Mit dem Laser an die Spitze

Von: Georg Schmitz
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Aufschlussreiche Gesamtdarstellung, interessante Detailerläuterung. Bürgermeister Thomas Fiedler ließ sich von Geschäftsführer Ulrich Berners (r.) über die aktuelle Lage des Unternehmens LBBZ und dessen technologische Leistungsfähigkeit informieren. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Überregional anerkannte Technologie aus Geilenkirchen, die macht erneut Schlagzeilen. Das Laser Bearbeitungs- und Beratungszentrum (LBBZ) stellt, allerdings an einem anderen Ort, eine technische Neuerung vor, mit der Landminen schadlos gemacht werden können.

Dies und mehr erfuhr Bürgermeister Thomas Fiedler jetzt bei einem Besuch der LBBZ-GmbH. Die Visite entsprang dem Wunsch des Bürgermeisters, Wirtschaftsförderung in der Stadt noch intensiver zu betreiben. Derzeit unternimmt der Ratsvorsitzende Informationsbesuche bei einigen in Geilenkirchen ansässigen Unternehmen mit „Vorzeigestatus”.

In Begleitung von Wirtschaftsförderin Stefanie Linkens wurde der Bürgermeister zunächst beim Laser Bearbeitungs- und Beratungszentrum in Niederheid und im Anschluss daran bei der Zentec Automotive GmbH empfangen und mit deren Geschäftsbereichen vertraut gemacht.

In Aachen 1991 gegründet, verlegte das LBBZ im Jahr 2000 seine Produktionsstätte nach Geilenkirchen. Der Geschäftsführende Gesellschafter, Ulrich Berners, erklärte: „Wir hatten damals Erweiterungsbedarf und suchten eine geeignete Fläche.” Als „Spin-off” (Firmen-Ableger) der Technischen Hochschule Aachen habe man sich neben Baesweiler und Düren auch in Geilenkirchen umgeschaut und sei hier fündig geworden. „Da war die Stadt Geilenkirchen flexibler als die Mitbewerber.”

An der Gutenbergstraße hatte das Unternehmen ein 30000 Quadratmeter großes Areal, inklusive Optionsfläche, erworben und hier mit staatlicher Förderung unter dem Namen LBBZ-NRW GmbH die Produktion aufgenommen. Das LBBZ ist ein führendes Unternehmen in der Materialbearbeitung mittels Laserstrahl. Schneiden, schweißen, härten und beschichten - die ganze Produktion wird von der Lasertechnik bestimmt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Geilenkirchen und einer Filiale in Ingolstadt beschäftigt alleine im Gewerbegebiet Niederheid elf Ingenieure, Techniker und Programmierer sowie 35 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung.

Bürgermeister Thomas Fiedler erfuhr von Ulrich Berners, dass die namhaften Kunden der Firma vornehmlich aus dem Automotive- (Fahrzeuge aller Art) und Industrie-Bereich kommen. So sind beispielsweise lasergefertigte LBBZ-Produkte in mehr als vier Millionen Fahrzeugen weltweit im Einsatz. Das Geilenkirchener Unternehmen ist als Zulieferer für die Getriebetechnik sogar ein wichtiger Lieferant für das Großraumflugzeug Airbus A380. „Ohne Geilenkirchener Technik könnte der A380 nicht fliegen”, überrascht es den Bürgermeister. Auch die Türschiene des VW T5 (Multivan) kommt für die gesamte weltweite Produktion aus Geilenkirchen. Der Rohling wird aus Spanien angeliefert und bei LBBZ bearbeitet.

Die Blechbearbeitung mittels Laser wird bei dem Unternehmen in großen Stückzahlen vorgenommen. Ein vollautomatischer berührungsfreier Schweißprozess mittels Laser wird bei der Nockenwelle angewendet, wo eine Schweißnaht von sechs Millimeter Tiefe frühere Verfahren in den Schatten stellt. „Die Lasertechnik garantiert präzises Arbeit und eine optimale Genauigkeit, wie sie vor fünf Jahren noch nicht möglich gewesen ist”, verdeutlichte Ulrich Berners, „für Sekundenbruchteile entstehen hier mehrere tausend Grad Hitze. Das ist heißer als die Sonne.”

Der Geschäftsführer kam schließlich auf das eingangs erwähnte Großprojekt des LBBZ zu sprechen, das am morgigen Donnerstag vor geladenen Gästen im nordrhein-westfälischen Hemer (Märkischer Kreis) europaweit eine Premiere erlebt: ein mobiler Laser, der zur Minenzerstörung eingesetzt werden kann.

Gezielte Strahlen können geortete Landminen aus einer Entfernung bis zu 200 Meter vernichten. Dabei kommt kein Mensch zu Schaden, beschreibt Ulrich Berners das Einsatzprinzip, denn es gibt keine Berührung mit dem Mine. Die Lasertechnik verbrennt das Kampfmittel, lässt es aber nicht zur Explosion kommen. So könnte das Geilenkirchener Unternehmen mit seiner Erfindung schon bald einen humanitären Beitrag in den vormals von Krieg und Völkermord erschütterten Regionen der Welt leisten.
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