Mit dem Gericht ist nicht zu spaßen: Jugendkriminalität sinkt

Von: st
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Geilenkirchen. Die Entwicklung der Jugendkriminalität in Geilenkirchen ist rückläufig. Dies teilte Wilfried Schulz, Leiter des städtischen Jugend- und Sozialamtes, dem Jugendhilfeausschuss mit.

Wurden im ersten Halbjahr 2008 noch 118 Straftaten von 89 Straftätern begangen, so waren es im ersten Halbjahr 2009 nur noch 88 Straftaten, die von 73 Jugendlichen begangen wurden.

Überwiegend Diebstähle

Im ersten Halbjahr 2008 waren 73 Prozent der Täter 14 bis 17 Jahre alt, 27 Prozent waren 18 bis 20 Jahre alt. Die Anzahl der jüngeren Straftäter ist derzeit rückläufig. Im ersten Halbjahr 2009 waren nur noch 61 Prozent 14 bis 17 Jahre alt und 39 Prozent 18 bis 20 Jahre.

Laut der von Wilfried Schulz vorgelegten Statistik wächst der Anteil der weiblichen Straftäter, von 25 Prozent im ersten Halbjahr 2008 auf 33 Prozent im ersten Halbjahr 2009.

Überwiegend sind es Diebstähle, mit denen sich die Justiz beschäftigen muss: 26 Prozent der Delikte waren im ersten Halbjahr 2009 Diebstähle (2008: 30 Prozent), 10 Prozent Körperverletzung (2008: 21 Prozent), Sachbeschädigung 8 Prozent (2008: 18 Prozent), Verkehrsdelikte 18 Prozent (2008: 12 Prozent), Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz 9 Prozent (2008: 5 Prozent), Erschleichen von Leistungen 8 Prozent (2008: 3 Prozent).

Mit der Entwicklung zeigte sich Wilfried Schulz „zufrieden”. Ursache seien die gute Ermittlungsarbeit der Polizei und des Ordnungsamtes sowie eine schnelle Entscheidung der Jugendgerichtsbarkeit. Die Jugendlichen hätten erkannt: „Mit dem Gericht ist nicht zu spaßen.”

Wie effizient das städtische Jugendamt arbeitet, stellte Wilfried Schulz nach einer Überprüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt dar. „Sie hat festgestellt, dass im Bereich der Hilfe zur Erziehung die ambulante Hilfe bedeutsamer ist, einen präventiven Ansatz hat und im Gegensatz zur Heimerziehung frühzeitig einsetzt.”

Weniger Heimunterbringungen

Das, so Schulz, spart langfristig Kosten, weil die Zahl der Heimunterbringungen niedrig gehalten wird. Während eine Heimunterbringung für jedes Kind 4000 Euro pro Monat verursacht, kostet die ambulante Hilfe im Schnitt 1000 Euro.

Schulz: „Mehr Hilfe zur Erziehung ist zur Zeit teurer, aber langfristig günstiger. Außerdem wird mehr Familien geholfen.”

Während die ambulante Hilfe in diesem Jahr etwa 400000 Euro kostet, müssen für das nächste Jahr 800000 Euro eingeplant werden. Die Kosten für Heimerziehung wird von einer Million auf etwa 1,2 Millionen Euro steigen, die Vollzeitpflege in Familien wird bei rund 235000 Euro stabil bleiben.

„Der Schutz des Kindes wird per Gesetz hoch gehängt. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen werden dem Jugendamt mehr Problemfälle bekannt. Es gibt aber auch immer mehr Probleme in den Familien”, sagt Schulz.

So ist die Zahl der ambulanten Hilfen von 42 im Januar 2008 auf etwa 98 im November 2009 gestiegen. Die Zahl der Heimunterbringungen ist im Zeitraum Januar 2008/November 2009 mit etwa 24 Kindern und Jugendlichen konstant geblieben. Leicht gesunken ist die Zahl der in Vollzeitpflege befindlichen Kinder und Jugendlichen mit etwa 20.

Gabi Kals-Deußen Ausschuss-Vorsitzende

Gabi Kals-Deußen (SPD) wurde bei einer Enthaltung zur Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses gewählt. Damit hat die 46-Jährige ihren ersten Ausschussvorsitz übernommen.

Manfred Schumacher (CDU), in der vergangenen Legislaturperiode Vorsitzender des Ausschusses, wurde bei zwei Enthaltungen zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
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