Übach-Palenberg - Nah dran an der Jugend: Schulsozialarbeiter und Streetworker

Nah dran an der Jugend: Schulsozialarbeiter und Streetworker

Von: Manfred Hahn
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Übach-Palenberg. Fast ausschließlich um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ging es bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Soziales in Übach-Palenberg. Den ersten Informationsbeitrag lieferte dabei Schulsozialarbeiter Dirk Siera, der gemeinsam mit seiner Kollegin Martina Gräp die Gemeinschaftsgrundschule Frelenberg betreut.

Wie sinnvoll die Arbeit an dieser Schule ist, zeige die Tatsache, dass etwa ein Drittel der Schüler aus Familien stammt, die Sozialleistungen beziehen. Etwa die Hälfte der knapp 120 Kinder nutzt das offene Ganztagsangebot, so dass sich die Arbeit der Sozialarbeiter auch auf den Nachmittag erstreckt.

Abgesehen von der Rolle als Ansprechpartner für die Kinder ist auch die Elternberatung Teil der Arbeit. Während für die Kinder auch Streitschlichtung sowie Pausen- und Freizeitangebote eine Rolle spielen, bieten die Sozialarbeiter den Eltern neben psychosozialer Betreuung Hilfestellung bei Anträgen oder beim Umgang mit dem Jugendamt oder anderen Institutionen an.

Hemmschwellen werden dabei etwa bei einem „Elternfrühstück“ abgebaut. „Sehr wichtig ist uns der Blick auf den Lebensraum der Kinder, so leisten wir auch eine Art von Stadtteilarbeit“ sagt Dirk Siera. Mit Stolz verwies er auf die Zahl der Gesprächskontakte in der kurzen Zeit seit April: 147 Gespräche mit Kindern, 44 mit Erziehungsberechtigten, mehr als 200 mit Mitarbeitern und 35 mit Institutionen.

Den Ausführungen zollte der Ausschuss Beifall, und Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch schloss in seinen Dank auch die Arbeiterwohlfahrt ein, welche die Schulsozialarbeit fördert. Ausschussvorsitzender Sascha Derichs appellierte an die Kollegen, alle Kontakte zu nutzen, die bei einer langfristigen Fortsetzung dieser Arbeit helfen.

Vor allem am Beispiel der zurückliegenden Sommerferien schilderte Marion Dalmisch als Leiterin des städtischen Jugendzentrums die Schwerpunkte ihrer Arbeit. Dabei steht nach ihren Worten nach wie vor der Abenteuerspielplatz im Mittelpunkt, auf dem sich die Kinder auch mit Werkzeugen als Handwerker betätigen können. So wurde jetzt ein Holzhaus gebaut. Ein weiteres Highlight war und ist der Niedrigseil-Klettergarten, der „viel Spaß bei einem geringen Risiko“ bietet und als Gruppenangebot vor allem das Selbstvertrauen fördert, so Dalmisch. Auf viel Zustimmung stießen auch die wöchentlichen Ausflüge zum Beispiel in den Krefelder Zoo. „Es ist schön, wenn unsere Kinder bei den Urlaubsschilderungen ihrer Klassenkameraden sagen können: ‚Und ich war im Zoo‘“, beschreibt die Leiterin ein Ziel ihrer Arbeit.

Weiter pflegen will man die Nachmittagsangebote für Jugendliche, die auch Kochen und gemeinsames Essen beinhalten und regelmäßig von etwa 30 Teilnehmern besucht werden, wobei das warme Essen nicht für jeden selbstverständlich ist. Die Eltern bezahlen für die Ferienbetreuung übrigens halbtags 25 Euro pro Woche und ganztags 30 Euro; das Mittagessen ist dabei eingeschlossen.

Seine Zufriedenheit mit der Jugendarbeit zeigte der Ausschuss, indem er den Vortrag per Beschluss einstimmig zur Kenntnis nahm. Das gleiche galt auch für den Vortrag des städtischen Streetworkers Alexander Zenker.

Zenker berichtete unter anderem darüber, dass sich innerhalb etwa eines Jahrzehnts die Treffpunkte der Jugendlichen in der Stadt geändert haben. Zu den neuen Treffpunkten zählen das Gelände um das ehemalige Lokal „Tatort“, die Musikmuschel im Naherholungsgebiet, wo man mit Sachbeschädigung in Form von Schmierereien zu tun hat, der Rodelberg und die Blumenstraße in Boscheln sowie die Flächen um Schulzentrum und Wasserturm, die auch von jungen Autofahrern angefahren werden.

Zu den positiven Erfahrungen seiner Arbeit teilte er auf Nachfrage mit, dass der Drogenkonsum bei den Jugendlichen sehr deutlich zurückgegangen sei. Negativ wirke sich auf seine Arbeit aus, dass wegen der städtischen Personalsituation das gemeinsame Auftreten mit Ordnungsamtsmitarbeitern nicht mehr möglich sei. Als das noch ging, habe er von seiner Rolle als freundlicher Helfer profitieren können. Zenker betonte, dass er weiterhin vor allem auf die mobile Jugendarbeit setze und mit Traktor und Bauwagen verschiedene Treffpunkte anfahre Allerdings sei die „Überleitung“ der Jugendlichen an den Bauwagen schwieriger geworden.

Da das seiner Meinung nach vor allem eine Frage der Kommunikation ist, habe er bei der Stadt den Antrag auf einen Facebook-Auftritt gestellt, was jedoch aus Datenschutzgründen abgelehnt wurde. Die anschließende Diskussion zeigte, dass viele Ausschussmitglieder die Notwendigkeit der Internet-Kommunikation einsahen. Ausschussvorsitzender Derichs regte an, dass sich die Fraktionen mit diesem Thema beschäftigen sollten.

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