Motorrad- und Trikerverein: Ein Festival für Motoren und Menschen

Von: Markus Bienwald
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Ein Ausritt auf dem Motorrad oder mit den Trikes von den „BTFoG“ stand ganz am Anfang des 15. Festivals. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. „Darf ich noch mit aufs Foto?“, fragte eine Bewohnerin des Katharina-Kasper-Heims in Gangelt noch, bevor viele fotofähige Apparate zum schönen Gruppenbild mit der Dame klickten. Kurze Zeit später war der Innenhof der Katharina Kasper ViaNobis GmbH, wie die Gangelter Einrichtungen zusammengefasst heißen, vom tiefen Brummen der vielen Motorräder und einer Handvoll Trikes erfüllt, die von hier aus zu einer kleinen Rundfahrt durch und um Gangelt starteten.

Voraussetzung dafür war lediglich eine unterzeichnete Einverständniserklärung und das daraufhin verteilte gelbe Armband. „Wir laden die Bewohner anlässlich unseres Festivals immer ein“, so „Hotte“, der eigentlich Horst Sommer heißt und Vorsitzender der Biker & Triker Freunde ohne Grenzen Selfkant ist. Da das auch für die größte Lederkutte viel zu lang wäre, prangt, lediglich ein „BTFoG“ in gelber Schrift auf schwarzem Grund auf den ledernen Outfits der Motorradfreunde.

Und die haben nicht nur ein Herz für ihre im Zwei- und Viertakt schlagenden Verbrennungsmotoren, sondern auch für ihre Mitmenschen. „Wir sind ein ganz normaler Motorrad- und Trikerverein“, erzählt Horst Sommer, den hier natürlich nur alle „Hotte“ oder „Präsi“ nennen.

Damit stapelt er reichlich tief, denn in der Satzung der aktuell 261 Mitglieder zählenden Vereinigung steht ausdrücklich festgeschrieben, dass die Arbeit in sozialen Bereichen und für Menschen mit einem Handicap im Vordergrund steht. „Die Mitgliedschaft ist kostenlos und ohne Verpflichtungen“, sagt Hotte, „aber wir erwarten schon, dass bei sozialen Projekten mit angepackt wird, wenn es die Zeit erlaubt“.

Die Zeit war da, das Wetter hätten sich auch die größten Zweiradfreunde nicht besser wünschen können, und so wurde der inoffizielle Start des inzwischen schon 15. Festivals der BTFoG zu einem Genuss. Doch bevor sich die Karawane der Biker, Triker, Bewohner und Klienten der Einrichtung in Bewegung setzen konnte, gab es noch den offiziellen Segen zum Gelingen der Unternehmung. Dabei erinnerte Diakon Thomas Hoff daran, dass schon die Namensgeberin Katharina Kasper immer davon überzeugt war, dass man dann am besten ist, wenn man etwas tut, was man kann.

Nun, das durfte weder bei der Ausfahrt noch beim späteren Fest im Zelt, das „Am Bongert“ stand, den Bikern und Trikern zum Nachteil gereichen. Denn die Bewohner und Klienten genossen das Festival in vollen Zügen. Nur die eingangs erwähnte Bewohnerin wollte nicht mitfahren auf einer der von den Vereinsmitgliedern bereitgestellten Maschinen. „Ich fahre lieber mit dem Bus“, gab sie zu Protokoll, aber später, im Festzelt, feierte auch sie dann ganz tüchtig mit.

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