Mitten hinein ins närrische Epizentrum

Von: Markus Bienwald
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Clowns an die Macht! So voll war es gleich beim Eintreffen des überaus gelungenen zentralen Rosenmontagszuges am Übacher Rathausplatz. Foto: Markus Bienwald
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Schon seit vielen Jahren ist auch die Kaiser-Karl-Stube beim Karnevalszug vertreten. Dieses Jahr sorgte der jecke Freundeskreis als wilde Hippietruppe für Staunen an den Straßenrändern.
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Bunt verkleidet und warm eingepackt lässt sich der Rosenmontag problemlos genießen.
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Fotos wie dieses lassen auch für den karnevalistischen Nachwuchs Gutes vermuten.

Übach-Palenberg. Eins wurde an diesem Tag jedem Jeck klar: der zentrale Rosenmontagszug in Übach-Palenberg ist nicht nur einer der längsten Züge in der Region. Er gehört mit Sicherheit auch zum Stimmungsvollsten, das im Karneval erlebt werden kann. Schon beim Aufstellen am Palenberger Bahnhof war von Hektik keine Spur.

Vielmehr nahmen sich die mehr als 750 Zugteilnehmer mit ihren 30 Gruppen und Wagen ihre Zeit, um sich auf den langen Weg nach Übach vorzubereiten. Da wurden die Wurfsäcke befüllt, die letzten Schnäpse zum Aufwärmen getrunken und nochmal das karnevalistische Liedgut einstudiert.

Allerhand zu regeln

„Ich bin absolut zufrieden“, lächelte Zugleiter Wolfgang Dressel vom Festausschuss Übach-Palenberger Karnevalsvereine. „In diesem Jahr haben wir zwar weniger Gruppen, aber mehr Teilnehmer als im letzten Jahr“, führte er aus, ehe er wieder zum Einsatz musste. Koordination war schließlich alles an diesem Tag, denn bis der letzte Wagen das Areal auf dem Bahnhofsvorplatz verlassen hatte, gab es allerhand zu regeln und zu organisieren.

Liebenswert und quietschgelb

Das war den Teilnehmern am Ende aber nicht so wichtig, denn bei ihnen kam die Feierlaune wirklich nicht zu kurz. Und die Themen spiegelten dabei eine selten gesehene Bandbreite wider: da marschierten beispielsweise die liebenswerten und quietschgelben „Minions“ vom Förderverein Kinder und Jugend Frelenberg mit, die mindestens genauso viel gute Laune verbreiteten wie die Originale aus dem Zeichentrickfilm.

Da gab es auch eine Abordnung der evangelischen Kirchengemeinde, die es sich im Lutherjahr nicht nehmen ließ, mit den historischen Thesen des Reformators am Zug teilzunehmen. Manch einem war da der Tresen näher, am besten natürlich in den eigenen Wagen integriert wie bei der perfekt ausgeklügelten Konstruktion der Pandabären aus Scherpenseel.

Auch toll kostümierte Gruppen gab es en masse: Da freuten sich gleich neben den Einsteins der Johanniter-Kita Übach die Hippies von der Kaiser-Karl-Stube. Da feierten die Punks aus Marienberg friedlich mit den Krümelmonstern, und natürlich freuten sich schon alle auf das Finale rund um den Übacher Rathausplatz.

Doch zuvor war für alle ein langer, teils bergiger Zugweg zu absolvieren, der vom Palenberger Bahnhof über die Carolus-Magnus-Allee und die Maastrichter Straße zur Carolus-Magnus-Straße und schließlich ins jecke Epizentrum führte, wo die Stimmung perfekt war und jedem Zaungast schnell klar war, warum der Rosenmontag dem Rheinländer nicht umsonst als höchster Feiertag gilt.

Am Rathausplatz kam der Zug nach gut zwei Stunden an, und tausende Jecke, die in teils bunten Kostümen am Straßenrand schon einige Zeit auf den besten Plätzen ausgeharrt hatten, freuten sich über reichlich Kamelle.

Mit der Musik, die nicht nur vom Band, sondern auch von den ausgezeichneten Live-Musikern der Privat-Musikkapelle Scherpenseel (PMS), der Broicher Artillerie und dem Trommler- und Pfeiferkorps Übach-Palenberg kam, war die Stimmung so schon perfekt, bevor es zum Weiterfeiern ging.

Und dank der Eisbrecher von der PMS, die gleich an der Zugspitze beste Laune verbreiteten, machte es von Anfang bis Ende richtig Spaß, auch wenn in diesem Jahr zum zweimal elfjährigen Bestehen des Festausschusses Übach-Palenberger Karnevalsvereine mal keine Tollitäten im Stadtgebiet auszumachen waren.

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