Geilenkirchen - Nach dem Brand: Ab 2016 soll wieder gebadet werden

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Nach dem Brand: Ab 2016 soll wieder gebadet werden

Von: Udo Stüßer
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Noch stehen die Ruinen für die Gutachter, im Oktober 2016 soll das neue Bad eröffnet sein. Foto: G. Schmitz

Geilenkirchen. In nicht öffentlicher Sitzung hat Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend ehrgeizige Pläne unterbreitet: Im Oktober 2016 sollen die Geilenkirchener im neuen Hallenbad ihre Bahnen ziehen können. Bis dahin ist es aber noch ein steiniger Weg.

Nicht in der aufwändigen Planung sieht er ein Problem. Der Wermutstropfen liegt derzeit noch in der unterschiedlichen Sichtweise von Stadt und Versicherung, was die Finanzierung angeht. Derzeit klafft eine Lücke in Höhe von mindestens einer Million Euro zwischen den Vorstellungen von Stadt und Versicherung. Alle Fraktionen haben signalisiert, dass sie keine finanzielle Fahrt ins Ungewisse aufnehmen wollen.

Versichert hat die Stadt ihr im April 2013 abgebranntes Bad zu einem gleitenden Neuwert, sprich Neuwert und Anpassungsfaktoren. In diesem Punkt scheinen sich beide Parteien einig zu sein. Der Teufel steckt aber häufig im Detail, in diesem Fall in Deckelungsklauseln, die die Stadt für strittig hält. Gedeckelt sind laut Versicherung der Technologiefortschritt und behördliche Wiederherstellungsbeschränkungen wie Brandschutzmaßnahmen und energetische Bauweise.

Während Bürgermeister Thomas Fiedler bei dem Bad von einer „zerstörten Sache“ ausgeht und einen ortsüblichen Neubauwert einschließlich Architektengebühren und sonstiger Konstruktions- und Planungskosten einfordert, geht die Versicherung von einer „beschädigten Sache“ aus. Sie will Restwerte anrechnen. So argumentiert sie unter anderem, Teile des Schwimmbeckens und der Wasseraufbereitungsanlage seien noch vorhanden. „Die Versicherung geht von einem Reparaturschaden aus, wir reden über einen wirtschaftlichen Totalschaden“, erklärt Fiedler.

Mit mindestens 7,2 Millionen Euro wird der Neubau eines Bades in Geilenkirchen veranschlagt. Dies hatte Dietmar Altenburg, Geschäftsführender Gesellschafter der Altenburg Unternehmensberatung aus Düsseldorf, im Auftrag der Stadt Geilenkirchen errechnet. Dabei handelt es sich aber nur um ein Grundkonzept, das um Module erweitert werden kann. Je nach Modul - Sprungturm: 500.000 Euro, Sauna: 900.000 bis 1.100.000 Euro, Textiles Dampfbad 70.000 bis 90.000 Euro, Mehrzweckraum für Vereine 150.000 bis 200.000 Euro - könne der Preis bis über neun Millionen Euro hochschnellen.

Somit kalkuliert Thomas Fiedler derzeit mit einer Differenz von mindestens einer Million Euro zwischen den Berechnungen von Versicherungen und Stadt plus Module, für die sich die Stadtverordneten nach Bürgerversammlungen entscheiden werden. Fiedler hofft aber derzeit noch, die unterschiedlichen Auffassungen von Stadt und Versicherung bis zum Jahresende einvernehmlich klären zu können.

Langwierige Prozesse will er vermeiden. Kommt es zu keiner Einigung mit der Versicherung und die Vertragspartner fechten ihre unterschiedlichen Auffassungen vor Gericht aus, muss die Differenz zwischen der Summe, die die Versicherung zahlt, und dem Preis, der für das Bad zu zahlen ist, von der Stadt auf dem Kreditmarkt vorfinanziert werden. Schließlich wollen weder Rat noch Verwaltung bis zum St. Nimmerleinstag mit dem Bau eines Bades warten.

Doch auch dies wäre nicht ganz unproblematisch. Hier stehen Fiedler und Kämmerer Karl-Heinz Kleinjans vor der komplizierten Frage, wie dieser zusätzliche Kredit in das Haushaltssicherungskonzept eingearbeitet werden könnte, so dass das Konzept von der Kommunalaufsicht genehmigt würde. Schließlich sollen durch den Bau des Bades andere wichtige Investitionen in der Stadt nicht gefährdet werden.

Trotz dieser Unwägbarkeiten will Fiedler seinen Zeitplan exakt einhalten: Bis Februar soll sich der Stadtrat für ein Ingenieur-Büro entscheiden, das als Projektentwickler die ganze Entwicklung und den Bau des Bades steuert. Dieser Projektentwickler hat dann nicht nur die Federführung für den Bau, sondern hat die komplette Technik, Energieversorgung und die Folgekosten für die Stadt im Auge. Im März soll sich der Stadtrat für Module entscheiden, die dem Grundkonzept hinzugefügt werden sollen. Hierfür müssen nicht nur die Kosten, sondern auch die Bedarfe ermittelt werden. Sicherlich sind vier Schwimmbahnen günstiger als fünf, auch die Folgekosten sind geringer, allerdings muss die Planung auch den Bedarf decken.

Nach einer EU-weiten Ausschreibung sollen im Juni 2014 alle Planer feststehen, die an dem Projekt beteiligt werden. Der Stadtrat soll dann nach einer Bürgerbeteiligung über die Entwurfsplanung im September 2014 abstimmen. Und dann kann gebaut werden...

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