Geilenkirchen - Mobiler Hühnerstall: Drei Hähne herrschen über 223 Hennen

Mobiler Hühnerstall: Drei Hähne herrschen über 223 Hennen

Von: Georg Schmitz
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Leckere Körner: Ordentlich Kr
Leckere Körner: Ordentlich Kraftfutter verteilt „Hühnermami” Evi Brudermanns gerne an ihre Schützlinge. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Pit, Kalle und Hugo sind Hähne im Korb und dessen sind sich die drei „Herrscher” über einen Harem von 223 Legehennen auch bewusst. Mit rotem Kamm und voller Brust stolziert das Trio zwischen den Hühnern herum, und der Beschützerinstinkt veranlasst die Hähne zum scharfen Beobachten der näheren Umgebung.

„Das sind meine Kinderchen”, zeigt „Hühnermami” Evi Brudermanns auf das in natürlicher Umgebung ausgelassen spielende Federvieh.

Ein Teil der Hennen pickt im Grünen herum, die anderen haben tiefe Löcher in den Boden gescharrt und suhlen sich in einem Staubbad. Die Stimmung ist nicht nur bei den Hühnern gut, sondern auch bei Hilde Volles, der Eigentümerin des mobilen Hühnerstalls. „Diese Art der Oasen-Haltung mit Auslauf wird seit mehreren Jahren praktiziert”, erzählt die Bio-Bäuerin aus Geilenkirchen.

Ihrer Mitarbeiterin Evi Brudermanns hat sie die Verantwortung für das Projekt „fahrbarer Hühnerstall” übertragen. Und die liebt ihre gluckende Gesellschaft so sehr, dass sie den Hühnchen auch allerhand Streicheleinheiten zukommen lässt. Einige sind derart begeistert von den Zuwendungen, dass sie Evi Brudermanns auf den Schoß springen, in der Erwartung, durch der Menschen Hand zärtlich gekrault zu werden.

„Dekalb Amberling” ist der Name der Rasse, die sich Hilde Volles angeschafft hat. „Diese Rasse ist sehr robust und hat eine gute Legeleistung”, sagt die Chefin von „Hildes Grünzeug”. Die Hennen hätten auch mit einem kalten Winter kein Problem. Bei Volles ist alles Bio, denn darauf hat sie ihren Betrieb aufgebaut. So füttert sie die Hühner ausschließlich mit Biofutter und vielseitigem Saftfutter wie zum Beispiel Gemüse. Weitab jeglicher menschlicher Behausung steht der mobile Hühnerstall mitten auf einem Feld/Wiesengrundstück.

Der Stall wird mit einem Traktor alle zwei Wochen auf dem Gelände ein Stück weiter gezogen, damit den Tieren immer frisches Grün zur Verfügung steht. Die 1500 Quadratmeter Auslauf auf der durch einen Elektrozaun vor Füchsen und Mardern gesicherten Wiese nutzen die Legehennen nur zu einem Viertel, denn sie entfernen sich selten aus dem „Dunstkreis” ihres fahrbaren Stalles. Dieser verfügt über 20 Quadratmeter Fläche, verteilt über zwei Etagen und ist mit einer vollautomatischen Tränke ausgestattet. Solarmodule sorgen für die Innenbeleuchtung und den Strom für den Zaun. „Die Hennen brauchen 16 Stunden Licht pro Tag, sonst legen sie weniger oder auch keine Eier”, weiß Hilde Volles. Die Innenbeleuchtung sei besonders in den Wintermonaten wichtig.

Die Hennen legen einmal am Tag ein Ei in den weichen Dinkelspelz. Zur Eiablage drücken sie morgens eine spezielle Klappe auf, über die sie dann das „Eierzentrum” erreichen. Eine Henne legt etwa ab der 18. Woche nach dem Schlüpfen ihr erstes Ei. „Die ersten sind Mini-Eier, so genannte Pöllen-Eier”, erläutert Hilde Volles. 20 Wochen waren die 225 Legehennen alt, die Hilde Volles erwarb.

Zwei Hennen wurden zwischenzeitlich von einem Hund getötet, der einfach über den Zaun gesprungen sein muss. Evi Brudermanns hat die Biss- und Pfotenspuren untersucht und ärgert sich genauso wie ihre Chefin über diesen Umstand. „Wenn der Jagdinstinkt einen Hund zu einer solchen Tat veranlasst ist das die eine Sache, aber dass sich der Besitzer dann nicht gemeldet hat...”, zeigt Volles kein Verständnis.

Abends wird der Stall geschlossen. Das ist gleichzeitig ein wichtiger Schutz vor nachtaktiven Räubern. Dass es sich um glückliche Hühner handelt, ist nicht von der Hand zu weisen und davon kann sich jeder Mensch selber überzeugen. „Wir wollen den Bürgern Eier anbieten, aus einer Tierhaltung, wie es sich die Hühner und wir Menschen wünschen”, sagt Hilde Volles und dem ist nichts hinzuzufügen.
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