Mit Stöckelschuhen und Hütchen ins Kino geschmuggelt

Von: Renate Kolodzey
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Erna Würfel aus Übach wird heute 90 Jahre alt. Foto: R. Kolodzey

Übach-Palenberg. „Sport war für mich alles – im Handball habe ich mich ausgetobt“, erinnert sich Erna Würfel gerne an ihre Jugendjahre. Am Samstag, 15. Oktober, feiert sie in Übach ihr 90. Wiegenfest. Im Seniorenheim an der Carlstraße wird das gefeiert.

Geboren wurde sie als Erna Gunhold am 15. Oktober 1926 in Walsum, Kreis Mönchengladbach. Ihr Vater war Hauer, die Mutter Näherin. Sie wuchs zusammen mit ihrer Schwester Maria auf. Als die kleine Erna zwei Jahre alt war, zog die Familie nach Übach, wo ihr Vater eine Anstellung auf der Zeche Carolus-Magnus fand. Nach der Schule arbeitete sie zwei Jahre in der Küche des heutigen Loherhof, der früher eine Lehrerbildungsanstalt war. Danach war sie ein Jahr in Düren im Küchenbereich angestellt, in einer Bildungsanstalt für Lehrerinnen. „Da hatte ich mich einmal ins Kino geschmuggelt, obwohl ich noch nicht 18 Jahre war“, erzählt sie augenzwinkernd, „mit Stöckelschuhen und Hütchen, um älter auszusehen. Leider hat es nicht geklappt – man schickte mich weg mit den Worten: ‚Fräuleinchen, gehen Sie mal wieder nach Hause.‘“

Durch einen Professor jener Schule wurde sie anschließend nach Rüdesheim in einen Friseurhaushalt vermittelt, wo sie zweieinhalb Jahre tätig war.

In den Kriegswirren war der Vater Soldat und fuhr zur See, während die Mutter in Duderstadt evakuiert war, wohin sich auch Tochter Erna begab. Nach Kriegsende ging es zurück nach Übach, und kurz darauf kehrte auch der Vater zurück und begann wieder in seinem Beruf zu arbeiten. Auch die Jubilarin fand eine Anstellung für eine Saison in der Küche bei Baron Brauchitsch in Palenberg und war anschließend 17 Jahre in der Aachener Schokoladenfabrik Monheim beschäftigt.

Ihren Mann Karl, einen Bäckermeister, der nach einer Kriegsverletzung in einem Heim lebte, lernte sie durch ihre ehrenamtliche Besuchstätigkeit bei der SPD, in der sie 20 Jahre Mitglied war, kennen und lieben. 1975 heirateten die beiden, doch inzwischen ist Karl leider gestorben. Seit dreieinhalb Jahren lebt die Jubilarin im Übacher AWO-Seniorenheim in der Carlstraße, wo sie sich sehr wohl fühlt. „Auch meine Schwester Maria Damsack ist hier“, freut sie sich. Am besten findet sie, dass man ihr dort „keine Vorschriften macht“ und das Personal „nett und freundlich“ ist.

Auf ihren Ehrentag, den sie mit Familienangehörigen, unter anderem ihren Nichten, im Heim feiern wird, freut sie sich sehr.

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