Mit heißen Öfen zum Herrensitz

Von: g.s.
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Gastgeber Heinz Willms (r.) un
Gastgeber Heinz Willms (r.) und seine Ehefrau Yvonne (vorne links) konnten beim „Ofenfest” am Haus Beeck viele Oldtimerfreunde aus Schlierbach, Kisslegg wie auch aus Belgien begrüßen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Beeck. Ein besonderer Freundeskreis von Idealisten hat sich da gefunden. Die Auswirkung: das erste „Ofenfest” im beschaulichen Golddorf Beeck.

Was ist ein Ofenfest? Die Erklärung geben zwei der Initiatoren dieses geselligen Spektakels. Ausschlaggebend war das Interesse an historischen Traktoren einiger Menschen aus Schlierbach im Odenwald. Bei einem Treffen vor rund zwei Jahren vertrieb man die Kälte mit der molligen Wärme aus einen „Bullerjan”-Ofen. Das sind große Vorrichtungen, die Arbeitswerkstätten beheizen.

Die Schlierbacher hatten ein Dutzend Gleichgesinnter aus Kisslegg im Allgäu zu Besuch, die sich sofort für das Großgerät begeisterten. „In Kisslegg wird auch so ein Ofen benötigt”, waren sich die Bayern sicher. So machten sich die Schlierbacher im vorigen Jahr auf den Weg ins 320 Kilometer entfernte Kisslegg und bereicherten den dortigen Weihnachtsmarkt mit ihrem Bullerjan-Ofen.

Beim Oldtimer-Traktor-Treffen im Mai in Beeck waren auch die Kisslegger und Schlierbacher mit von der Partie. Hier wurde die Idee geboren, in der Vorweihnachtszeit ein Ofenfest zu veranstalten. Heinz Willms war darüber derart erfreut, dass er spontan sein Grundstück zur Verfügung stellte. Jetzt also trafen sich die Oldtimer und Ofenfreunde am Willms-Haus in Beeck, dem alten Herrensitz mit umgebenden Wiesen und dem attraktiven Innenhof.

Nicht nur aus Schlierbach und dem von Geilenkirchen 630 Kilometer entfernten Kisslegg waren Menschen mit ihren Öfen angereist. Von überall rollten die Heizgeräte an, auch Österreicher und Belgier zählten zu den rund 100 Gästen, die sich der „Kunst des Ofenheizens” verschrieben haben.

Gastgeber Heinz Willms und seine Ehefrau Yvonne freuten sich über das quirlige Leben, das an diesem sonst so beschaulichen Ort nun für ein paar Tage herrschte. Zehn Öfen verschiedener Art, darunter auch Eigenbauten, heizten den Damen und Herren auf dem Gelände ordentlich ein. Wem das nicht reichte, der konnte sich mit Glühwein oder ähnlichen Getränken von innen her wärmen.

Unter den Freunden des untypischen Ofenbaus entwickelten sich naturgemäß Diskussionen, und es wurde viel gefachsimpelt. „Wir sind eine große Familie” berichtete Albert Pfender, der mit Josef Frehr einen echten (Bezirks-) Schornsteinfegermeister als Glücksboten aus Kisslegg mitgebracht hatte. Beide heizten mit Holz aus dem Allgäu ihren schweren Werkstattofen an, während sich in der festlich hergerichteten Halle des Anwesens viele Gäste mit fester und flüssiger Nahrung stärkten.

Den schwersten Ofen, ein zwei Tonnen schweres Backhaus, hatte ein belgischer Fan mitgebracht. Beim leichtesten Gerät handelte es sich um einen zehn Kilogramm schweren Schützengraben-Ofen.

Hausherr Heinz Willms hat seine Freunde bereits in Schlierbach und Kisslegg besucht und ist voll des Lobes über das „freundliche Völkchen”. Am Freitag waren bereits die ersten Gäste angekommen, zum Teil mit einem Ofen im „Gepäck”. Einige übernachten in Wohnwagen, andere wiederum waren in Geilenkirchener Hotels untergebracht. Schon jetzt steht fest, dass ein drittes Treffen dieser Art stattfinden soll. Als Ort für die Feier ist Kröv an der Mosel auserkoren worden.
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