Geilenkirchen - Modellflug: Dieses Hobby verbindet Jung und Alt

Modellflug: Dieses Hobby verbindet Jung und Alt

Von: Renate Kolodzey
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Startaufstellung am Samstag zum erfolgreichen Rekordversuch, mit 19 Modellen gleichzeitig in der Halle zu fliegen.
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Auch dem jüngsten und ältesten aktiven Mitglied des Vereins macht das Fliegen Riesenspaß: Leandro Nacken (6) und Heinz Eilers (86). Foto: Achim Mathieu

Geilenkirchen. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, heißt es in einem Lied von Reinhard Mey. Dass man nicht unbedingt über den Wolken schweben muss, sondern auch in einer Halle mit kleinen Fliegern großen Spaß haben kann, zeigte der Modell-Flug-Club (MFC) Ikarus jüngst im Bauchemer Heinrich-Cryns-Sportzentrum.

Groß und Klein wollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, denn an beiden Tagen herrschte reger Betrieb. Los ging es mit einem Rekordversuch: 19 Modelle sollten gleichzeitig in der Halle schweben, mit Teilnehmern aller Altersklassen am Start – der Älteste unter ihnen Heinz Eilers (86). Dann der große Augenblick: Den Gästen bot sich ein beeindruckendes Schauspiel von majestätisch herumsegelnden Flugzeugen, ferngesteuert von ihren Besitzern. Dies erforderte großes Geschick, damit sie nicht zusammenstießen, und ließ das Herz jeden Beobachters höher schlagen.

Stündlich gab es beeindruckende Flug-Shows mit Hubschraubern, Quadrocoptern, auch als Drohnen bekannt, und Flugzeugen. Als Moderator fungierte Achim Mathieu, zweiter Vorsitzender des 1958 gegründeten und rund 80 Mitglieder zählenden MFC Ikarus. Thomas Nacken, erster Vorsitzender, ließ mit seinem rund 1000 Euro teuren 3D-Hubschrauber der Profiklasse die Leute staunen, „flippte“ dieser doch kopfüber, drehte sich, zeigte senkrechtes Kopfschweben und tummelte sich äußerst wendig in allen Dimensionen.

Auch Modelle alter Flugzeugtypen waren am Start, etwa die Maschine, die Manfred von Richthofen („Der rote Baron“) flog. Hubert Franken hatte sich den Bauplan aus dem Internet gezogen, einen Maßstab ausgedacht, in dem er ihn nachbauen konnte, und dies allein mit Materialien aus dem Baumarkt bewerkstelligt.

Wie von einem anderen Stern muteten wohl manchem Zeitgenossen die riesigen FPV-Brillen an, die beispielsweise Tim und Marco Schloemer zu den Flügen ihrer Race-Copter trugen. Bei diesen besonders schnellen Drohnen vermittelte ihnen eine ausgeklügelte Kameratechnik in den Brillen den Eindruck, als säßen sie selbst in den Coptern.

Auch Copter-Flugwettbewerbe gab es – beispielsweise mussten sie durch am Boden aufgebaute Zelte schwirren, ohne diese zu berühren. Aus sicherer Entfernung hinter hohen Netzen verfolgten die Gäste fasziniert die gewagten Manöver. Natürlich landete ab und zu ein Flieger unsanft, doch die Blessuren würden im eigenen Vereinsheim in Rischden am Ikarusweg repariert, erklärte Achim Mathieu. Dort würden die Modelle auch gebastelt.

Modellbau ist auch das Hobby von Leandro Nacken (6), dem jüngsten Vereinsmitglied, und seiner Schwester Fee (11). Sie findet: „Es macht total Spaß und es interessiert mich, wie die Flugzeuge funktionieren.“ Moritz Abels (12) und Max Müßingbrodt (11) reizt vor allem das Reparieren, wie auch Max Kalaczynski (16), der bei seiner „Yak 55“ den Motor selbst angebaut hat. Marlon (4) und sein Papa Andreas hingegen schauen sich am liebsten die Vorführungen der Ultraleichtflieger an und sind immer wieder erstaunt, „was Technik alles kann“.

Sehen und Staunen konnten die Besucher auch bei den rund 80 Modellen der Ausstellung: Doppeldecker, Kunstflugmodelle, Segelflugzeuge und Jets mit Verbrennungsmotoren, Elektro- oder Turbinenantrieb im Maßstab von 1:2 bis 1:18 gab es zu bewundern. „Wir haben sogar ein Mädchenflugzeug in rosa mit Strass-Steinen“, verriet Geschäftsführer Frank Kalff augenzwinkernd. „Wer mag, kann gerne jederzeit bei uns das Fliegen kennenlernen“, erklärte er, „auch ohne eigenes Modell.“

Samstags und sonntags sei Betrieb auf dem Platz am Ikarusweg, donnerstags Vereinstag. Am 1. Mai sei Saisonstart mit „Ansegeln“ den ganzen Tag über. Er empfiehlt: „Selbst vorbeischauen! Wenn man es sieht, ist es ganz anders, als wenn man nur davon hört!“

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