Nach langem Streit: Löscheinheit Beeck löst sich auf

Von: Jan Mönch
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„Seit 1933“ steht auf einer Plakette im Gemeinschaftsraum der Feuerwehr Beeck zu lesen. 2017 ist sie Geschichte. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Letztlich hat dann doch alle Gegenwehr nichts gebracht. Nach dem Streit mit der Wehrleitung ist die Löscheinheit Beeck nun Geschichte. Zumindest zu einem Teil wird sie aber in der benachbarten Einheit Würm aufgehen. Allerdings nicht geschlossen, wie Stadt und Wehrleitung es gern gesehen hätten.

Wie unserer Zeitung aus Feuerwehrkreisen bestätigt wurde, wird rund die Hälfte der Einheit den Feuerwehrhelm tatsächlich an den Nagel hängen. Die Mitglieder waren beurlaubt worden mit dem Ziel, Zeit für eine Entscheidung zu haben. Unterhält man sich mit denjenigen, die im Herbst vergangenen Jahres an der Diskussion beteiligt waren, gewinnt man den Eindruck, dass die Sache noch immer tief sitzt.

Die Beecker Feuerwehrleute wurden damals vor die Wahl gestellt, sich entweder Würm oder Prummern anzuschließen. Nachdem in den Jahren zuvor die Fusionierungen anderer Einheiten relativ geräuschlos über die Bühne gegangen waren, hatten die Verantwortlichen wohl nicht mit der Gegenwehr der Dorfbevölkerung in Beeck gerechnet, die für den Erhalt ihrer Einheit trommelte. Es war zwar schon lange bekannt gewesen, dass dieser Schritt ansteht.

Doch dann ging es plötzlich um Fragen des Brandschutzes, um die Bedeutung der Einheit für das Dorfleben und um die Wertschätzung des Ehrenamts. Der Streit gipfelte in einer Anzeige der Stadtverwaltung gegen fünf Leserbriefschreiber, die sich angeblich in beleidigender Weise gegenüber der Feuerwehrleitung geäußert hatten. Wenige Tage später zog man die Anzeige wieder zurück. Was die Schließung der Einheit betraf, gingen die Dinge trotzdem ihren vorgesehenen Gang.

Für die Geilenkirchener Freiwillige Feuerwehr kommt es nun nicht ganz so dick wie befürchtet. Denn immerhin sind zwei der Feuerwehrleute bereits nach Würm gewechselt, ein dritter wird folgen. Fünf hingegen treten definitiv aus, drei warten noch ab, ob die Wehrleitung das Gespräch mit ihnen sucht. Ein weiteres Mitglied indes hat seine Beurlaubung verlängert und sich offiziell ebenfalls noch nicht entschieden.

Die Austritte sind auch vor dem Hintergrund der ohnehin seit Jahren rückläufigen Zahl der Aktiven zu sehen. Auch Beecker aus der Ehrenabteilung denken wohl über einen Abschied nach, wie es heißt. Allerdings sind sie als nicht mehr aktive Mitglieder da natürlich keinem Druck ausgesetzt.

Wechsel wird unterstützt

„Die Enttäuschung und die Verärgerung in Beeck sind groß“, sagt der Dorfbewohner Frank Philipp. Er gehört selbst nicht zur Feuerwehr, wohl aber zu denen, die sich im vergangenen Jahr stark für den Erhalt der Einheit eingesetzt haben. Außerdem war er einer der Leserbriefschreiber, die von der Stadt angezeigt wurden. „Bürgermeister Georg Schmitz hat sich bislang bei keinem von uns gemeldet, obwohl die meisten von uns ihn seit Jahren kennen“, sagte Philipp zu unserer Zeitung. Bei einer Aussprache im Rathaus sei er nicht dabei gewesen. Was den Wechsel der mindestens drei Beecker Feuerwehrleute nach Würm betrifft, machte Philipp deutlich, dass dies im Dorf unterstützt werde.

Bürgermeister Georg Schmitz zeigte sich am Dienstag, 13. Juni, gegenüber unserer Zeitung enttäuscht über die Austritte und machte deutlich, dass er diesen Schritt eher nicht nachvollziehen kann: „Wenn es wirklich ums Ehrenamt geht und um den Dienst am Menschen, dann muss ich doch auch in einer anderen Einheit weitermachen wollen“, sagte er. Zudem hätte man den Wehrleuten ja immerhin Wahlfreiheit gelassen, ob sie nach Würm oder nach Prummern wechseln wollen.

Stadtbrandmeister Michael Meyer äußerte seine Hoffnung, dass die noch unentschiedenen Beecker Feuerwehrleute sich ebenfalls entschließen, an Bord zu bleiben. Er warte auf Mitteilung und werde dann auch das Gespräch suchen.

Die beiden Feuerwehrleute, die bereits gewechselt sind, seien sehr engagiert und bereits gut in die Löscheinheit integriert. „Ich sehe die Feuerwehr als Einrichtung zum Schutz der Mitbürger auch über Dorfgrenzen hinweg“, sagte Meyer. „Helfen zu wollen und helfen zu können steht im Vordergrund.“

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