„Mölders Soldat und kein Kriegsverbrecher”

Von: unserem Redakteur Udo Stüßer
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Geilenkirchen. Die von den Grünen geforderte Umbenennung der Möldersstraße im Stadtteil Teveren stand erwartungsgemäß im Mittelpunkt der Ratssitzung am Mittwochabend.

Deren Fraktionschef Jürgen Benden begründete den Antrag mit dem Bundestagsbeschluss vom 28. April 1998, ehemaligen Mitgliedern der Legion Condor kein ehrendes Andenken zu bewahren, wie es beispielsweise die Benennung von Kasernen darstelle.

„Mölders war unwiderruflich Mitglied der Legion Condor. Diese war unwiderruflich eine Freiwilligenarmee, die mit Bomben tausende Menschen tötete”, sagte Benden. Allein diese Tatsachen rechtfertigten eine Umbenennung der Möldersstraße.

Die Meinung der SPD-Fraktion sei gespalten, erklärte dazu deren Fraktionsvorsitzender Horst-Eberhard Hoffmann. Der Fraktionszwang sei deshalb aufgehoben worden. Er selbst lehne den Antrag ab, weil die Begründung falsch sei und jeder Grundlage entbehre, „es sei denn, Sie halten die Einhaltung der Soldatenpflichten bereits für ein Verbrechen”.

Der Beschluss beziehe sich nur auf die Umbenennung von Kasernen und Einheiten, nicht auf Straßen. „Und wir unterstehen als Stadt nicht dem Verteidigungsministerium.” Hoffmann weiter: „Hier geht es doch darum, den Ausspruch ,Soldaten sind Mörder wieder aufleben zu lassen.”

„Populismus”

Unter dem Beifall der CDU sagte er: „Der Antrag ist schlechter Populismus.” Für die CDU fasste sich deren Sprecher Wilhelm-Josef Wolff kurz: „Wir sehen keinen Handlungsbedarf. Mölders war nicht in der NSDAP, er war Soldat und kein Kriegsverbrecher. Und für die Anwohner wäre eine Umbenennung mit Unannehmlichkeiten und Kosten verbunden.

„Die Grünen haben den Soldaten und Menschen Mölders ungerechtfertigt in die Ecke eines Nazis gestellt”, erklärte FDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Solenski. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass sich gewisse Kreise als Nestbeschmutzer hervortun.”

Uwe Frings (FDP) beantragte schließlich ein Ende der Debatte. Der Antrag wurde abgelehnt, die Debatte fortgeführt.

Es handele sich schließlich um einen Unterschied, ob man seine Soldatenpflicht in einem demokratischen Staat erfülle oder unter der Herrschaft eines faschistischen Regimes, erklärte Hans-Wilhelm Palmen (SPD).

Auch die Bürgerliste stimme dem Antrag nicht zu, erklärte Helmut Pennartz: „Die Inhalte stimmen nicht, die Situation soll so bleiben. Wir sollten uns lieber dafür einsetzen, dass in der Fliegerhorstsiedlung die Straßen gemacht werden.”

Sechs Ja-Stimmen

Sofia Küppers-Hofmann (Grüne): „Es ist doch ein Unterschied, ob man zum Einsatz in der Wehrmacht verpflichtet wird oder sich freiwillig meldet.” Und Jürgen Benden nochmals: „Mölders war in einer Freiwilligenarmee, und das ist schließlich ausschlaggebend.” Ob Mölders Mitglied der NSDAP gewesen sei oder nicht, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Von drei Historikern gebe es drei unterschiedliche Aussagen.

Bei sechs Ja-Stimmen wurde der Antrag der Grünen abgelehnt.

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