Nächtliche Blitzer sollen junge Raser bremsen

Von: Georg Schmitz
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Nächtliche Polizeikontrolle: Beim Sondereinsatz auf dem Parkplatz Hommerschen der B 221 machte die Polizei besonders die jungen Fahrer auf das Risiko von zu schnellem Fahren aufmerksam. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. 22.45 Uhr, Parkplatz Geilenkirchen-Hommerschen an der Bundesstraße 221. Ein gleichaltriges junges Pärchen wird im Dunkel der Nacht von Polizeibeamten angehalten und in einen hell ausgeleuchteten Bereich eingewiesen.

Der 26-jährige Fahrer ist 300 Meter vorher von einer mobilen Radaranlage „geblitzt” worden. Die gemessene Geschwindigkeit: 97 km/h bei erlaubten 70 Stundenkilometern. Innerhalb der nächsten Minuten geht es „Schlag auf Schlag”. Mit dabei, ein 22-jähriger Raser, der den Beamten mit 105 km/h ins Netz geht. Im Laufe der folgenden drei Stunden sollten es insgesamt 28 Verkehrssünder sein, die aufgrund überhöhter Geschwindigkeit gestoppt werden.

Der 22-Jährige zählt exakt zu der Klientel, die die Kreispolizeibehörde Heinsberg mit ihrer Sonderaktion in der Nacht von Donnerstag zu Freitag ansprechen will. Die „jungen Raser” - das sind die Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren - bereiten Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehren zunehmend Sorgen. „Durchschnittlich sind fünfmal am Tag diese jungen Erwachsenen an Verkehrsunfällen im Kreis beteiligt”, weiß Polizeihauptkommissar Michael Okuhn. Er ist Verkehrssicherheitsberater und für Unfallprävention bei der Kreispolizeibehörde zuständig.

Zusammen mit Polizeihauptkommissar Leo Sieberichs von der Direktion Verkehr in Erkelenz leitet er an diesem Abend den Sondereinsatz in Geilenkirchen. Als ranghöchster Beteiligter ist auch der stellvertretende Leiter der Direktion, Erster Polizeihauptkommissar Franz-Josef Bongard, in der Nacht mit im Boot. Das Technische Hilfswerk (THW), Bereitschaft Erkelenz, unterstützt den Sondereinsatz mit „Mensch und Material”.

Eigentlich hat der Sondereinsatz bereits um 17 Uhr in Heinsberg-Unterbruch begonnen. Hier wurden neben zwölf Geschwindigkeitsübertretungen auch acht Anzeigen wegen Nicht-Anschnallens und zwei wegen Telefonierens mit dem Handy während der Fahrt von der Polizei erstattet.

Im Februar 2009 hat die Kreispolizeibehörde ein richtungsweisendes Projekt aufgelegt - mit dem Titel „Wir sind es leid.” Mit drastischen Bildern und Videos führt die Behörde den Fahranfängern und jungen Erwachsenen der „Zielgruppe” den Wahnsinn des Rasens vor Augen.

Der eingangs erwähnte 26-jährige Fahrer zeigt sich einsichtig: „Ich denke schon, dass Schockvideos etwas bewirken.” Auch der 22-Jährige meint: „Ist schon krass, was auf den Videos zu sehen ist, ich werde langsamer fahren.” Und schiebt hinterher: „Besonders wegen der 120 Euro Strafe.”
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