Nach einem Vierteljahrhundert kommt nun das Ende

Von: g.s.
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Ein Blickfang waren die Teelichter von Tina Kellertshofer (l.) und die Weihnachtskugeln in Artischockentechnik von Sabrina Huth. Foto: Schmitz

Geilenkirchen. Seit fast einem Vierteljahrhundert präsentiert die Damenwelt im Haus Basten in Geilenkirchen eine sehenswerte Ausstellung. „Frauen und ihre Hobbys“ lautet denn auch diese Veranstaltung, die im stilvollen Ambiente der „guten Stube der Stadt“ am Wochenende zum 24. Mal der Kreativität des weiblichen Geschlechtes freien Lauf ließ.

Aus der in den Anfängen überschaubaren Präsentation entwickelte sich im Laufe der Jahre eine über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Ausstellung mit Handarbeiten und Werken von Dutzenden von Künstlerinnen aus der Region. Die Geilenkirchener Frauenunion hat seinerzeit „Frauen und ihre Hobbys“ ins Leben gerufen. Mit der Ausstellung sind auch die aktiven Helferinnen älter geworden und haben das „ruhige Lebensdrittel“ erreicht. Da ist klar, dass die Frauenriege auf Hilfe von Jüngeren angewiesen ist, die sind aber rar gesät.

Handwerkliche Arbeiten

So sieht Marlis Tings vom Organisationsteam nicht positiv in die Zukunft und die 24. Ausgabe der Frauenhobbys wird wohl auch die letzte gewesen sein. „Wir haben vor 25 Jahren angefangen, aber der Grundgedanke hat sich mittlerweile überholt“, so Tings. Die Intention sei es gewesen, dass auch Frauen einmal ihre kreativen handwerklichen Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit präsentieren könnten. Aufgrund des überragenden Erfolges sei das Konzept von Vereinen und Organisationen auch in Nachbarkommunen kopiert worden und zwischenzeitlich seien derartige Veranstaltungen weit verbreitet. Daneben sei die anfängliche Unterstützung immer mehr zurückgefahren worden. Bisher habe beispielsweise der Bauhof der Stadt im Vorfeld der Ausstellung die Tische herangebracht und aufgestellt. In diesem Jahr hätten dies die Ehemänner der organisierenden Frauen übernehmen müssen, die aufgrund ihres Alters bei der Schlepperei naturgemäß an ihre körperlichen Grenzen gestoßen seien.

Marlis Tings: „Wir waren immer ein Top-Team, sind aber 25 Jahre älter geworden“. Dankbar sind die Frauen der Stadt Geilenkirchen, die für die Ausstellung immer das Haus Basten bereitgestellt habe und den in der Selfkantkaserne stationierten Kanadiern, welche die Tische zur Verfügung gestellt hätten. Bewerbungen von Frauen für die Teilnahme an der Ausstellung gebe es genug, dies sei nicht zuletzt der besonderen Atmosphäre des Hauses Basten geschuldet. „Unser Team wird jetzt einmal überlegen, was wir in Zukunft anbieten können, vielleicht einen gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen“, sagt Marlis Tings.

Die Cafeteria war auch am Wochenende wieder geöffnet, nur die Musik fehlte. Viele hundert Menschen fanden den Weg zur Ausstellung. Die Teilnehmerinnen aus der Region nutzen die Ausstellung, um sich mit den verschiedensten Handarbeiten und Kunstwerken zu präsentieren. Die handwerklichen Produkte und Arbeiten der zwei Dutzend Frauen aus der Region zeugten von viel Einfallsreichtum. Die Kunstwerke unterschiedlichster Couleur können von den Besuchern erworben werden.

Was die Besucher vorfanden, waren auch Glückwunschkarten, teilweise mit selbst fotografierten Motiven, Modeschmuck, Tonfiguren, Aquarelle, Öl- und Kreidemalerei, Tischdekorationen, Heimtextilien, Stofftiere, Holzschnitzereien, aber auch kunstvolle Porzellanmalerei. Bestaunt wurden die außergewöhnlichen, in Artischockentechnik hergestellten Weihnachtskugeln, wobei verschiedene Farbbänder Styroporkugeln umschließen. „Die Ideen und Fantasien entstehen von allein in meinem Kopf“, erzählt Tina Kellertshofer aus Frelenberg zu ihren Teelichtern mit tollen Mosaikmotiven.

Beeindruckend auch trendige Filzarbeiten, bei denen Wolle und versponnene Wolle zu festem Material verarbeitet werden und so tolle Taschen, Hüte oder Jacken entstehen. Hanny Küch spinnt, die aus der Wolle entstehenden Strümpfe, Tücher, Mützen und Schals sehen toll aus. Daneben gab es auf die Herbstzeit abgestimmte Dekorationen aus Holz, Bast oder Naturmaterialien sowie die gemachte Marmelade.

Der Erlös aus der Veranstaltung kommt wie schon in den Vorjahren in Not geratenen Frauen und Kindern zugute.

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