Mit der „Pappnas“ in Ruhestand

Von: Georg Schmitz
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Brauchtum verbindet: Der Kommandeur des Awacs-Verbandes, Generalmajor Andrew M. Mueller (links), verabschiedet den „Ur-Kölner“ Oberst Werner Nemetschek in den Ruhestand. Foto: Georg Schmitz
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Tritt seinen Dienst in Teveren an: Oberst Hans-Henning Pradel.

Geilenkirchen-Teveren. Mit großem militärischem Zeremoniell wurde der „zweitwichtigste“ Offizier beim Nato E-3A Verband, Oberst Werner Nemetschek, in den Ruhestand versetzt und Oberst Hans-Henning Pradel als sein Nachfolger vorgestellt.

Nemetschek war Chef des Stabes für die internationale Ebene, Kommandant der Kaserne mit allen angegliederten Abteilungen sowie Dienstältester Deutscher Offizier (DDO) und Befehlshabers über das Deutsche Kontingent beim Nato E-3A Verband. All diese Funktionen übernimmt nun auch sein Nachfolger. Zur Amtsübergabe hatte sich viel Prominenz aus Militär und dem gesellschaftlichen Leben in Hangar I versammelt. Der Kommandeur des Awacs-Verbandes, Generalmajor Andrew M. Mueller, würdigte Nemetschek als einen Offizier, der als Vorgesetzter des mit über 470 deutschen Frauen und Männern einen wichtigen Beitrag für den ganzen Verband geleistet habe. Der amerikanische Generalmajor vergaß auch nicht zu erwähnen, dass der „Ur-Kölner“ ihn zu Karneval erstmals mit der roten „Pappnase“ vertraut gemacht habe, die im weiteren Verlauf des Kommandowechsels noch eine Rolle spielen sollte.

Die Anwesenheit der Bundes- und Landtagsabgeordneten des Kreises, verschiedener Bürgermeister oder Stellvertreter sowie zahlreicher Generale und hoher Militärs gab dem Kommandowechsel eine hohe Gewichtung. Nemetschek blickte auf seine 43-jährige militärische Arbeit mit 37-jähriger fliegerischer Laufbahn zurück. „Für einen jungen und begeisterten Flieger kann es nichts schöneres geben, als sich einen Starfighter regelrecht umzuschnallen und allein und eigenverantwortlich zu fliegen“, schwärmte Nemetschek von früheren Zeiten. Beim Nato-Verband habe er einen Platz in einem Cockpit eingenommen, wo vier Personen an der Flugführung beteiligt seien und zwölf weitere Mitflieger hinzukämen. Der scheidende Oberst erinnerte sich an seine Grund-Ausbildung: „Als ich 1973 als junger Wehrpflichtiger in der Selfkantkaserne in Niederheid auf dem Heimweg vor der geschlossenen Bahnschranke in Geilenkirchen stand, hätte ich mir niemals träumen lassen, jemals wieder nach hier zurückzukehren. Geschweige denn, hier meine fliegerische Karriere im Aktiven-Status, wenn auch im Rahmen des betreuten Fliegens, zu beenden.“

Pradel wurde 1954 in Lübeck geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach seiner letzten Aufgabe als militärischer Berater für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien freute sich Oberst Hans-Henning Pradel über seine Rückkehr zu einem fliegenden Verband. „Als ich 2002 das Westfalengeschwader verließ, habe ich erwartet, nie mehr Flugbenzin im Beruflichen Alltag zu riechen. Aber das Herz eines Fliegers schlägt für das Fliegen“, erklärte Pradel. Nach seinen Erfahrungen bei der OSZE sei er absolut sicher, dass die Nato in heutiger Zeit wichtiger ist als jemals zuvor.

Die feierliche Zeremonie schloss mit der vom Heeresmusikkorps Koblenz gespielten deutschen Nationalhymne. Zum Abschied von Nemetschek flog ein Eurofighter zweimal im Tiefflug über den Hangar. Beim Empfang im E-3A Club kamen die „roten Nasen“ zum Einsatz, denn Generalmajor Mueller stattete auch Oberst Pradel mit derselbigen aus.

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