natürlich erstmal eine Abgrenzung zum Parteienwesen. Zu „träge, schwerfällig, eingefahren und dogmatisch“ gehe es dort zu, und damit meinen sie nicht nur die SPD. Viel näher ins Detail gehen wollen sie nicht, das sähe nach Nachtreten aus. „Wir wollen keine Schlammschlacht, das Kapitel ist abgeschlossen“, sagt Stefan Mesaros. Beiden sei der Schritt sehr schwer gefallen, so viel stehe fest.

Konkrete Idee

Dadurch, dass sie nun als Parteilose im Rat sitzen, sehen Kals-Deußen und Mesaros die Chance, an Sachfragen orientiert zu arbeiten. Genau aus diesem Grund hätten sie auch kein Programm, keinen „Masterplan“ aufgestellt. Stattdessen wolle man auf die Bürger hören, auch und gerade auf die aus den Dörfern. Mesaros: „Parteien gehen ja davon aus, dass die, die Interesse haben, sie schon ansprechen. Wir wollen es anders machen. Wir wollen die Leute ansprechen.“

Das würde natürlich auch jeder andere Politiker behaupten, Kals-Deußen und Mesaros aber kündigen als erste konkrete Idee an, in Zukunft regelmäßig zu den Fraktionssitzungen einzuladen. Nicht in dem Sinne, dass jeder kommen kann, der gerade Zeit hat, denn die Fraktionsbüros im Rathaus sind von überschaubarer Größe. Stattdessen sollen gezielt Gruppen eingeladen werden, die von einem bestimmten, gerade aktuellen Thema besonders betroffen sind. Die Idee entstand durch Gabi Kals-Deußens Kontakt zu den Schützenfrauen in ihren Ortschaften Hatterath und Gillrath. Dort liegt ihr Wahlbezirk.

Das offene Ohr für die Bürger ist das eine. Das andere ist, dass kommunalpolitische Entscheidungsprozesse erklärt werden sollen – und dass diese in eng gesteckten formalen Vorgaben verlaufen. „Wir kochen weiterhin nur mit Wasser, das ist klar“, wiederholt Stefan Mesaros. Und das ist nicht immer so einfach, wie manch einer es sich vielleicht vorstellt. „Ich bin Sozialpädagogin“, ruft Gabi Kals-Deußen in Erinnerung. „Wenn der Haushalt vorgelegt wird, muss ich mich da reinarbeiten und auch bestimmt dreimal zum Kämmerer laufen, um mir bestimmte Dinge erklären zu lassen.“

Ein gewisses Verständnis äußert das Duo für die Forderung des Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath, dass sie ihre Ratsmandate an die SPD zurückgeben sollten. Sie stünden dennoch zu ihrer Entscheidung, dem nicht nachzukommen. Sie würden ihre Mandate weiter verantwortungsvoll ausüben.

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