Geilenkirchen - Neue Lampen müssen her: Energiefresser sollen vom Mast

Neue Lampen müssen her: Energiefresser sollen vom Mast

Von: st
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Geilenkirchen. Die Energiefresser sollen vom Mast. So will es jedenfalls die Europäische Union. Hält deshalb eine blutjunge, intelligente Technik Einzug in Geilenkirchen? Ein Entwicklungskonzept für die Straßenbeleuchtung stellte Frank Schmitz, bei der NEW Netz GmbH unter anderem für Planung und Bau von Straßenbeleuchtung zuständig, im Umwelt- und Bauausschuss vor.

Hintergrund seines Vortrages ist die so genannte EU-Oködesignrichtlinie, in der Anforderungen festgelegt sind, die für den Betrieb verschiedener Lampen, insbesondere der Straßenbeleuchtung, gelten. Ziel dieser Richtlinie sind Einsparungen beim Stromverbrauch und die Reduzierung des Quecksilbergehalts in Leuchtmitteln.

Betroffen, so die Geilenkirchener Stadtverwaltung, sind vor allem Kommunen, die ihre Straßenlaternen überprüfen und gemäß den neuen Bestimmungen modernisieren müssen. Durch die EU-Richtlinie werden lichtschwache Leuchtstofflampen, stromintensive Quecksilber-Dampflampen und andere nicht effiziente Lichtspender im öffentlichen Raum abgeschafft.

Die NEW Netz GmbH als Vertragspartner der Stadt Geilenkirchen im Bereich Straßenbeleuchtung informierte jetzt frühzeitig über modernste LED-Technologie, zumal nach derzeitigem Stand Investitionen von rund 500.000 Euro erfoderlich sind.

Frank Schmitz erläuterte die Vorteile dieser Technik: lange Lebensdauer, kompakte und neue Bauformen, dimmbar, Insektenschutz, Stoßfestigkeit, kein Anlaufverhalten, gezielter Einsatz von Lichtfarben, höhere Effizienz durch gezieltes Beleuchten. Aber er nannte auch Nachteile: hohe Investitionskosten, schwierige Ersatzbeschaffung, aufwendige Kühlung, feuchtigkeitsempfindliche Elektronik.

Eine junge Technik

Schmitz betonte, dass es sich um eine junge Technik handele und riet deshalb: „In den nächsten fünf Jahren wird die Entwicklung rasant voranschreiten. Man sollte die Entwicklung abwarten und kein Massengeschäft daraus machen.” Er plädierte dafür, einzelne Straßen mit LED-Laternen auszustatten, um diese Technik zu testen. Eines aber, so Schmitz, steht fest: „Ab 2015 sind HQL-Lampen in Europa nicht mehr zu vertreiben.”

Von den 5000 Straßenlaternen in Geilenkirchen seien 2332 von der HQL-Problematik betroffen. Schmitz stellte unterschiedliche Lampentechnologien vor. Je nach Modell liegt die Lebensdauer einer solchen Lampe zwischen 10.000 und 50.000 Stunden, ein turnusmäßiger Lampenwechsel ist zwischen zweieinhalb und zwölf Jahren erforderlich, die Anschaffungskosten je Lampe liegen zwischen 17 und 120 Euro, die Errichtungskosten je Leuchtstelle liegen zwischen 1227 und 1750 Euro.

Nach heutigem Stand müsste, so Schmitz, die Stadt Geilenkirchen für Umrüstung und Austausch 522.251 Euro investieren. 65.301 Euro könnten nach Abrechnung von 10.951 Euro für höhere Wartungskosten im Jahr durch Energiereduzierung eingespart werden. Die Armortisationszeit bei einer Verzinsung von drei Prozent liegt bei 9,16 Jahren. Der Experte ging davon aus, dass die Preise für LED-Technologie in den nächsten Jahren sinken werden.

Weder Frank Schmitz noch die Ausschussmitglieder und Verwaltung sahen einen sofortigen Entscheidungsbedarf. Und SPD-Fraktionschef Horst-Eberhard Hoffmann stellte auch noch fest: „2014 läuft der Vertrag mit der NEW Netz aus. Warum sollten wir uns jetzt entscheiden?”
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