Mit guten Gewissen: Pausensnacks aus dem Fair-o-mat

Von: g.s.
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Ruth Oberthür (3.v.l.) und Robert Jansen (kniend l.) sowie die Schüler der „Eine Welt AG“ vor dem „Fair-o-mat“. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Schon lange reifte der Gedanke bei den Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums nach der Anschaffung eines „Fair-o-mat“. Dieser inzwischen installierte Automat für den Snack zwischendurch soll einen kleinen Beitrag zum Handel unter fairen Bedingungen und somit für mehr Gerechtigkeit leisten.

Religions- und Erdkunde Lehrerin Ruth Oberthür sowie ihr Kollege Robert Jansen beschäftigen sich im Unterricht seit Jahren mit dem Thema Fairtrade. Im Frühjahr 2012 wurden beide erstmals auf einen Automaten aufmerksam, der ausschließlich mit fair gehandelten Produkten bestückt war. „Fairer Handel ist in den vier Unterrichts-Fächern Erdkunde, Englisch, Sozialwissenschaften und Religion Lehrstoff an unserer Schule“, erzählt Ruth Oberthür. Was lag also näher, als sich Gedanken über eine greif- und sichtbare Umsetzung des Themas zu machen?

Ruth Oberthür rief im November die „Eine Welt AG“ ins Leben. Themen wie Kinderarbeit und Dumping-Löhne wurden besprochen sowie Sinn und Notwendigkeit von fairem Handel. Schließlich wurde darüber nachgedacht, wie sich die Schule dem Thema stellen kann.

Die Erdkunde- und Religionslehrerin brachte fair gehandelte Leckereien mit ans St.-Ursula-Gymnasium, die sie vom Weltladen in Aachen bezog. Warum soll nicht allen Schülern die Möglichkeit gegeben werden, auf freiwilliger Basis Fairtrade-Produkte zu kaufen?

Das Beispiel Inda-Gymnasium in Aachen-Kornelimünster hatte zudem aufgezeigt, dass die Akzeptanz für einen sogenannten Fair-o-mat durchaus vorhanden ist – trotz der höheren Preise der Snacks. „Wir wollen ein Zeichen setzen und für fairen Handel werben“, nennen Romjiga Ramanathan, Isabel Machnik, Lara Essers, Hannah Dohlen, Jana Mayer, Stefanie Flatten, Jonas Derichs und Yannik Heidbüchel den Grund für ihr Engagement. Die Schüler verwalten und bestücken den Fair-o-mat, der Ende Mai an der Schule in Geilenkirchen eintraf und zwischenzeitlich in der Pausenhalle aufgehängt wurde.

„Die Schüler bestimmen, was in den Fair-o-mat reinkommt“, macht Robert Jansen klar. So sind es derzeit Sesam- und Erdnussriegel, Neapolitanerwaffeln, verschiedene Schokoladen, Fruchtriegel Mango-Paranuss und Schutzengelmangos, die in dem 111 Zentimeter hohen und 60 Zentimeter breiten Automaten angeboten werden. Er besteht aus recyceltem Blech und ist an der Vorderseite mit Sichtfenstern aus PVC ausgestattet.

Romjiga Ramanathan (Bild) drehte zu Vorführzwecken am Rad, das sich an der rechten Seite befindet. Der Fair-o-mat wird rein mechanisch, also ohne jegliche Stromzufuhr betrieben. Die Betriebsanleitung weist darauf hin, dass die Münzen an der rechten Seite passend eingeworfen werden müssen. Eine Drehung am Rad, beziehungsweise am Knopf neben dem ausgewählten Fach, setzt die Spirale im Innern in Bewegung. Diese befördert den ausgesuchten Snack nach links in den Ausgabeschacht, wo er entgegengenommen werden kann.

Zwischen 60 Cent und drei Euro kosten die Leckereien, wobei die getrockneten Mangos am teuersten sind.

Nicht nur die beiden Lehrer, auch die beteiligten Schüler freuen sich über die positive Resonanz von Seiten der Jugendlichen. Es sei schon vorgekommen, dass alle zehn Schokoladentafeln aus einem Fach in der großen Pause gekauft und mit gutem Gewissen verspeist wurden.

Die Schüler wollen jedenfalls etwas tun, um unfairem Welthandel die Rote Karte zu zeigen. Es ist nur ein kleiner Schritt, aber sie setzen sich mit dieser Maßnahme für gerechtere Löhne und Einkommen für Kleinbauern in Entwicklungsländern ein, die die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken.

Ruth Oberthür hat sich schon ein weiteres Ziel gesetzt. Sie arbeitet darauf hin, die von Fairtrade verliehene Auszeichnung „faire Schule“ in den nächsten Jahren an das Bischöfliche Gymnasium zu holen. Einige Kriterien sind durch zahlreiche Projekte und nicht zuletzt durch die Anschaffung des Fair-o-mat bereits erfüllt.

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