Übach-Palenberg - Musik ist für sie mehr als Noten und Wohlklang

Musik ist für sie mehr als Noten und Wohlklang

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:
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Für Theo Ortenstein, den frisch pensionierten Leiter der Musikschule in Marienberg, und seine Frau Annemie ist Musik mehr als nur Noten und Wohlklang.

Übach-Palenberg. Musik prägte ihr Berufsleben. Musik ist jedoch nicht nur Beruf, Musik ist auch ihr Leben.

Theo Ortenstein leitete bis zum Dezember die Zweigstelle der Kreismusikschule in Marienberg, beim traditionellen Neujahrskonzert wurde er gemeinsam mit seiner Frau Annemie und Peter Nevelstein, auch einem „Urgestein” der Musikschule, feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Die Schüler, die er in den 37 Jahren als Leiter und Lehrer kennengelernt hat, kann er nicht mehr zählen. „Es sind wohl an die Hunderte”, schmunzelt Theo Ortenstein. Diese Zahl interessiert ihn weniger, dafür umso mehr die Gewissheit, dass er seine Epheben für die Musik begeistern konnte. Musik - das ist für die Eheleute Ortenstein mehr als Noten und Wohlklang, es ist ein Stück Lebensinhalt, ja Lebensqualität.

„Die Musik ist Medizin. Sie fördert die Gesundheit, die Konzentration und sorgt für seelische Ausgewogenheit”, konstatiert Theo Orten-stein. Und er wagt gar die Behauptung, dass musizierende Menschen in der Regel positiv denken und positive Entscheidungen treffen. „Wichtig ist, dass der Mensch musiziert, egal ob Klassik, Jazz oder Rock - man muss sich am und mit dem Instrument wohlfühlen”, fügt Ehefrau Annemie hinzu. Musik und Zwang gehen nicht zusammen, weiß Annemie Ortenstein aus langjähriger Erfahrung.

Der Schüler muss mit Freude bei der Sache sein, sein Musikinstrument mögen. „Wenn die Eltern partout darauf drängen, dass das Kind Geige spielt, das Kind aber liebendgern Trompete spielen möchte, dann sollte man auch die Trompete nehmen”, rät Annemie Ortenstein. Ansonsten werde dem Kind das Musizieren vermiest, und es werde fortan überhaupt kein Musikinstrument mehr anrühren. Die Lösung der grundlegenden Fragen, ob der Nachwuchs überhaupt für die Muße geeignet ist und, gegebenenfalls, für welches Instrument, kann bei musikalischen Früherziehung für Vier- bis Sechsjährige herausgefunden werden. Und was ganz wichtig sei, sei der Faktor Geduld.

„Die Erwartungshaltung bei Eltern und Kindern ist kolossal gestiegen. Alles muss direkt perfekt sein. Schuld daran sind die wegen ihrer Studiotechnik klangreinen CDs und Platten, die auch die Maßstäbe für die Live-Musik auf der Bühne setzen”, stellt der ehemalige Leiter der Marienberger Musikschule-Dependance fest und mahnt „behutsames Vorgehen” an.

Die Zeiten haben sich geändert. Fast wehmütig kramt Ortenstein, der einstige Pädagoge für Tasteninstrumente, Violine und Blockflöte, in den Erinnerungen und geht bis in die Gründerzeit der damals städtischen Musikschule zurück. „Wir haben mit nichts angefangen. Wir hatten kein eigenes Schulgebäude, wir unterrichteten an allen Schulen in allen Stadtteilen. Wir waren auf die Kooperation der Rektoren angewiesen.” Schließlich wurde die Marienberger Hauptschule frei, und die Musikschule bekam dort ihr eigenes Domizil. „Die Klassenräume wurden in einer gewissen Wohlfühlatmosphäre eingerichtet”, schwärmt der frühere Musiklehrer heute noch von jenen „Traumzuständen”.

Ein 24-köpfiges Lehrerkollegium - darunter vier Hauptamtler - gab es. Orten-stein, der 1971 sein Organisten-, Chorleiter- und Küsterexamen an der damaligen Kirchenmusikschule, dem Gregoriushaus, in Aachen absolvierte und seit 1975 in Marienberg angestellt war, wurde 1995 Leiter der noch städtischen Musikschule. 2004 wechselte die Einrichtung samt Personal in die Trägerschaft des Kreises Heinsberg, seitdem fungiert sie als Filiale der Kreismusikschule. Annemie Ortenstein war seit 1995 an der Schule Pädagogin für Tasteninstrumente und im Elementarbereich.

Gemeinsam gehen beide in den Ruhestand. Die Melodie des Lebens, die in ihnen den Herzschlag pulsieren lässt, begleitet sie weiter. Langeweile wird bei beiden nicht aufkommen. Wie sagte Annemie Ortenstein so treffend: „Musik ist ein Aphrodisiakum, das die Menschen stimuliert.”
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