Mit Bestnote aus der Schule in die Physik

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
Die Geilenkirchener Bestnoten-
Die Geilenkirchener Bestnoten-Abiturientin Dorit Bardenhewer (M.) zu Gast bei Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) und Schulministerin Sylvia Löhrmann (2.v.l.), im Rund mit zwei Mitschülern aus dem Regierungsbezirk Köln. Foto: Staatskanzlei NRW/ Uta Wagner

Geilenkirchen. Diese Einladung kam völlig unerwartet. Absender war die Staatskanzlei in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Bitte um einen Besuch bei Regierungschefin Hannelore Kraft und Schulministerin Sylvia Löhrmann galt Dorit Bardenhewer. Sie war ausgewählt unter den besten Abschluss-Schülerinnen und Schülern Nordrhein-Westfalens mit der Top-Note 1,0.

Dorit Bardenhewer, jetzt 20 Jahre jung, besuchte das Bischöfliche St.-Ursula-Gymnasium in Geilenkirchen. Lehr- und Lernstoffe hat sie zielsicher und nachhaltig verarbeitet; stets mit Bestnoten. „Das kenne ich von Anfang an”, sagt Dorits Mutter Iris ganz unaufgeregt, „da waren nur Einsen auf dem Zeugnis.”

Die 20-jährige Neu-Studentin in Aachen sieht das gelassen und bescheiden: „Ich hatte immer Spaß an der Schule. Und ein gewisses Maß Selbstvertrauen.” Rund 180 Abitur-Dokumente wurden in diesem Jahr im St.-Ursula-Gymnasium ausgegeben. Mit Dorit Bardenhewer erreichten fünf weitere Mitschüler/innen die Bestnote 1,0.


Bis zur Wahl ihrer vier Abi-Fächer (Mathematik, Biologie, Deutsch, Philosophie) hatte die junge Frau ab der Mittelstufe ihre Interessenschwerpunkte gebildet. Die drehten sich in der Hauptsache um Naturwissenschaften. Aber auch Sprachen - Englisch, Französisch, Latein - waren willkommen. Vier Diplome hat Dorit Bardenhewer allein in Französisch absolviert. Und eine Facharbeit im Lateinischen widmete sie dem Thema „Die Kunst, mit Worten Massen zu manipulieren”, spannte einen wissenschaftlichen Bogen von Cicero bis in die Zeit der Nationalsozialisten.

Das Angebot ihrer Schule, die Jahrgangsstufe 10 zu überspringen, besprach Dorit mit ihrer Familie - und schlug es aus. „Meiner Familie habe ich sowieso vieles zu verdanken”, schwärmt die jetzt 20-Jährige von der Geborgenheit durch ihre Eltern Iris und Hartwig. Von den gemeinsamen Touren und Späßen auch mit ihren jüngeren Geschwistern Gerrit und Ricarda. Bruder wie Schwester besuchen ebenfalls das Bischöfliche Gymnasium.

Was Dorit Bardenhewer noch aus dem Unterrichtsangebot interessieren konnte, nahm sie gerne in Anspruch - es begleitet sie heute noch in der Freizeit. Beispiel Sport: Ballspiel oder Leichtathletik tauschte die Schülerin lieber mit Kampfsport. Als an St. Ursula Tanz hinzukam, war sie gerne dabei. Heute sind Gesellschaftstänze und am liebsten Tango Argentino - mit ihrem Freund als Partner auf dem Parkett - gern gepflegtes Hobby.

Beispiel Musik: Eine von der Schule entliehene Geige brachte sie auf die Klanggeheimnisse der Saiten. Ein halbes Jahr später hatte Dorit einen Platz im Schulorchester, fungierte sogar als Konzertmeisterin. Mit der Violine tritt sie weiterhin in der „Sinfonietta Regio” auf, einem Orchester in der Städteregion Aachen.

Im Ensemble von 50 Bestnoten-Schülern stand Dorit Bardenhewer am Montagabend im Ständehaus am Düsseldorfer Kaiserteich der NRW-Ministerpräsidentin und deren Stellvertreterin gegenüber. „Beide haben interessante und gute Worte gesagt”, erinnert sich die 20-Jährige. Dass man in der Schule erworbenes Wissen der Gesellschaft wieder zurückgeben könne, das hat der Neu-Studentin besonders imponiert. Die Ergebnisse der 50 nach Düsseldorf eingeladenen Schüler - sie kamen stellvertretend für die insgesamt 868 Bestnoten-Träger von 1,0 im Bundesland - bewertete Hannelore Kraft: „Das ist eine beachtliche Leistung, dahinter stecken viel Fleiß und viel Disziplin.” Und dann gabs auch Sekt, für Dorit und ihre Eltern, die an dem feierlichen Akt teilnehmen durften.

1,0 - Beschränkungen bei der Zulassung zum Studium der Physik musste Dorit Bardenhewer nicht fürchten. Bald geht es los an der RWTH in Aachen; fünf Jahre soll das Studieren dauern, ein Abschluss mit Promotion setzt sich Dorit ehrgeizig voraus. Eine Wohnung ist schon gefunden, „fünf Minuten per Rad in die Stadt”. Und ein Semester-Ticket für Bus und Bahn gibt es auch. Da ist sie schnell mal zu Hause in Geilenkirchen. Ganz ohne förmliche Einladung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert