Modellflugzeugclub Ikarus lädt zur Weltmeisterschafts-Qualifikation

Von: Georg Schmitz
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Christian Ulbrich, Guntmar Rüb und Heiko Greiner (v.l.) sind zum Wettbewerb angereist. Das Fluggerät ist startbereit. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern in der Stunde sausten die Modellflugzeuge über die Wiesen und Felder am Rande des Vereinsgeländes vom Modellflugclub (MFC) Ikarus in Rischden. Hier verfügen die Freunde der Miniaturausgaben flugtechnischer Errungenschaften über einen von nur noch wenigen ausgebauten und asphaltierten Modellflugplätzen in Deutschland.

Die intakte Infrastruktur beinhaltet ein funktionelles Clubheim mit Räumen für die Flugzeugaufbereitung und auch für Feiern. Am Wochenende war der MFC Ikarus erstmals Ausrichter für einen „F5B Wettbewerb“, der als Qualifikationslauf auf europäischer Ebene und damit auch als Vorlauf für die kommende Weltmeisterschaft gewertet wird.

Die Tour durch Europa wird über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgetragen, wovon drei Wertungen in Deutschland stattfinden. Aus den fünf Besten wird ein Team gebildet, das Europa bei der Weltmeisterschaft vertritt. Ikarus-Mitglied Pico Motzo hat es geschafft, den Eurotour-Contest nach Geilenkirchen zu holen, und darüber freuen sich auch Vorsitzender Günter Ermer und sein Stellvertreter Robert Pohlen.

„Nach hinten raus könnt ihr euch austoben“, zeigt Günter Ermer auf den Luftraum, den die Teilnehmer aus Belgien, Deutschland, Niederlanden, Österreich und der Schweiz problemlos nutzen dürfen. Es muss stets ein vorgegebener Korridor durchflogen werden, Abweichungen werden nicht toleriert.

Alle Teilnehmer sind mit Wohnmobilen oder Zelten schon einen Tag vor Beginn des Wettbewerbs angereist und haben sich auf dem Clubgelände häuslich eingerichtet. Auch der amtierende Weltmeister des schnellen Segelflugwettbewerbs „F5B“, Wolf Fickenscher aus Bayern, ist mit dabei. Er hat den Titel bereits in den Jahren 2004 und 2006 geholt. In diesem Jahr wird ein neuer Weltmeister ermittelt, und da ist die Konkurrenz nicht zu unterschätzen.

Neben der F5B Kategorie wurde in Geilenkirchen auch ein „F5F“-Fliegen veranstaltet. Die beiden Klassen unterscheiden sich durch Modellgröße und Leistung. F5B-Segler sind kleiner, haben aber eine höhere Leistung. Hier beträgt die Spannweite um die 1,90 Meter, bei F5F Modellen bis zu 2,15 Meter. „Die F5B erreicht eine Steiggeschwindigkeit von 80 Meter pro Sekunde“, erläutert Robert Pohlen. „Das sind so um die 240 km/h.“ Die F5F-Klasse kommt auf rund 180 km/h Spitzengeschwindigkeit. Alle auf Kohlefaser-Basis gebauten Segler verfügen über Elektro-Antrieb, nur so können die hohen Geschwindigkeiten erreicht werden.

Antennen und Instrumente

Die Wettbewerbsflüge sind in Streckenflug, Thermikflug und Punktlandung unterteilt. Das Prozedere muss in exakt zehn Minuten geschafft sein; nur eine Sekunde darüber wird mit Punkteabzug geahndet. In jedem Elektro-Segler befindet sich der gleiche Regler, der eine bestimmte Energiemenge zulässt. Dies hat zur Folge, dass der Pilot die Energiezufuhr genau einteilen muss.

Der betrieben Aufwand ist sehr groß und strotzt voller Technik und Elektronik. Überall stehen funkunterstützte Antennen und Messinstrumente, die jedes Flugdetail aufzeichnen. Die Modelle schrauben sich nach dem Streckenflug in ungeahnte Höhe und sind mit bloßem Auge manchmal nur noch als Punkt zu erkennen. Dann beginnt der Thermikflug ohne Motorunterstützung mit anschließender Landung. Diese muss innerhalb eines Kreises passieren, und das gelingt aufgrund der Erfahrung der Piloten fast immer.

Und dennoch: Wie bei derartigen Wettbewerben üblich, landeten einige Flugzeuge manchmal nicht da wo sie sollten. So musste mancher Besitzer seinen um die 1600 Gramm schweren Segler aus dem benachbarten Feld holen. Und wegen Regens mussten die 37 Teilnehmer den Flugbetrieb mehrfach unterbrechen. Doch am Ende konnten alle Wertungen erfüllt und die glücklichen Sieger mit Urkunden bedacht werden.

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