Geilenkirchen - Neue Führung auf Burg Trips zeigt bislang Verborgenes

Neue Führung auf Burg Trips zeigt bislang Verborgenes

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
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Die steilen Stufen der dunklen Holztreppe aus dem 18. Jahrhundert führen ins zweite Obergeschoss von Burg Trips. Dort zeigt Gästeführerin Berti Davids-Heinrichs den Besuchern bei ihrer neuen Führung bislang Verborgenes. Foto: Robert Baumann
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Sechs medaillonförmige Wappen, vermutlich aus dem Jahr 1446, zieren zwei Wandseiten im ehemaligen Hochzeitszimmer. Foto: Robert Baumann

Geilenkirchen. Die breite dunkle Holztreppe knarzt bedenklich. Wohin die steilen Stufen führen, ist von unten nicht zu erkennen. Es ist staubig, Putz bröckelt von der Decke. Das Alter des Gebäudes ist förmlich spürbar. „Hier ist nichts einsturzgefährdet“, beruhigt Berti Davids-Heinrichs.

Die Stufen sind teilweise erheblich ausgetreten. Kein Wunder: Die Barocktreppe stammt aus dem 18. Jahrhundert. Und ist denkmalgeschützt. Sie führt hinauf ins zweite Obergeschoss von Burg Trips. Hinauf zu bislang Verborgenem, verspricht die Gästeführerin vom Verein Westblicke, die gemeinsam mit ihren acht Kolleginnen den Menschen die Freizeitregion Heinsberg näher bringen will. Daher bietet Davids-Heinrichs in diesem Jahr eine neue Führung auf Burg Trips an. Es ist die vierte auf der Burg insgesamt.

Unter dem Titel „Burg Trips – Entdecken Sie bisher Verborgenes im zweiten Obergeschoss“ entführt die Gästeführerin die Besucher in die Vergangenheit dieser in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbauten Burg. Rund anderthalb Stunden geht es dann durch die alten Gemäuer der ehemaligen Verteidigungsanlage, die so idyllisch von Wasser umgeben direkt an der Wurm liegt. Seit 2002 ist die Burg im Besitz der Familie Davids, zu der auch die Gästeführerin gehört.

Doch was verbirgt sich so Geheimnisvolles im zweiten Obergeschoss der Burg? Berti Davids-Heinrichs zeigt es uns, nachdem wir die steile Holztreppe erklommen haben. Sie führt uns in einen Raum mit Bretterboden und hohen Wänden. „Hier war das Hochzeitszimmer“, erklärt sie und zeigt sogleich auf das bislang Verborgene in einer Zimmerecke.

Sechs medaillonförmige Wappen, noch erstaunlich gut zu erkennen, zieren zwei Wandseiten. Die Malerei stamme wahrscheinlich aus dem Jahr der Hochzeit Wilhelms von Berghe mit Margarethe von Pallant zu Wildenberg im Jahre 1446, lässt uns die Gästeführerin wissen. „Dementsprechend sind hier die Familienwappen der beiden Adelsgeschlechter dargestellt.“ Die ursprüngliche Höhe der Malerei betrug 3,20 Meter und war 5,80 Meter breit.

Doch das ist nicht das einzig Verborgene. Wir gehen einen Raum weiter, in den Prachtsaal, ein großer rechteckiger Raum. Aus Berti Davids-Heinrichs sprudelt es sofort wieder heraus. Sie erzählt von einem uralten Kamin, der sich an der Wand abzeichnet, von einem Aborterker, also einem Erker, der als Klo diente, und vielem mehr.

Um das Verborgene in diesem Burgteil zu finden, muss der Besucher schon genauer hinsehen: An der Wand zeichnet sich der Umriss eines Burgfräuleins ab. Mit dünnen Linien ist eine weibliche Gestalt mit Krone angedeutet. „Aus dem 15. Jahrhundert“, sagt Davids-Heinrichs.

Natürlich werden den Besuchern das erste Obergeschoss und seine Räumlichkeiten bei der neuen Führung nicht vorenthalten. Denn auch dort gibt es Inte-ressantes zu entdecken: Der Rittersaal, der seit der Restauration im Jahr 2009 wieder im Glanze von 1755 erstrahlt, oder die Tapete von 1907 im gelben Salon, dem ehemaligen Empfangszimmer der Burg.

Seit zwei Monaten steckt Davids-Heinrichs in den Vorbereitungen für ihre neue Führung durch die Wasserburg mit ihrem 22 Meter hohen Burgfried und wälzt Bücher. „Ich möchte frei erzählen“, formuliert sie ihren Anspruch.

Bei Führungen soll es in Zukunft aber nicht bleiben. „Ein Traum wäre ein Hotel mit Gastronomie“, nennt die Gästeführerin eine Idee für eine mögliche Nutzung von Burg Trips. „Burg Trips ist ein absolutes Highlight und nicht nur eine Perle an der Wurm, sondern im gesamten Rheinland. Die Anlage mit Park liegt wie ein Idyll“, schwärmt sie. „Und wir entdecken immer wieder Neues.“

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