Neue Führung auf den Spuren jüdischer Kultur und Sitte

Von: Katrin Fuhrmann
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Berti Davids-Heinrichs hat viel Zeit in die Gestaltung der Führung gesteckt. Der jüdische Friedhof an der Herzog-Wilhelm-Straße ist die letzte Station dieses ganz besonderen Spaziergangs. Foto: Katrin Fuhrmann

Geilenkirchen. Worauf beruht der jüdische Glaube? Weshalb werden jüdische Jungen beschnitten? Was ist eigentlich der Sabbat? Und wie sah das Leben der jüdischen Familien vor dem Zweiten Weltkrieg in Geilenkirchen aus? – Fragen, die Berti Davids-Heinrichs, Vorsitzende von Westblicke, bei ihrer neuen Führung „Erinnern für die Zukunft – Jüdisches Leben in Geilenkirchen“ genauer unter die Lupe nimmt.

„Ich habe mich fünf Monate mit dem Thema auseinandergesetzt. Das war schon eine Herausforderung, weil vieles neu für mich war. Ich finde es sehr wichtig, dass dieses Thema wach gehalten und immer wieder in Erinnerung gerufen wird“, erzählt Berti Davids-Heinrichs, die zertifizierte Gästeführerin ist. Die Thematik hätte sie schon immer interessiert. Sie habe daher auch nicht lang gezögert, als sie die Möglichkeit bekam, diese neue Führung leiten zu dürfen. Die Idee stammt von Christa Nickels, Mitglied des Geilenkirchener Arbeitskreises „Initiative Erinnern“.

Karl-Heinz Nieren, ebenfalls Mitglied der Initiative, hat der Gästeführerin daraufhin Unterlagen über jüdische Familien, die bis zum Zweiten Weltkrieg in Geilenkirchen lebten, zur Verfügung gestellt. „Es gab in Geilenkirchen bis zum Zweiten Weltkrieg rund 130 Juden. Vier von ihnen leben heute noch. Es handelt sich hierbei um jene ehemaligen Mitbürger, die im vergangenen Jahr von der Initiative eingeladen wurden und zum ersten Mal seit ihrer Kindheit ihre Heimat wiedersahen.Ihre Geschichten werden in dem Vortrag, den ich vor der Führung halte, ebenfalls Platz finden“, so Davids-Heinrichs. Der Fokus liege hierbei vor allem auf den Fluchterlebnissen.

„Viele der 130 jüdischen Menschen haben im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft. Dass sie das Land irgendwann mal verlassen müssen, damit haben viele nicht gerechnet“, erzählt Davids-Heinrichs. Doch sie betont, dass sie bei der Führung auch erklären werde, wieso Juden im Grunde schon seit 2000 Jahren verfolgt werden.

Nach dem Vortrag im Haus Basten gehe es zum Platz der ehemaligen Synagoge an der Herzog-Wilhem-Straße. Auch die Stolpersteine und das ehemalige Haus von Anita Lichtenstein seien Teil der Führung. Den Abschluss des Spaziergangs, wie Davids-Heinrichs ihn nennt, bildet ein Besuch auf dem Jüdischen Friedhof an der Heinsberger Straße. „Der Vortrag und der Spaziergang sind lebendig und auf einfachem Niveau gestaltet. Es ist eine gute Mischung aus Fachwissen und lebhaften Geschichten“, sagt Davids-Heinrichs. Sie hofft, dass sie den Geilenkirchenern das jüdische Leben ein Stück näher bringen kann.

Die Führung „Erinnern für die Zukunft – Jüdisches Leben in Geilenkirchen“ findet am Sonntag, 8. November, um 10.30 Uhr statt. Treffpunkt ist das Haus Basten, Konrad-Adenauer-Straße 118. Die Führung inklusive Vortrag dauert zwei Stunden. Eine Anmeldung ist erwünscht.

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