Geilenkirchen - Mit „Ente“ und Baguette in die Pension

Mit „Ente“ und Baguette in die Pension

Von: Georg Schmitz
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Geilenkirchen. In der Stunde des Abschieds flossen nicht nur bei Matthias Küsters Tränen, sondern auch bei manchen Kolleginnen und Kollegen, aber auch bei vielen seiner Schülerinnen und Schüler. Dem offiziellen Festakt in der vergangenen Woche folgte am Freitagmorgen die Verabschiedung durch Schüler, Lehrer und Eltern im Innenhof des St.-Ursula-Gymnasiums.

Den Sonnenschein dazu hatte sich der Schulleiter verdient, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Mehr als 1300 junge Menschen, die Matthias Küsters vom ersten Tag an in der Schule begleitet hat, sagten Adieu und bereiteten ihm an diesem Morgen einen fröhlichen wie wehmütigen Abschied. Darunter waren auch viele der bereits verabschiedeten Abiturienten, die ein letztes Mal ihren Schulleiter sehen wollten.

Weil bekannt ist, dass sich Matthias Küsters gerne der landschaftlichen Schönheit und den kulinarischen Genüssen Frankreichs hingibt, war die Feier ganz auf das Partnerland ausgerichtet. Tolle Überraschung, dass der Schulleiter mit einer „Ente“, einem Citroen 2 CV (deux chevaux) einfuhr. Das noch mit GK-Kennzeichen ausgestattete Gefährt aus dem Jahr 1971 drehte drei Runden über den Schulhof, bevor Matthais Küsters ausstieg.

Ganz „der Franzose“, präsentierte er sich mit Baskenmütze auf dem Kopf, Baguette und französischem Wein in der Hand.

Auf der Bühne Platz genommen, sang die Gemeinschaft „Ach, Herr Küsters, bleib‘ doch da...“, und schon da zeigten sich erste Wehmutswallungen. „Für unseren Schulleiter ist die Schule für immer aus“, sprach Schülersprecherin Sophia Plum ins Mikrofon, die auch als Moderatorin durch das Programm führte.

Diesmal drehten die Schüler den Spieß um und testeten Matthias Küsters‘ Fachkenntnisse und Wissen über sein Lieblingsland Frankreich. „In welcher Stadt liegt die Brücke, auf der man auch tanzen kann?“, lautete die erste Frage. Der wahre Kenner antwortete sofort – und richtig – mit „Avignon“. Genauso souverän konnte er alle weiteren Fragen beantworten.

Nach 20 Jahren in der leitenden Position genoss er ein letztes Mal die Big Band seines Gymnasiums, die mit verschiedenen Beiträgen glänzte. Claudia Cüster-Weiger und Christiane von Wrede überreichten als Vertreter der Elternschaft ein Geschenk und fanden schöne Dankesworte für Matthias Küsters. Lehrer Peter Reifferscheidt vermeldete, dass ein Schulleiter-Abschied traditionell etwas mit Tieren zu tun habe. So seien bei Abschieden zuvor schon Pferd und Schaf auf dem Schulhof aufgetaucht, aber diesmal dürfe sich Küsters einen Hund aussuchen.

Dazu sei angemerkt, dass der Schulleiter eigentlich keine Hunde mag, und dementsprechend verzog er sein Gesicht, als ihm drei Schülerinnen den Jack-Russell-Terrier „Curly“, den Mischling „Struppi“ und den Golden Retriever „Luna“ zur Auswahl vorstellten. Rechtzeitig ging Ehefrau Monika Küsters dazwischen und erklärte, dass ihr Mann eine Hundeallergie habe. Peter Reifferscheidt hielt aber schon einen Stoffhund als Ersatz bereit, den der scheidende Direktor erfreut entgegennahm.

„Manchmal haben Sie sich sicherlich an dieser Schule als Zirkusdirektor gefühlt“, ergriff Sophia Plum das Wort und stellte eine „Zylinder-Gruppe“ vor, die sich aus dem Lehrerkollegium rekrutierte. Mit einem textlich auf den Schulleiter abgestimmten Volkslied trugen sie zum Gelingen der Abschiedsfeier bei. Als plötzlich hunderte Luftballons mit guten Wünschen und Dankesworten in die Luft entschwebten, reckten sich die Köpfe von über 1300 Menschen in die Höhe. Die guten Wünsche wurden Matthias Küsters auch in Form von Dankeszetteln übergeben.

Mit einem „Viva St. Ursula“ verabschiedeten Schülerinnen des Unterstufenchores ihren Schulleiter in seinen verdienten Ruhestand. Sichtlich gerührt bedankte sich der Matthias Küsters, dessen Dienstzeit offiziell am 31. Juli endet, bei allen und wünschte den Schülern „schöne Ferien“.

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