Mit offenen Augen Lebenswelt der Senioren verbessern

Von: st
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Gemeindesozialarbeiterin Nicole Abels-Schell. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Immer mehr alte Menschen sind einsam. Die Kernfamilien leben oft nicht mehr zusammen. Ursachen dafür sind eine veränderte Arbeitswelt und der demografische Wandel. Meist sind heute beide Ehepartner berufstätig, so dass die Zeit für den alten Vater oder die alte Mutter fehlt. Und auch die viel gerühmte Nachbarschaftshilfe ist nicht mehr so, wie es früher der Fall war.

Die Lebenswelt der Menschen verbessern: das hat sich Nicole Abels-Schell, als Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes für Geilenkirchen und Übach-Palenberg zuständig, zur Aufgabe gemacht. „Ich sehe genau hin, wo in den unterschiedlichsten sozialen Bereichen, bei Jung und Alt, Probleme sind”, sagt sie. Für die Lösung hat sie ein Patentrezept: Vernetzung! „Ja, wenn ich ein Problem sehe, wenn ich in der Altenarbeit feststelle, dass Menschen vereinsamen, frage ich mich, wen kann ich mit wem in Verbindung bringen, um die Dinge zu verändern”, sagt die Sozialpädagogin.

„Vernetzung” ist auch immer wieder ein Thema des „Runden Tisches” zur Altenarbeit. Nicole Abels-Schells Vorgängerin Ute Wallrafen-Achter hat ihn im Jahre 2003 ins Leben gerufen. Doch nachdem sie nach Heinsberg versetzt wurde, ist diese Runde förmlich „eingeschlafen”. Nicole Abels-Schell hat sie im vergangenen Jahr wieder ins Leben gerufen. Hier treffen sich die ehrenamtlichen Vertreter aus den kirchlichen Gemeinden, Vertreter der Stadtverwaltung, der Franziskusheim gGmbH und der Caritas-Pflegestation. Es sind meist kleine Probleme, die in dieser Runde angesprochen werden, für die aber meist auch schnell eine Lösung gefunden wird.

Da ist die Stolperkante am Bürgersteig, die nur alten Menschen auffällt, aber schnell von Mitarbeitern der Stadt beseitigt werden kann. Da ist es die zu kurze Ampelschaltung, über die unbedingt gesprochen werden muss. „Wir stellen uns immer wieder die Frage. Wie kann man die Lebenswelt der Senioren verbessern?”, sagt Nicole Abels-Schell.

Die vielen in den katholischen Pfarren ehrenamtlich Tätigen haben einen großen Anteil daran: Sie haben Besuchsdienste für Senioren im Krankenhaus und Altenheim eingerichtet, überbringen Altersjubilaren einen Gruß aus der Gemeinde, besuchen Kranke zuhause und kümmern sich intensiver um sie, wenn der Bedarf da ist. Sie organisieren Kaffeenachmittage, Frühstücksangebote, Ausflüge, Spiele-, Tanz- und Singangebote und Vorträge.

„Das Angebot ist in jeder Pfarrgemeinde unterschiedlich”, weiß die Sozialpädagogin. Lediglich in Übach-Palenberg gibt es mit dem Mehrgenerationenhaus eine zentrale Anlaufstelle für ältere Menschen, die Abwechslung und Unterhaltung suchen. „Solche eine Einrichtung wäre natürlich auch eine Bereicherung für Geilenkirchen”, erklärt Abels-Schell.

Und dennoch: Wer als Senior in Geilenkirchen Abwechslung sucht, dem wird so einiges geboten: Die Pfarre St. Mariä Himmelfahrt lädt einmal monatlich ins Marktcafé, die evangelische Kirchengemeinde bietet Kaffeenachmittage und etliche Freizeitangebote. In der Pfarre Gillrath ist an jedem ersten Dienstagnachmittag das Seniorencafé geöffnet, in der Pfarre Grotenrath wird in 14-tägigem Rhythmus mittwochs zum Frühstück geladen. Frühstücks- und Kaffeeangebote gibt es auch in Lindern.

„Alle Angebote des Franziskusheimes und von Burg Trips sind auch für alle Senioren offen, die nicht in diesen Heimen leben”, freut sich Abels-Schell. Und da wird Sitztanz geboten, da gibt es Gedächtnistraining, Kegeln, Spielkreise und Vorträge. Da gibt es Konzerte, Ausstellungen und Musik- und Erzählcafés...
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