Mit Rhythmus und Gefühl bis an kalifornischen Strand

Von: Johannes Gottwald
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Fulminante Stücke in untersch
Fulminante Stücke in unterschiedlicher Orchestrierung bot die Geilenkirchener Big Band beim Konzert im Gymnasium. Titel und Solovorträge wurden per Monitor angekündigt. Foto: Gottwald

Geilenkirchen. Aus dem Konzertieren kommt man zur Zeit im Bischöflichen Gymnasium St. Ursula gar nicht mehr heraus. Nachdem sich jüngst mehrfach die verschiedenen Orchester und Ensemblegruppen der Schule vorgestellt hatten, wollte diesmal die Big Band ihr musikalisches Können demonstrieren.

Und einmal mehr strömten zahllose Fans von Schlager, Rock und Pop in die Sporthalle des Gymnasiums und füllten den Raum bis auf den letzten Platz. Natürlich waren auch wieder viele Eltern dabei, die nun Gelegenheit hatten, die Leistungen ihrer Sprößlinge aus erster Hand kennenzulernen.

Die Rolle des Vorspanns übernahm der Frauenchor, der „Rolling in the Deep” von Adele Atkins ruhig und anmutig vortrug, dabei von dezenten Schlagzeug-Rhythmen untermalt. Es folgte der „Vokalpraktische Kurs” mit Auszügen aus dem Musical „The Lion King” von Elton John. Aus über hundert sangesfreudigen Kehlen erklangen unter den Dirigat von Brigitte Reymer „Circle of Live”, „I just cant wait to be King”, „Be prepared”, „Hakuna Matata” und „Can you feel the love tonight”. Alle fünf Nummern ernteten stürmischen Applaus.

Nach dieser Einstimmung hieß es umräumen, denn nun begann das eigentliche Programm der Big Band, die nun die Bühne betrat. Die abgebildete Sonne auf dem Programmzettel deutete schon an, dass diesmal bewusst kein spezielles Motto gewählt worden war - vielmehr wollte man einen farbigen Querschnitt moderner Unterhaltungsmusik präsentieren.

Die temperamentvollen latein­amerikansichen Rhythmen des „Children of Sanchez” bildeten einen fulminaten Auftakt, gefolgt von dem nicht minder wirkungsvollen „Soul Man” und „Take the A-Train” aus der Welt des Jazz. Die Big Band spielte keineswegs immer im Tutti (voll orchestrierte Passagen), vielmehr waren in den Stücken immer wieder brilliante Trompeten-, Posaunen- und Saxophon-Soli eingestreut, die spontanen Beifall hervorriefen.

Auch die bekannte Filmmusik zu „The Pink Panther”, bei der sich selbst der unbedarfte Laie mühelos ein auf leisen Pfoten schleichendes Raubtier vorstellen konnte, zeigte auf eindrucksvolle Weise, dass Dirigent Leo Jansen seine Big Band in sorgfältiger Detailarbeit zu einem hervorragenden Klangkörper geformt hat.

Ebenso überzeugend gelang auch „Take Fire”, allerdings mussten die Musiker hier dreimal hintereinander starten: Moderne Technik hat eben auch manchmal ihre Tücken. Weiter ging es mit drei bekannten Hits aus den USA: „Man in the Mirror” wurde vor allem durch den 2009 verstorbenen Michael Jackson bekannt, und „New York, New York” genießt in der unvergeßlichen Interpretation von Frank Sinatra geradezu Kultstatus. Bei „California Dreaming” konnte man dann vor seinem geistigen Auge die weiten Sandstrände und den blauen Pazifik an der amerikanischen Westküste erscheinen lassen.

Auch nach der Pause blieb die Big Band musikalisch gesehen in der Neuen Welt. „Sharp Dressed Man”, „Give up Funk”, „Brouhaha” und „Summer of 69” fesselten die Zuhörer durch mitreißende Rhythmen und farbige Instrumentation.

Minutenlange Ovationen

Alle Stücke wurden auf einem Monitor textlich angekündigt, außerdem wurden bei Solopartien auch die ausführenden Musiker eingeblendet. Zusätzlich sorgten Scheinwerfer mit wechselnden Farbspielen für ein passendes Ambiente, das die spröde Sporthallenatmosphäre nahezu vergessen ließ. Den musikalischen Schlusspunkt setzten dann „The angry Husband”, „Music” von John Miles, „Flashdance” und „Its raining Men”.

Mit rauschenden, minutenlangen Ovationen bedachte das Publikum diese großartigen Darbietungen, denen sich selbstverständlich noch eine Zugabe anschloss.

An diesem Abend wurde wieder einmal deutlich, auf welch vielfältige Weise Musik am St.-Ursula-Gymnasium praktiziert wird. „Das ist”, so wurde an diesem Abend aus den Zuhörerreihen gehört, „beispielhaft für manch andere Schule.”
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