Geilenkirchen - Nacht der Bibliotheken: Marc Breuer überzeugt das Publikum

Nacht der Bibliotheken: Marc Breuer überzeugt das Publikum

Von: r.k.
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Kabarettist Marc Breuer freute sich darüber, in der „weltbesten Stadtbücherei“ von deren Leiterin Antonia Zaharanski begrüßt zu werden. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. Bei der Nacht der Bibliotheken in Geilenkirchen ist der Kabarettist Marc Breuer aus Brachelen in der Stadtbücherei aufgetreten. „Das Leben ist wie ein Zirkus – am besten, man lacht mit“, verriet er vor dem Auftritt seine Einstellung zum Leben.

Der in Köln lebende Künstler ist vielen als Mitglied des ehemaligen „Rurtal-Trios“ in Erinnerung. Sein neues Bühnenprogramm trägt den Titel „Ich hab‘ die Ruhe weg.“ Privat sei er auch manchmal hektisch, gab Breuer zu. Ruhe finde er beim Schmökern: „Ich lese alles, was mir vor die Augen kommt“, bekannte er und verriet, dass er super gern verreise. „Und wenn nicht, dann lese ich Reisebeschreibungen über den Amazonas-Dschungel, wo ich mich nie hin trauen würde.“

Antonia Zaharanski, Leiterin der Stadtbibliothek, schilderte, dass sich an der Nacht der Bibliotheken in NRW 200 Einrichtungen beteiligen. „Wir waren bisher immer dabei“, hob sie hervor und berichtete, dass es schon nachmittags einen humoristischen Vortrag von Jürgen Wagner gab, der, ebenso wie der von Marc Breuer, ausgebucht war und großen Anklang gefunden habe. „Sie kennen ihn als einen der attraktivsten Männer von Brachelen!“, kündigte Zaharanski dann den Star des Abends an, der sich freute, „in der weltbesten Stadtbibliothek“ zu Gast zu sein.

Sogleich ließ Marc Breuer in sein Familienleben blicken: Bei der Geburt seines zweiten Kindes sei er dabei gewesen, die Väter würden ja die Hauptlast tragen: „Von 19 Uhr bis vier Uhr morgens hat‘s gedauert, und es gab nicht mal was zu essen!“ Er habe die ganze Zeit auf einem Stuhl ohne Rückenlehne ausharren müssen, dabei sollte er seiner Frau gut zureden, er habe es mit „Tschakka, tschakka – los geht‘s!“ versucht, was jedoch nicht gut angekommen sei. Das Publikum konnte sich vor Lachen nicht mehr halten, und dies wurde an jenem Abend zum Dauerzustand.

Die schlimmste Zeit, stöhnte der Kabarettist, sei nach der Geburt gewesen. Er habe ein Jahr Elternzeit gemacht und sich gefühlt wie ein „Zombie auf Beruhigungstee“. Wenn er mit seinen beiden Kindern auf dem Spielplatz war, umgeben von lauter „perfektionistischen Profimüttern“, die nicht ein einziges Mal darüber gesprochen hätten, wie man den WLAN-Router wieder ans Laufen kriegt, sondern nur Fragen stellten wie: „Mag ihr Kind Gemüse?“, dann habe er nur gesagt: „Wieso Gemüse? Wir haben mit Schoko-Muffins gute Erfahrungen gemacht!“ Die Zuhörer prusteten immer wieder laut heraus und klatschten sich müde.

Der zweifache Papa berichtete auch von Tricks, die er sich habe einfallen lassen: Wenn er sein Kind morgens in die Kita bringe und die Türe nicht schnell genug geöffnet würde, gäbe er es einfach bei Nachbarn ab und werfe einen Abholzettel in den Briefkasten. Früher hätten ja Oma und Opa die Kinder abgeholt, doch seine Eltern machten dauernd Urlaub, beschwerte sich der Comedian. Wenn sie einmal tot wären, würde er kein Sparbuch erben, sondern Fotoalben. Einmal habe sein Sohn drei Stunden in der Kita warten müssen, und die Putzfrau habe sich solange um ihn gekümmert. Die Folge: „Er hat drei Treppen mit geputzt und konnte schon ein paar Brocken Polnisch!“

Der Termindruck mache ihm ebenfalls zu schaffen, klagte Breuer: „Alle zwei Jahre TÜV, alle drei Monate Kaffeemaschine entkalken und alle sechs Monate professionelle Zahnreinigung!“ Die Zuhörer verlangten vehement nach einer Zugabe. Die bekamen sie – und zwar in Person des Löschmeisters Josef Jackel: „Josef mit F wie ‚Pfandflasche‘!“, wie er betonte. In dieser Verkleidung klatschten sich die Zuschauer noch mehr die Hände wund, besonders, als er seinen Sohn ermahnte, im Deutsch-Unterricht gut aufzupassen: „Dann schenke ich dich auch später dem Auto, der wo du dir wünschst!“

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