„Mulitkultureller Tag“: Mit Neugier werden Fremde zu Freunden

Von: Renate Kolodzey
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Gemeinsamkeiten im Tanz entdeckt: Marwa Abualjadail (34) und ihr Sohn Raef (12) aus Syrien spielen auf Darbuka-Trommeln. Die Gäste im Mehrgenerationenhaus machen begeistert mit. Foto: Renate Kolodzey
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Neugierig probieren die Kinder Barra (4), Ziena (8) und Raef (12) (v. l.) aus Syrien französische Crêpes und bretonische Galettes, kredenzt von Stefan Starek, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Übach-Palenberg.

Übach-Palenberg. „Es herrschte Lebensfreude pur“, resümierte Marion Dalmisch, Leiterin des Jugendzentrums, den ersten „Multikulturellen Tag“ der Stadt Übach-Palenberg im Mehrgenerationenhaus. Für verschiedene Nationen waren landestypische Küche und ausgewählte Darbietungen geradezu ein Publikumsmagnet.

Halmisch verriet: „Die Idee dazu hatten wir zusammen mit dem Flüchtlingsverein. Organisatorisch umgesetzt wurde es vom Jugend- und Seniorenzentrum.“

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch begrüßte im Jugendzentrum die Gäste, darunter viele Politiker, und betonte, das Mehrgenerationenhaus wolle zusammen mit den unterstützenden Vereinen ein Zeichen für Integration und gegen Diskriminierung setzen. Mit lebendiger Neugier könnten aus Fremden vielleicht eines Tages Freunde werden, wagte er einen Blick in die Zukunft.

Reise um die Welt

Auf die Suche nach „Ausländern“ begaben sich in einem von Michaela Kroll geschriebenen Theaterstück die Kinder Peppo (Jonah Schmidt) und Pippa (Nora Hiseni). Pia und Fiona mimten Einheimische der jeweiligen Länder, und Niko Kroll sprach den Erzähler. An der Technik waren Marcel Busacker und Patrick Lindner.

Die Reise um die Welt begann in Griechenland, wo die Kinder Sirtaki tanzten, ging weiter nach Italien zum Pizzaessen, dann nach England, wo ein Clown Stimmung machte und schließlich in die Türkei, wo sie ein kleines Mädchen kennenlernten. Überall waren die Menschen freundlich, sie tanzten gemeinsam und hatten nicht das Gefühl, Ausländer zu sein. Die Zuschauer waren hingerissen von der munteren Truppe und spendeten üppigen Applaus.

Jetzt ging es nach nebenan ins Seniorenzentrum, wo Reibekuchen und niederländische Poffertjes auf die Gäste warteten. Dazu bot der „Partnerschaftsverein Übach-Palenberg“ mit seinem Vorsitzenden Stefan Starek französische Crêpes und Galettes an, während die „Projektgruppe Malabon Dritte Welt“ mit ihrem Vorsitzenden Herbert Schmerz philippinische Frühlingsrollen und Mango-Produkte offerierte.

Verlockende Speisen aus Syrien

Vor allem aber hatten sich rund 40 Flüchtlinge aus Afghanisten, Syrien und Albanien mächtig ins Zeug gelegt und jede Menge verlockend duftende Speisen zubereitet: Hähnchen „Chicken Birianyi“, Rindfleisch „Dupiasa“ mit Kichererbsen, Reis „Habili Palao“, Süßgebäck „Baklava“ und „Bürek“ sowie bunte Salate. Organisiert hatte die Koch-Aktivitäten Angelika Int-Veen vom „Übach-Palenberger Flüchtlingsverein Hand in Hand“. Welches Ansehen sie genießt, brachte Mahmoud Althaher aus Syrien auf den Punkt: „Sie ist unsere Mama!“ Karin Zondag, Mitarbeiterin des Vereins, betonte: „Fast alles haben die Männer gekocht!“

Witwe Marwa Abualjadail (34), deren Mann in Syrien im Krieg starb, war auch auf dem Fest. Sie ist froh, mit ihren Kindern, den Zwillingen Raghad und Raef (12), Ziena (8) und Barra (4) in Deutschland zu sein. „Hier sind keine Bomben, und alle sind freundlich und helfen mir“, sagte sie. Immer wieder spielten sie und ihr Sohn Raef rasant auf Darbuka-Trommeln zum Tanz auf, während Tochter Ziena dazu sang. Die Flüchtlinge ließen sich von den rhythmischen Klängen mitreißen und begannen zu tanzen: erst zaghaft, dann mutiger, schließlich ausgelassen. Sie forderten auch andere Gäste dazu auf, die sich von der Fröhlichkeit anstecken ließen und gerne mitmachten.

Dalmisch freute sich riesig: „Eine so große Resonanz hätten wir bei diesem Fest nicht erwartet. Auch ältere Besucher waren dabei. Das werden wir auf jeden Fall wiederholen!“ Elke Vanderliek aus Frelenberg konstatierte: „Ich bin begeistert! Hier kann ich verschiedene Nationen, Lieder, Essen und Menschen hautnah erleben. Auf der Straße läuft man nur achtlos aneinander vorbei!“

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