Geilenkirchen - Nacht der offenen Kirchen: Klänge und Gemälde aus dem Barock

Nacht der offenen Kirchen: Klänge und Gemälde aus dem Barock

Von: a.s.
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Bernd Godemann (links) am Cembalo und Bettina Herbst mit der Traversflöte untermalten den Abend mit barocken Liedern von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Wer am Freitagabend gegen halb neun in die Geilenkirchener St.-Marien-Pfarrkirche gegangen ist, dürfte wohl einen Moment lang schweigend inne gehalten und den klaren, fast gänsehauterregenden Klängen von Traversflöte und Cembalo gelauscht haben.

Die barocken Musikstücke, die von Bettina Herbst und Bernd Godemann gespielt wurden, passten auch zum Objekt des Interesses an diesem Abend: dem Altarbild der Himmelfahrt Mariens im barocken Stil.

Anordnung der Proportionen

Der von Pastoralreferent Manfried Huben geleitete Abend trug den Titel „Vertrautes neu sehen” und fand im Rahmen der Nacht der offenen Kirchen statt. Er befasste sich mit eben diesem Gemälde im Altarraum, das eine abgeänderte Kopie von Peter Paul Rubens „Himmelfahrt Mariae” (1616/18) ist.

Manfried Huben erklärte, dass weder der Name des Künstlers noch ein genaues Entstehungsdatum des Werkes bekannt sei. Ebenso interessant wie die Tatsache, dass das in Geilenkirchen vorliegende Bild in seiner Anordnung und Proportion so den Räumlichkeiten angepasst wurde, dass der Altar nicht die mittleren Personen verdeckt, ist wohl auch die Annahme, dass der Geilenkirchener Künstler die beiden Leinwände, die im unteren Teil der großflächig bemalten Wand eingelassen sind, in Düsseldorf bemalt hat.

Farbähnlichkeit

Denn nur so konnte er die Detail- und Farbähnlichkeit zum Original in der Landeshauptstadt so gut kopieren. Die fertig bemalten Leinwände sind dann nach Geilenkirchen gebracht worden, wo er das Kunstwerk fertig stellte.

Abhandlung im Heimatkalender

Bei dieser Erklärung und weiteren Ausführungen bezog sich Huben auf eine 1994 von Hans-Josef Sprünken im Heimatkalender veröffentlichte Abhandlung. Er sprach seine Dankbarkeit für diese umfangreiche Vorarbeit gegenüber Sprünken, der bereits verstorben ist, aus; er begrüßte Frau Sprünken und Pfarrer Peter Frisch, die an diesem Abend auch anwesend waren.

Ein weiterer Dank galt Dr. Ferdinand Zander, der für diesen Abend sein Cembalo zur musikalischen Untermalung bereitgestellt hatte.

Umrahmt von zwei solch musikalischen Blöcken, befasste sich Seeelsorger Bernhard Kozikowski mit dem Thema „Himmelfahrt Mariens - eine Glaubensfrage heute?” Darin sann er darüber nach, ob das Fest Mariä Himmelfahrt nicht ein „Fest fürs Museum” sei und was das Geilenkirchener Bild dem Betrachter zu dieser Fragestellung sagen kann.

Zunächst betone es die Würde des Leibes und dessen Bedeutung als „Tempel der Seele”; der Leib müsse nicht perfekt sein, „um von Gottes Liebe umarmt zu werden”. Dies sei im Bild ebenso zu erkennen wie eine „Verheißung für jeden Menschen, der nach Gemeinschaft mit Gott strebt”.

DVD gezeigt

Nach der Vorführung der DVD „Himmlich - herrlich - höfisch”, die die Geschichte des Originalwerks Rubens in Düsseldorf von ihren Anfängen bis zum heutigen Tag umfasst, wurde den Besuchern noch die Möglichkeit geboten, den Altarraum zu betreten, um das großartige Kunstwerk einmal aus der Nähe zu betrachten.

Zudem bestand die Möglichkeit, mit Musikern und Redner ins Gespräch zu kommen sowie die vorgeführte DVD mit Ausstellungskatalog des Düsseldorfer Kunstpalastes zu erwerben.
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