Mit dem Glauben und Herzen im Einsatz

Von: Franz Windelen
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Im Zeichen des Kirchenturms: Alexandra Müller, die neue Gemeindereferentin der Pfarre St. Petrus, setzt an ihrer Wirkungsstätte in Ubach-Palenberg auf die Mitarbeit der Kirchenbasis, der Laien. Foto: Windelen

Übach-Palenberg. Vom Fenster ihres Büros aus schaut sie auf den imposanten Glockenturm von St. Dionysius Übach. Alexandra Müller genießt diesen Ausblick schon seit September 2010. Sie ist die neue Gemeindereferentin der Großpfarre St. Petrus, zu der die sechs Gemeinden in Übach-Palenberg im Januar 2010 verschmolzen sind.

Am 14. Dezember vergangenen Jahres wurde die 31-Jährige offiziell in einer feierlichen Zeremonie von Bischof Heinrich Mussinghoff im Dom zu Aachen mit der Aufgabe in St. Petrus „beauftragt”.

Vorbereiten auf Erstkommunion

Zusammen mit Kollegin Ruth Ikier, die eine Dreiviertel-Stelle bekleidet, und Pastoralreferent Norbert Franzen kümmert sich Alexandra Müller um das Seelenwohl der Schäfchen in Übach-Palenberg. „Schwerpunkt meiner Arbeit ist gegenwärtig die Sakramentsvorbereitung, sprich die Vorbereitung auf die Erstkommunion, in vier Gemeinden”, erklärt die neue Gemeindereferentin. Zudem ist sie „Ansprechpartnerin” für die Pfarre St. Fidelis Boscheln. „Wichtig ist nämlich, dass nach der Fusion jede Einzelpfarre auch die Möglichkeit hat, mit ihren Problemen und Vorschlägen gehört zu werden.”

Neben der seelsorgerischen Tätigkeit ist der Einsatz der Gemeindereferentin auch in der Gremienarbeit gefragt: im Pfarrgemeinderat, wo sie beratende und unterstützende Funktion hat, und im Pastoralteam, dem drei Priester, zwei Gemeindereferentinnen und ein Pastoralreferent angehören.

Zudem verfügt Alexandra Müller über den kirchlichen Lehrauftrag - das heißt, die studierte Diplom-Religionspädagogin könnte durchaus an einer Schule das Fach Religion unterrichten.

Die Neue im Übach-Palenberger Team bedauert, dass die Gemeinden und die gemeindliche Arbeit unter den vielen Kirchenaustritten und den wegbrechenden Priesterzahlen leiden. Aus eigener Erfahrung, aus eigener Kindheit weiß sie, dass ein „Kümmern auf breiter Basis”, wie sie sagt, wichtig ist, um die Kinder für christliche Themen, für den Glauben zu interessieren. Die Gemeindereferentin, in Kempen am Niederrhein geboren, erinnert sich: „Wir hatten eine Gemeindereferentin, die uns von der Grundschule an in einer Kinder-, später Jugendgruppe begleitete. Eine solche ,LaufbahnÔ für die Kinder gibt es leider so nicht mehr.” Das hauptamtliche Personal der katholischen Kirche ist, aus finanziellen Gründen, stark zurückgefahren worden. „Wir müssen uns einem Umgewöhnungsprozess stellen”, konstatiert Alexandra Müller. „In einer solchen Situation sind wir zwingend auf die Mitarbeit der Kirchenbasis, der Laien angewiesen. Was würde ich etwa allein ohne Kommunionmütter oder Katechetinnen machen?”, umreißt die Gemeindereferentin die Lage und fügt hinzu: „Gemeinde ist nicht nur das Pastoralteam, das sind auch die Gläubigen vor Ort.” Müller weiß allerdings auch, dass der Weg nach der Fusion nicht einfach ist: „Das erfordert Geduld. Das erfordert Diskussionen, an deren Ende etwas Positives stehen sollte.” Vor diesem Hintergrund ist es für Alexandra Müller selbstverständlich, dass eine Gemeindereferentin auch über die Fähigkeit verfügen sollte, mit den Menschen zu kommunizieren, ihnen zuzuhören und flexibel zu sein - zum Beispiel was die Terminabsprache bei Katechetenabenden angeht. Und, das eigentlich Wichtige: eine Gemeindereferentin soll bei all ihrem Tun „authentisch” sein: „Ist das nicht der Fall, werden das die Gläubigen um einen herum schnell merken.” „In dem, was ich tue und an andere weitergebe, steckt viel von meinem eigenen Glauben”, sagt die 31-Jährige, die ihren Beruf auch als Berufung sieht und ihn mit Freude ausfüllt.

Katholisches Elternhaus

Religion hat die 31-Jährige, die aus einem katholischen Elternhaus stammt, schon als Mädchen fasziniert. Von daher verwundert es nicht, dass sie ihre akademische Laufbahn mit einer Doktorarbeit abschließt, an der sie gegenwärtig - neben ihrem Übach-Palenberger Engagement - tüftelt.

Alexandra Müller lässt den Blick wieder zum Kirchturm schweifen, der als Symbol für eine gemeinsame Zukunft der Großpfarre St. Petrus steht, und meint voller Zuversicht: „Wir werden zwar nicht von heute auf morgen alle Probleme, die mit der Fusion verbunden sind, lösen können, aber wir werden gemeinsam neue Wege finden.” Auch dafür ist sie angetreten.
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