Nato-Museum: Schmitz ist optimistisch

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. Bürgermeister Georg Schmitz arbeitet ununterbrochen an dem Konzept für die Aufstellung eines Awacs-Flugzeuges im Wurmauenpark. Zwei Dutzend Gespräche und Verhandlungen mit Vertretern der Nato, Sponsoren und Unternehmen hat er bereits geführt. Dies erklärte er am Mittwochabend in der Ratssitzung.

Vorausgegangen war eine Anfrage der Bürgerliste. Fraktionschef Christian Kravanja hatte Fragen zu den Kosten und zur Finanzierung, die die Einrichtung eines Awacs-Museums im Wurmauenpark mit sich bringen, und möglichen Förderprogrammen.

Kravanja äußerte Zweifel an der Umsetzbarkeit des Konzepts. Schließlich habe auch der Kommandeur des Awacs-Verbandes, Brigadegeneral Karsten Stoye, vor den immensen Kosten gewarnt, die durch die Pflege der Maschine entstehen würden.

Dies sah Schmitz ganz anders. „Das Awacs-Museum ist immer noch realisierbar.“ Das City-Inlet-Center sei nicht zwingend von dem Flugzeug abhängig, aber doch mit dem Awacs-Museum verbunden. „In Sachen City-Inlet-Center kann ich mitteilen, dass wir Interessenten für leer stehende Lokale in der Pipeline haben, die zum Teil bereits neue Mietverträge abgeschlossen haben“, sagte Schmitz. Für verschiedene Bereiche, so Schmitz, habe er die Kosten ermittelt: Die Zaunanlage und Verankerung schlage mit rund 16.000 Euro zu Buche, anstatt der ursprünglich geschätzten Kosten von 40.000 Euro.

Die Kosten für ein Sicherheitskonzept mit Überwachungs- und Schutzmaßnahmen inklusive Video- und Bewegungsanlage bezifferte er mit einem unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich. Die Überwachungskameras seien bereits durch einen Sponsor in Aussicht gestellt. „Falls die Nato den Transport des Flugzeuges nicht übernimmt, haben wir vorsichtshalber schon einmal den Kostenrahmen abgefragt. Der Transport mittels Tieflader würde 7950 Euro kosten“, erklärte der Bürgermeister. Hinzu kämen die Kosten für den Kran, der beim Demontieren und Montieren der Flügel notwendig werde und die Awacs in Position bringe.

Diese Kosten würden nach Zeit abgerechnet. „Ein Bonbönchen haben wir aber noch in der Pipeline“, freute er sich und erklärte: „Für Demontage und Montage der Flugzeugtragflächen haben wir beim Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen angefragt, ob diese Arbeiten als Praktikumsprojekt für die FH infrage kämen. Die Antwort war äußerst positiv.“ Derzeit werde bei den Studenten nachgefragt, wer bei diesem Vorhaben mitmachen wolle.

Für Gelächter im Ratsaal sorgte Schmitz mit einem Geständnis: „Die Praktikanten können das kostenlos übernehmen. Die freuen sich schon darauf, denn die haben so etwas noch nie gemacht.“ Ebenfalls sei die FH bei der Fertigung von Ersatzteilen mit einem 3-D-Drucker mit im Boot. Die Tragwerksplanung durch ein Ingenieurbüro würde, so Schmitz weiter, mit 7000 Euro zu Buche schlagen. Die Kosten für das Betonfundament müssten noch eingeholt werden. Sein Fazit lautete: „Die anfänglichen Investitionskosten werden sicherlich im sechsstelligen Bereich liegen, wobei ein Teil sicherlich gefördert wird. Nichtsdestotrotz wird sich unsere Stadt auch finanziell beteiligen müssen.“

Die laufenden Betriebskosten, so erklärte Schmitz, müssten noch detailliert ermittelt werden, diese wolle er durch Einnahmen und Sponsoren decken. „Wir gehen von 400.000 Euro Einnahmen nur durch den Ticketverkauf aus, bei minimal geschätzten 300 Personen täglich, also rund 100.000 Besuchern im Jahr und Preisen von fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Jugendliche, Kinder haben freien Eintritt.“ Daneben würden durch Beiträge für den zu gründenden Förderverein noch Einnahmen in Höhe von rund 30.000 Euro erzielt werden können.

Gemeinsam mit seinem Berater Albert Baeumer und Kämmerer Daniel Goertz hat Schmitz bei der Förderberatungsstelle „Zenit“ in Mülheim das Projekt vorgestellt. „In diesem ersten Sondierungsgespräch am 6. April waren die Ansprechpartner von Zenit positiv überrascht und beeindruckt und haben positive Signale für eine Förderfähigkeit für beide Projekte – Awacs und Inlet-Center – als Einzelfallförderung der Landesregierung ausgesendet.“

Dass hohe Kosten für die Instandhaltung entstehen werden, sei klar. Deshalb solle ein Förderverein gegründet werden. Mit den Beiträgen solle der alle sieben bis acht Jahre notwendige Anstrich der Maschine finanziert werden. Schmitz machte deutlich: „Für uns gibt es erst dann Zweifel an der Umsetzbarkeit des Tourismuskonzeptes, wenn die Nato das Flugzeug nicht zur Verfügung stellt oder die Kosten am Ende aller Ermittlungen in ungeahnte Höhen schießen.“

Auf behindertengerechten Zugang angesprochen, erklärte er, an einen Aufzug sei nicht gedacht, eine Rampe solle zum Flugzeug führen. Bei der Einwohnerfragestunde fragte der ehemalige Awacs-Pilot Gero Ronneberger: „Haben Sie das Flugzeug schon bei der Nato beantragt?“ Als Schmitz verneinte, sagte Ronneberger: „Das hätten Sie vor vier Wochen schon mit einer Postkarte tun können: Ich will ein Flugzeug.“

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