Mobbing in der Schule: Spannende Geschichte macht Mut

Von: st
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Marlene Narizek hat mit „Carl“ ein Buch über „Mobbing in der Schule“ geschrieben. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Du wirst hier in der Schule die Hölle auf Erden haben. Außerdem müsstest du dir große Sorgen um dein kleines Schwesterchen machen. Ich hoffe, du versteht, was ich meine.“ Der Junge, der so energisch droht, ist Moritz. Er ist größer als die anderen Kinder und mit elf Jahren auch zwei Jahre älter als Carl, gegen den er die Drohung ausspricht.

Carl ist mit seinen Eltern und seiner Schwester in eine andere Stadt gezogen und findet sich in der neuen Umgebung schnell zurecht. Und auch der coolste Junge, Moritz, fragt, ob er sein Freund werden will. Doch schnell merkt Carl, dass das keine echte Kameradschaft werden kann. Als Carl daraufhin die Freundschaft kündigen will, wird er von Moritz bedroht und erpresst.

Die Autorin des jetzt im Selfkant-Verlag erschienen Kinderbuches „Carl“, Marlene Narizek aus Geilenkirchen-Beeck, thematisiert eindrucksvoll das Thema „Mobbing in der Schule“, zeigt die Verzweiflung des Opfers und beschreibt die Verunsicherung und Angst des Opfers als Ergebnis von Machtausübung und Gewalt. Eigentlich hatte die Grundschullehrerin Marlene Narizek nie vor, ein Kinderbuch zu schreiben.

Zwar hat sie schon einige Kurzgeschichten, Gedichte und Lieder geschrieben, hat für ihre Schützlinge in der Grundschule Birgden ein Geburtstagslied, ein Abschiedslied und das Schullied komponiert, aber keine ihrer Geschichten veröffentlicht. Die hat sie lediglich den Kindern vorgelesen. Meist waren es Kindheitserlebnisse, die sie dann mit viel Phantasie ausgeschmückt hat.

„In der Frühstückpause in der Schule lese ich den Kindern jeden Tag etwas vor. Eines Abends stellte ich fest, dass ich mir aus der Bücherei kein Buch besorgt hatte. So habe ich angefangen, eine Geschichte zu schreiben“, erzählt die 59-Jährige, wie es zu dem Buch kam. Die Kinder waren fasziniert vom Anfang der Geschichte an. „Und so musste ich weiterschreiben. Ich habe jeden Tag ein Stündchen an der Geschichte geschrieben und hatte so für den nächsten Tag neuen Vorlesestoff“, sagt die Lehrerin.

Eine Kollegin, die das Manuskript gelesen hatte, bewog sie nun zur Veröffentlichung. „Ich habe die Geschichte nur zur Unterhaltung der Kinder geschrieben, damit ich interessanten Vorlesestoff hatte. Die Geschichte entstand aus meiner Phantasie heraus, die Inspiration kam durch Kindheitserinnerungen. Ich wollte keinen pädagogischen Zeigefinger heben oder pädagogische Ratschläge erteilen“, erklärt die Autorin.

Kinder sollten in die Geschichte eintauchen, dann könne jeder seine Lehre aus der Geschichte ziehen. Allerdings eine Botschaft will sie ihren Lesern mit auf den Weg geben: „Manchmal musst du Nein sagen.“ Die Lehre aus diesem Buch nennt Christoph Esser, Schulrat im Kreis Heinsberg, eine „Mut machende Botschaft“, die lautet: „Nur wenn du redest, wird es besser.“

Als Lehrerin der Birgdener Grundschule ist Marlene Narizek selbst nur selten in ihrer Laufbahn mit Mobbing konfrontiert worden. „Solches Verhalten wird sofort im Keim erstickt. Sobald erste Anzeichen von Mobbing erkennbar sind, werden mit dem betreffenden Schüler und dessen Eltern Gespräche geführt. Im allerschlimmsten Fall gibt es einige Tage Schulverbot“, erläutert sie. Doch das ist während ihres Berufslebens lediglich zweimal vorgekommen.

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