Geilenkirchen-Rischden - Nächster Spielplatz auf der Kippe

Nächster Spielplatz auf der Kippe

Von: jpm
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Besonders groß ist die Anlage in der Rischdener Daimlerstraße ohnehin nicht. Dafür sind die Geräte hochwertig und in einem guten Zustand. Vor allen Dingen aber gibt es im näheren Umfeld sonst kaum etwas für Kinder und junge Familien. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen-Rischden. Manchmal entfalten politische Entscheidungen ihre Wirkung erst mit Verzögerung. Und zwar dann, wenn die Beschlussfassung in Tatsachen umgesetzt wird. Die Entscheidung des Umwelt- und Bauausschusses, eine Reihe Geilenkirchener Spielplätze abzubauen, war so eine Entscheidung.

Im Sommer 2015 ging es um die Anlagen Luxemburgstraße, Walloniestraße, Vennstraße, Anemonenweg, Daimlerstraße und Graf-Goltstein-Straße. Die Spielplatzkommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass diese kaum noch genutzt würden.

Nicht zu unterschätzen

Andererseits seien die Kosten für die Unterhaltung der Geräte und die Pflege der Anlagen nicht zu unterschätzen, hieß es. Ergo: Die sechs genannten Anlagen sollen weg. Der Ausschuss stimmte zu. Teils sollten die Flächen anschließend vermarktet werden, teils reine Grünflächen werden.

Was den Spielplatz in der Daimlerstraße, die in dem kleinen Ortsteil Rischden liegt, betrifft, wird dem nun mit einiger Verzögerung widersprochen. Die Eheleute Wenzler, die selbst nur einen Steinwurf von dem Spielplatz entfernt wohnen und diesen mit ihrem eigenen Nachwuchs auch besuchen, halten den Abbau für eine Fehlentscheidung. Der Spielplatz werde sehr wohl genutzt. „Wenn gutes Wetter ist, besuchen wir den Spielplatz eigentlich täglich“, sagt Michael Wenzler.

Die Wenzlers haben eine Liste mit Unterschriften von knapp 25 Bürgern gefertigt, die sie dem Rathaus vorlegen wollen. Das klingt nicht nach sehr viel, ist für einen sehr kleinen Ort wie Rischden aber eben auch nicht ganz wenig. Vielleicht, so hoffen die Wenzlers, lässt sich an der Entscheidung ja doch noch einmal rütteln.

Und siehe da: Bei einem Termin im Rathaus sei tatsächlich signalisiert worden, dass zumindest Schaukel und Rutsche sowie eventuell das kleine Klettergerüst stehen bleiben könnten. Wenn man mehr Geräte wünsche, müssten die aber aus Spenden finanziert werden.

Unmittelbar an der Landstraße

Es sind auch die Gegebenheiten in Rischden, die den Rückbau schwerer wiegen ließen, sagt Michael Wenzler. „Hier gibt es ja sonst nichts, vor allen Dingen nicht für Kinder.“ In der Tat liegt Rischden unmittelbar an der Landstraße und besteht neben der Wohnbebauung vor allen Dingen aus Gewerbe. Wenn der Spielplatz erst einmal weg sei, dann werde Rischden für Familien sicher „noch unattraktiver“.

Es ist nicht das erste Mal, dass jener Beschluss aus dem Bauausschuss im Nachhinein für Unmut sorgt. Im Gegenteil, die Geschichte ist praktisch eine Wiederholung dessen, was sich zu Jahresbeginn am Anemonenweg abspielte. Auch dort wehrten Anwohner sich gegen den Abbau des dortigen Spielplatzes.

Gebracht hat es allerdings nichts. Der Spielplatz ist mittlerweile verschwunden.

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