Nach dem Unwetter sind Feuerwehr und Anwohner noch lange im Einsatz

Von: Ines Kubat
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Nach dem Unwetter reichen nicht überall Besen und Kärcher. Foto: Ines Kubat

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Es ist kurz vor 9 Uhr am Freitagmorgen, als fünf Feuerwehrmänner vor einem Haus in stehen und Anwohnern, deren Keller vollgelaufen war, erklären, dass sie nun an anderer Stelle dringender gebraucht werden. Im Hintergrund hört man das Martinshorn ihrer Kollegen auf dem Weg zu einem Einsatz.

Einer der Feuerwehrmänner reibt sich über die müden Augen. „Solange wir etwas zu tun haben, ist noch Kraft da“, sagt sein Kollege. Seit 23 Uhr am Donnerstagabend sind sie auf den Beinen. Und schon geht es zum nächsten Einsatz: Am St.-Ursula-Gymnasium droht eine Baumkrone abzustürzen.

In Geilenkirchen und Übach-Palenberg beginnen an diesem schwül-warmen Freitagmorgen die Aufräumarbeiten nach dem heftigen Gewitter. Überall sieht man Menschen mit Besen in der Hand, die Äste zusammenkehren, andere kärchern den Schlamm vom Gehweg.

Doch Besen und Kärcher allein reichen nicht immer aus: „Mein ganzer Keller steht unter Wasser und das Dach ist undicht. Und was sagt die Versicherung? Sie zahlt nicht“, sagt ein Geilenkirchener frustriert. Direkt morgens hatte er nachgefragt, wer für den Schaden aufkommen wird. Doch gegen Unwetter sei er nicht versichert, und am vollgelaufenen Keller ebenfalls selbst Schuld, sage seine Versicherung. Schließlich habe er keine Rückstauklappe im Keller verbaut. Der Mann schüttelt den Kopf und widmet sich wieder dem Kehren.

„An einen so großen Einsatz wie heute Nacht erinnere ich mich nicht“, sagt Stadtbrandinspektor Michael Meyer in der Feuerwehrwache, wo an diesem Morgen das Telefon noch immer ohne Pause klingelt. Volle Keller, überschwemmte und von Schlamm bedeckte Straßen hatten die Einsatzkräfte in Atem gehalten.

Dennoch bleibt der Sturm nicht ohne Folgen: In Geilenkirchen wird das Kleiderkarussell für zwei Wochen wegen Wasserschäden geschlossen, in Grotenrath ist das Wahrzeichen des Ortes, ein Baum, der unter Naturschutz steht, vom Sturm gefällt worden – nur zwei der zahlreichen Beispiele.

Und in den Ortsteilen Übach-Palenbergs ist das Bild am Freitagmorgen ähnlich wüst: Knapp 90 Einsätze – hauptsächlich in Scherpenseel und Siepenbusch – haben die Feuerwehr dort beschäftigt, berichtet Detlef Mäntz.

In Scherpenseel kennt man das Bild von überfluteten Kellern und Straßen bereits aus den vergangenen Jahren: Deshalb sieht man auf zahlreichen Bordsteinen noch am Freitag die weißen Sandsäcke dicht an dicht liegen.

Auch Siepenbusch gleicht am Morgen einer Trümmerlandschaft: Hier hat weniger das Wasser für Chaos gesorgt, stattdessen waren es die Bäume, die wie Streichhölzer umknickten. Und erst bei Tageslicht wird vielen Anwohnern das Ausmaß der Schäden an ihren Häusern bewusst.

Wegen der noch anhaltenden Gefahr durch umgeknickte Bäume hat die Stadt Geilenkirchen am Freitag eine Warnmeldung an die Bevölkerung herausgegeben: „Der Aufenthalt sowohl im Bereich von Bäumen, Baumgruppen und/oder Waldstücken sollte vermieden werden“, heißt es darin. Auch am Freitag bestand noch immer Sturmgefahr in Kreisgebiet. Deshalb empfiehlt die Verwaltung eine App namens „Nina“, die frühzeitig Unwetterwarnungen herausgibt.

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