Muss ein Zaun ums Schulgelände?

Von: Verena Müller
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Die Gemeinschaftsgrundschule Palenberg von der Straße Auf dem Houff aufgenommen: Einen Zaun gibt es hier bislang nicht. Auch von der anderen Seite hat man ungehinderten Zutritt. Laut Schule kommt es immer wieder zu Vandalismus, weshalb ein hoher Zaun Abhilfe schaffen soll. Foto: vm

Übach-Palenberg. Immer wieder demolierte Spielgeräte, mit Obszönitäten beschmierte Wände, Glasscherben und Hinterlassenschaften, die von Drogenkonsum auf dem Gelände zeugen, sind die Bilanz der vergangenen Jahre, welche die Gemeinschaftsgrundschule Palenberg für ihren Schulhof zieht.

Bereits der kommissarische Leiter, Reinhard Howe, hatte sich deshalb seit längerem dafür stark gemacht, dass das Gelände komplett mit einem hohen Zaun abgeschirmt wird, nur zugangsberechtigtes Personal sowie Feuerwehr- und Rettungswagen sollten Einlass erhalten.

Am Dienstag ist der Antrag auf Einzäunung Thema im Schulausschuss der Stadt Übach-Palenberg. Rund 21.000 Euro sind als Kosten veranschlagt. Laut Vorlage kann dem Wunsch der Schule im laufenden Haushaltsjahr 2013 nicht entsprochen werden, die Maßnahme soll aber in den Haushaltsberatungen des kommenden Jahres erneut erörtert werden. Außerdem heißt es darin, dass dem Ordnungsamt und den Außendienstmitarbeitern „keine besonderen Vorfälle“ aus den vergangenen zwei Jahren bekannt seien. „Im Moment ist es wesentlich ruhiger geworden“, sagt Marie-Luise Hermanns, Leiterin des Ordnungsamtes. Der Außendienst kontrolliere mehrmals die Woche und habe den Schulhof nicht als Schwerpunkt für Vandalismus oder ähnliches ausmachen können.

Für die neue Schulleiterin Martina Eichler wäre ein erneuter Aufschub sehr unbefriedigend, wie sie sagt. „Unser Hausmeister muss den Schulhof jedes Wochenende reinigen. Von Glas bis Spritzen ist da alles zu finden“, erzählt sie. Zudem werde das Schulgelände als öffentliches Urinal missbraucht. Im Sommer sei es besonders schlimm. Manche Jugendlichen drehten mit ihren Mofas Runden, andere würden auf einem Flachdach Grillpartys veranstalten. Wie oft die Wände schon beschmiert und in Türen Botschaften geritzt wurden, könne der Hausmeister nicht mehr zählen. Zwar wohne er gleich um die Ecke, aber ständig im Einsatz sein zu müssen, sei eine Zumutung. „Besonders schlimm muss es auch ausgerechnet an unserem Tag der offenen Tür gewesen sein. Da will man sich vor den Eltern in einem möglichst guten Licht präsentieren, und der ganze Schulhof ist zugemüllt“, weiß Eichler von ihrem Vorgänger.

Der optische Eindruck und die entstehenden Unkosten seien allerdings zweitrangig, viel wichtiger sei die Sicherheit der Kinder. Im Moment könnten aber Unbefugte zu allen Tages- und Nachtzeiten unbehelligt kommen und gehen. Auf der Seite Auf dem Houff gibt es gar keinen Zaun, auch Autos könnten auf den Hof fahren. An der Barbarastraße ist der Zaun niedrig und zum Teil durchbrochen. „Ich weiß, dass der Schulhof für Kinder eine schöne Fläche zum Spielen ist, auch außerhalb der Schulzeiten“, sagt Eichler. Aber im Zweifelsfall gehe die Sicherheit vor. Sprich: Ab 16 Uhr müsse der Schulhof dann geschlossen werden können. Damit wäre die Gemeinschaftsgrundschule die letzte verbleibende Schule im Stadtgebiet, die einen Zaun erhalten würde.

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