Übach-Palenberg - Musikalische Zwiegespräche mit „Madämchen”

Musikalische Zwiegespräche mit „Madämchen”

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
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Die „Madämchen” aus Köln fanden beim Konzert des Gesangvereins Übach reichlich Applaus. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Die Jahreskonzerte des Übacher Gesangvereins 1848 sind immer etwas ganz Besonderes. Das war auch jetzt so. Denn als sich draußen der Herbst von seiner schönsten Seite zeigte, erfreuten sich drinnen die Damen und Herren unter der Überschrift „Musik erfüllt die Welt”.

Das galt für das Publikum, das sich im nahezu ausverkauften Rund des Pädagogischen Zentrums (PZ) ein Plätzchen suchte, und auch für die Akteure auf der Bühne.

180 Auftritte im Jahr

Während die Gastgeber traditionell nur mit Männern bestückt antraten, um für Wohlklang zu sorgen, hatten sie sich, sozusagen als „Ausgleich”, das Kölner Damen-Salon-Orchester „Die Madämchen” eingeladen. Deren Leiterin Dorota Lesch gründete als Stehgeigerin das Ensemble vor über 20 Jahren und tourt damit bei gut 180 Auftritten pro Jahr durch die Lande.

Verschrieben haben sie sich den Evergreens der Salon- und Tanzmusik vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er-Jahre hinein. Und die „Madämchen” zeigten, ganz entgegen ihrem leicht süßlich klingenden Namen, dass sie ihren Ruf als hervorragende Band alle Ehre machten.

In stilechten Bühnenoutfits der 1920er-Jahre zeigten sie an Schlagzeug mit Besen, Sousaphon, Saxophon und Geige nicht nur Spielfreude, sondern auch ihren Spaß daran, die Menschen mit ihrem Auftritt zu begeistern. Schon bei ihrem ersten Stück, dem Foxtrott „Mir geht´s gut” von Milton Ager, sprang der Funke ins Publikum über und der Applaus war riesig.

Walzer, Rock, Tango und Czardas

Walzer und Rock, Tango und Czardas: egal, welche Musikrichtung, die Damen aus Köln waren an Spielfreude und perfekter Darbietung kaum zu toppen. Da mussten sich die Herren aus Übach-Palenberg schon ganz schön strecken, um ihren guten Teil zu einem hervorragenden Konzertgenuss beizutragen.

Doch unter der bewährten Leitung von Dirigent Wilfried Hirche und der ausgezeichneten Begleitung von Dr. Thomas Herfs am Klavier gelang das spielend. Sie brachten beispielsweise die mitreißenden „Balalaika-Klänge”, die von Otto Groll nach russischen Volksweisen verfasst wurden und schon den einen oder anderen Ohrwurm enthielten.

Dazu zeigten sie sich auch „Im Feuerstrom der Reben” der Musik von Johann Strauss gewachsen oder stimmten den überaus schwungvollen Klassiker „Veronika, der Lenz ist da!” von Walter Jurmann in einer Bearbeitung von Willy Parten an.

Doch die unbestrittenen Höhepunkte des mit tollen Stücken gespickten Programms im PZ waren ohne Zweifel die musikalischen Zwiegespräche zwischen den Männern des ÜGV und den „Madämchen”. Gemeinsam brannten sie das „Feuerwerk der guten Laune” nach Johann Strauss Werk „Unter Donner und Blitz” ab, was vor allen den Sängern einiges an Tempo abverlangte.

Und auch der „Frühling in San Remo”, „Sassa”, „Im Gegenteil” und „Schau einer schönen Frau” aus der Operette „Maske in Blau” von Fred Raymond war ein überaus gelungenes Zusammenspiel zwischen der Sangeskunst der Gastgeber und dem perfekten Salon-Ensemble aus Köln.

Ein Hochgenuss

Ein derartiger Hochgenuss konnte für die Besucher an diesem wunderschönen Herbsttag nur bedeuten, mit ihrem Klatschen die wehenden Blätter von den Schultern zu fegen und sich begeisternd summend auf einen schönen Abend zu freuen.
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