„Neu-Marienberg“: Auf der Suche nach dem Borkenkäfer

Von: Jan Mönch
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175 Grundstücke sollen um das Wäldchen zwischen Marienstraße und Grenze herum in drei Bauabschnitten entstehen. Foto: Jan Mönch

Übach-Palenberg. In der Diskussion um das geplante Neubaugebiet in Marienberg will die CDU die Verwaltung damit beauftragen, ein Artenschutzgutachten erstellen zu lassen. Dieses soll dann dem Bauausschuss vorgelegt werden und als Diskussionsgrundlage dienen, wenn es um die Zukunft des Areals zwischen Grenzweg, Waubacher Weg und deutsch-niederländischer Grenze geht.

„Für die weiteren Beratungen und letztendlich für rational nachvollziehbare Entscheidungen sind gutachtlich fundierte Informationen dringend erforderlich“, heißt es in dem Antrag. Dabei bezieht die Fraktionsspitze sich auch auf die Infoveranstaltung von Mitte Februar, bei der deutlich geworden war, dass sich in Marienberg kaum jemand für das Projekt erwärmen kann.

Die Verwaltung, die Sparkassentochter S-Bauland und das Büro Raumplan hatten Ende vergangenen Jahres drei mögliche Varianten für die Bebauung des Gebiets, das zurzeit noch ein Landschaftsschutzgebiet ist, vorgestellt. 175 Grundstücke sollen um das Wäldchen zwischen Marienstraße und Grenze herum in drei Bauabschnitten entstehen – ein Mammutprojekt, fast doppelt so groß wie das Beyelsfeld.

Die Bedenken betreffen insbesondere Naturschutz und Lebensqualität der Anwohner, aber auch die Frage, ob die Fläche, die recht abschüssig geraten ist, überhaupt zur Besiedelung taugt. Auch die CDU war letztlich nicht überzeugt und sorgte dafür, dass die Entscheidung vertagt wurde.

Nicht explizit ausgeschlossen

Aufgrund der Ratsmehrheit der CDU darf als ausgemacht gelten, dass das Gutachten entstehen wird. Zeigen muss sich dann, welche Konsequenzen aus dem Ergebnis gezogen werden. Die Frage wird sein, ob die Tierwelt im Plangebiet generell geschützt werden soll – oder ob die eventuelle Feststellung, dass keine geschützten Tierarten im und um das Wäldchen leben, sogar ein Argument dafür wäre, dass ruhig gebaut werden kann.

Die Frage, ob eine Art geschützt ist, korrelliert eher selten mit der Beliebtheit dieser Art beim Menschen. Rehe und Füchse, die es im Marienberger Plangebiet definitiv gibt, liegen den meisten mehr am Herzen als Borkenkäfer oder Feldhamster, genießen aber nicht den gleichen Schutz. Geschützte Arten hingegen haben bekanntlich schon dafür gesorgt, selbst Großprojekte zumindest erheblich verzögert wurden. In Kenntnis dieser fulminanten Wirkung wollten auch Anwohner im Bereich Beyelsfeld vor der Erschließung den Feldhamster gesichtet haben, was sich aber nicht erhärten ließ.

Bislang jedenfalls wurde wurde stets davon ausgegangen, dass „im näheren Umfeld [...] keine streng beziehungsweise besonders geschützten Tier- und Pflanzenarten bekannt sind“. Zu diesem Ergebnis kam das letzte artenschutzrechtliche Gutachten von 2009. Seinerzeit ging es in den politischen Gremien um die Bebauung des Waubacher Wegs. Allerdings wurde das Vorkommen solcher Arten damals auch nicht explizit ausgeschlossen.

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