Neu-Teveren ein Pflegefall der Stadt?

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Ärgert sich über den Zustand der Fliegerhorst-Siedlung: Herbert Turnau. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Teveren. Herbert Turnau schämt sich. Er schämt sich für den Zustand der Fliegerhorst-Siedlung in Geilenkirchen-Teveren. Als Anlieger der Richthofenstraße beklagt er den „erbärmlichen Zustand” der Bürgersteige.

„Das Unkraut und Gras wächst bis zu 40 Zentimetern hoch. Teilweise wachsen bereits Akazien auf dem Bürgersteig”, schimpft er und ärgert sich: „Seitens der Stadt Geilenkirchen erfolgt keine Reaktion, obwohl der Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen diesen Missstand wöchentlich sieht.”

Keiner der Ortsvorsteher fühle sich für Neu-Teveren zuständig. „Und der Stadtteil verkommt zu einem Slum”, klagt Turnau. Seine Kritik untermauert er mit dem Protokoll der Ratssitzung vom 17. Juni 2009. Unter dem Punkt Mitteilungen des Bürgermeisters sei schriftlich festgehalten worden, dass die Stadt Geilenkirchen mit dem Eigentümer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), Kontakt aufgenommen habe, um den Zustand der Fliegerhorstsiedlung zu verbessern.

„Aber außer schriftlicher Niederlegung dieses Punktes ist nichts geschehen. Ganz im Gegenteil: Das Erscheinungsbild verschlechtert sich von Tag zu Tag”, erklärt er.

Turnau weist auf Gefahrenpunkte auf Straßen und Bürgersteigen hin, die ebenfalls nicht abgestellt würden. „Sollten irgendwelche Personen zu Schaden kommen, beginnt das große Versteckspiel, denn keiner will zuständig sein”, erklärt der Bewohner der Fliegerhorst-Siedlung.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben will die 294 Häuser verkaufen. „Die Grünanlagen zwischen den Häusern gehören der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Wir stehen derzeit in Verhandlungen mit der Bundesanstalt, um es ihr zu ermöglichen, sich als Eigentümer von Häusern und Grünflächen zu verabschieden”, erklärt Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler. Weiter sagt er: „Wir verhandeln über die Übernahme der Grünflächen und Pflege. Wir übernehmen dann einen Pflegefall.”

Fiedler geht bei dieser Gelegenheit auf die Eigentumsverhältnisse ein: Die BIMA sei verantwortlich für Grünanlagen und Gehwegreinigung und könne die Gehwegreinigung auf die Mieter übertragen.

„Die Straßen gehören der Stadt. Sie sind reparaturbedürftig. Hier muss man an eine Generalüberholung denken. Wir stehen zur Zeit mit der BIMA in Verhandlungen.” Die Sanierung der Straßen in der Fliegerhorstsiedlung sei eine Herkules-Aufgabe und haushalterisch schwierig.

Wenig Verständnis für die Klagen der Mieter hat Sabine Krieger, Abteilungsleiterin Wohnen der BIMA in Düsseldorf: „Das äußere Erscheinungsbild der Siedlung wird sukzessive verbessert”, erklärt sie.
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