Gangelt - Naturschutztag: Biotop an Dahlmühle auf Vordermann gebracht

Naturschutztag: Biotop an Dahlmühle auf Vordermann gebracht

Von: Markus Bienwald
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Ein Nachmittag am Biotop: Mit Eimer und Greifer wurde aufgeräumt, und der Naturschutz-Nachwuchs half beim Verdichten der mit Weiden gebauten Naturhecken Foto: Markus Bienwald
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Ein Nachmittag am Biotop: Mit Eimer und Greifer wurde aufgeräumt, und der Naturschutz-Nachwuchs half beim Verdichten der mit Weiden gebauten Naturhecken mit. Foto: Markus Bienwald
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Ein Nachmittag am Biotop: Mit Eimer und Greifer wurde aufgeräumt, und der Naturschutz-Nachwuchs half beim Verdichten der mit Weiden gebauten Naturhecken mit. Foto: Markus Bienwald
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Ein Nachmittag am Biotop: Mit Eimer und Greifer wurde aufgeräumt, und der Naturschutz-Nachwuchs half beim Verdichten der mit Weiden gebauten Naturhecken mit. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Liebe, Musik und Lachen werden oft als internationale „Sprachen“ bezeichnet. Für die Menschen in Gangelt und Onderbanken kommt mit der Naturverbundenheit zur grenzüberschreitenden Landschaft seit einigen Jahren noch eine weitere internationale Kommunikationsmöglichkeit hinzu.

So trafen am Samstagvormittag gleich 70 Menschen aus Deutschland und den Niederlanden am Infocenter der Gemeinde Gangelt zusammen, um sich beim grenzüberschreitenden Naturwerktag gemeinsam ins Grüne zu begeben. Ein bisschen was zu besprechen gab es am Anfang natürlich schon, so übernahm Thomas Henkens als stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe Selfkant des Naturschutzbundes (Nabu) das Wort. „Wir haben einen Schatz freigelegt“, sagte er über die Mission.

Wenn man so will, ist es sogar ein selbst versteckter Schatz. Denn just, als Henkens Mitte der 1980er-Jahre zum Nabu stieß, wurde unweit der Dahlmühle auf Gangelter Gebiet ein Biotop nahe der typischen Niedermoor-Landschaft angelegt. „Ein wunderschönes Gelände“, so Henkens. Das Problem war nur, dass sich die Natur einen anderen Plan für das mit flachen, ruhigen Gewässern versehene und von Laubwerk eingerahmte Fleckchen Erde zwischen Gangelt und Schinveld ausgedacht hatte. „Das Ganze war nach gut 30 Jahren ziemlich verbuscht“, so der Nabu-Mann.

Damit meinte er, dass die Natur sich das Gebiet so langsam aber sicher nicht nur mit höheren Baumstämmen, sondern auch mit wild wuchernden Gebüschen wieder zurückgeholt hat. „Das sind keine idealen Bedingungen für Fauna und Flora“, so der Fachmann, der selbst ein singendes Vögelchen am Wegesrand am Tonfall und der Melodie erkennen kann. Die eigentlich idealen Lebensbedingungen beispielsweise für Bergmolche, Kröten oder Wasseramphibien waren nicht mehr vorhanden. „Natürlich gibt es dann an solchen Stellen noch Leben“, betont Henkens, aber die ursprünglich hier anzulockenden bedrohten Arten wurden durch wuchernde Brombeersträucher, Erlen oder Weiden immer mehr verdrängt.

Am Ende war auf dem Terrain nicht mehr genug Sonneneinstrahlung vorhanden, es wurde nicht nur dunkel, sondern die Tiere wanderten auch ab. Darum rückte der Nabu Selfkant mit seinen Kollegen von der anderen Seite der Grenze, den am Naturerlebnis ebenso interessierten Organisationen „Natuurmonumenten“ (übersetzt Naturschutzgebiete) und den IVN (Instituut voor natuureducatie en duurzamheid, übersetzt etwa Institut für Naturerziehung und Nachhaltigkeit) in Brunssum und Onderbanken nun an, um aufzuräumen.

Bei strahlendem Samstagswetter, das von den Sonnenstunden den Titel „Sonntag“ redlich verdient gehabt hätte, machten sich die über 70 Freiwilligen auf den Weg vom Infocenter zum betreffenden Gebiet. „Typisches Nabu-Wetter“, kommentierte Henkens augenzwinkernd. Wer schnell war, brauchte für den Weg keine 15 Minuten, das war aber beim zeitlichen Ansatz für die Naturaktion im Niedermoor nicht der Fall. „Ich hoffe, dass wir mittags das ganze Holz weg haben“, machte Henkens noch zu Beginn seiner Hoffnung Luft. „Du meinst 5 Uhr“, rief Heiner Molz aus Geilenkirchen dazwischen, und erntete dafür nicht nur lächelnde Zustimmung, sondern lag gar nicht mal so falsch.

Denn die Arbeit, die sich die grenzüberschreitenden Naturschützer da vorgenommen hatten, dauerte länger als geplant. Zwar hatten die Aktiven schon an vier Samstagen zuvor mit gut einem Dutzend Motorsägen und ebenso vielen erfahrenen Baumschneidern für den nötigen Freischnitt der Fläche gesorgt. Trotzdem war noch viel zu tun, denn zum einen lag das Holz noch an Ort und Stelle, zum anderen wurde das dort gewachsene Naturmaterial auch benötigt, um spezielle Hecken zu bauen. Wer sich schon mal in der gar nicht so weit entfernten Teverener Heide aufhält, kennt diese von hier und da eingeschlagenen Holzpflöcken gehaltenen Hecken, die vor allem aus Weidenzweigen bestehen. „Das ist ein wichtiges Biotop, das dem Prinzip des Holz- oder Totholzhaufens sehr nahe kommt“, erklärte Henkens weiter. Insekten oder auch Eidechsen lieben diesen geschützten Lebensraum, fühlen sich hier pudelwohl. Das durfte auch für die nicht nur internationale, sondern auch vom Alter her bunt gemischte Truppe gelten, die sich am eigentlich freien Samstag der Arbeit für die Natur verschrieben hatte.

Grenzüberschreitend was tun ging übrigens auch mit Greifer und Eimer, um wie beim Frühjahrsputz die Vermüllung der Wegesränder einzudämmen. Die grenzüberschreitenden Naturhelfer der besonderen Art, die eigens hier angesiedelten Hochlandrinder, waren übrigens an diesem Tag nicht auf einen Blick vorbeigekommen, um mal nach dem Rechten zu sehen. Sie sind nicht nur eine Attraktion im grenzüberschreitenden Naturpark „Rodebach/Rode Beek“, sondern haben auch eine wichtige Schutzfunktion. „Die Rinder halten normalerweise auch das Gehölz kurz genug, damit solche Verbuschungen nicht vorkommen können“, schloss Henkens.

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